WK OÖ: Corona hat Schwachstellen in der digitalen Infrastruktur aufgezeigt
OÖ. Die Corona-Pandemie hat einerseits Trends beschleunigt, andererseits aber auch Schwachstellen in der digitalen Infrastruktur aufgezeigt. Über die Details informiert Markus Roth. Er ist Obmann der Fachgruppe Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT in der Wirtschaftskammer Oberösterreich (WK OÖ).

In seiner Funktion ist er für 8.700 Unternehmen zuständig. Mit vielen von ihnen hat er Gespräche geführt. „Aufgrund unserer Gespräche mit unseren Mitgliedern, den oö. Unternehmensberatern und IT-Unternehmen, waren wir davon überzeugt, dass in Oberösterreich 2020 der Knick zur starken Veränderung stattfinden wird. Unsere Vorhersagen sind eingetreten. Dass 2020 die Corona-Pandemie auftritt und diese Trends derart beschleunigt hat, konnte allerdings keiner ahnen“, zieht Markus Roth Bilanz. Aus den Anfragen an die IT- und Beratungsunternehmen in Oberösterreich im vergangenen Jahr hat er sieben zentrale Bereiche abgeleitet, die auch in diesem Jahr Teil der Wirtschafts- und Standortpolitik sein werden. Darunter sind Schwachstellen in der digitalen Infrastruktur, die IT-Sicherheit und der Schutz der Privatsphäre, die Verwundbarkeit einer globalisierten Wirtschaft, die Zunahme digitaler Prozesse, Künstliche Intelligenz, die „Mixed Reality“ und der 3-D-sowie 4-D-Druck.
Gefahr des Datenmissbrauchs steigt
Zur digitalen Infrastruktur hält Roth etwa fest, dass diese ausgebaut werden müsse. „Stärker und noch schneller als bisher werden heuer Geschäftsprozesse ins Internet verlagert werden. Wer bis jetzt zugewartet hat, für den wird es höchste Zeit“, sagt er. Die Corona-Pandemie habe einen Bewusstseinswandel ausgelöst und Schwachstellen wie eine nicht gesicherte Infrastruktur im Homeoffice aufzeigt. Mit der Zunahme an Daten, die ins Netz gestellt werden, und mit dem Grad der weltweiten Vernetzung steigt die Gefahr des Missbrauchs. Das betrifft zum Beispiel Gesichtsdaten wie das Alter oder Geschlecht einer Person, die unter anderem bei einem Videotelefonat abgelesen werden können. Der Schutz der Privatsphäre wird laut Roth in diesem Jahr ein wichtiges Anliegen sein.
Von Künstlicher Intelligenz bis zu Globalisierung
Der Alltag in vielen Unternehmen wird zudem von Künstlicher Intelligenz, beispielsweise für Fertigungen in Fabriken, und „Mixed Reality“ geprägt sein. Diese bezeichnet die Kombination oder Ergänzung der Realität mit virtuellen Informationen. Ein Beispiel ist der Einsatz in der Medizin, wenn der Chirurg mithilfe eines computergenerierten Bildes operiert. Dieses zeigt ihm Details, die außerhalb nicht zu sehen sind. Darüber hinaus werden Wertschöpfungsketten überdacht und lokale Produktionen sowie kurze Lieferketten in den Vordergrund rücken, prognostiziert der Unternehmensberater. Die Corona-Pandemie habe die Abhängigkeit von internationalen Liefer- und Wertschöpfungsketten gezeigt. Es gelte jedoch, nicht in einen „neuen Protektionismus“ zu verfallen.


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