70 Prozent der Butter im Handel kommen aus Österreich
OÖ. Butter ist Geschmacksträger in vielen Weihnachtsbäckereien. Der Bauernbund OÖ, die Jungbauernschaft und agrarische Verbände nahmen daher Butter von 34 Supermärkten ins Visier. Das Ergebnis: Von mehr als 400 Butter-Produkten sind 70 Prozent aus Österreich.

Der Bauernbund, die Jungbauernschaft und agrarische Verbände führten einen Regionalitäts-Check von Butter und Butterschmalzprodukten durch. Zum Ergebnis hält Bauernbund-Präsident Georg Strasser fest: „30 Prozent der Butter in heimischen Regalen sind importiert. Das ist ernüchternd, wenn wir bedenken, dass gerade jetzt in der Corona-Krise alle Lebensmitteleinzelhändler im großen Stil mit Bildern aus der heimischen Landwirtschaft werben. 20 Prozent davon sind aus Deutschland, ganze fünf Prozent der Butter stammen aus Irland. Diese Butter-Produkte haben tausende Transportkilometer auf dem Buckel. Ist das notwendig und wünscht sich das der österreichische Konsument? Wer Butter zum Kekse backen aus Österreich kauft, schaut aufs Klima, auf gute Qualität und kann sich sicher sein, dass es sich um ein gentechnikfreies Produkt handelt“.
Handelt es sich um österreichische Butter, so stammt diese meist von kleinbäuerlichen Familienbetrieben mit etwa 20 Kühen.
Billige Eigenmarken drücken die Preise
Eine Herausforderung für den Preis stellen billige Eigenmarken dar, deren Anteil bei 40 Prozent liegt. „Bäuerinnen und Bauern sind da einer extremen Preis-Dumping- Spirale ausgesetzt. Die Eigenmarken der Handelsketten werden oft ohne klare Herkunftsangabe und zu einem sehr günstigen Preis angeboten“, sagt die Präsidentin der Landwirtschaftskammer OÖ und Bauernbund OÖ Stellvertreterin Michaela Langer-Weninger. Das bestätigt auch der Regionalitäts-Check. Eigenmarken waren durchschnittlich um 2,7 Euro pro Kilogramm Butter günstiger. Darüber hinaus ist die Herkunft nicht immer klar ersichtlich. „Obwohl österreichische Herkunft suggeriert wird, stecken bei Eigenmarken oft Rohstoffe aus aller Welt in der Verpackung. Konsumenten durchschauen diese Spielchen der Handelsketten oft nicht. Dazu bräuchte es beim Einkauf schon Spezialwissen“, meint Langer-Weninger.
Palmöl in pflanzlichen Alternativen
Auch bei pflanzlichen Butter-Alternativen, die billiger produziert werden können, werde optisch geschummelt. Pflanzliche Streichfette werden zunehmend in Butter-Form abgepackt, ins gleiche Regal gestellt und mit dem Hinweis „zu verwenden wie Butter“ deklariert. „In Margarine und Co. steckt meist Palmöl. Diese vermeintliche Butter-Alternative geht auf Kosten von Regenwäldern. Gerade deshalb ist es uns ein Anliegen, dass Butter-Alternativen nicht wie Milchprodukte vermarktet werden dürfen. Die harte Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern soll honoriert und nicht durch optische Schummeleien hintangestellt werden“, schließt die Präsidentin der Landwirtschaftskammer OÖ.


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