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OÖ. Das Klima ändert sich – ob wir wollen oder nicht, die Änderungen werden deutlich und spürbar sein. „Klimaschutz und Klimawandelanpassung haben keine politische Farbe, sie betreffen uns alle“, mahnt Oö. Umweltanwalt Martin Donat.

Umweltschutz Foto: Toby Parkes/ Shutterstock.com
Umweltschutz Foto: Toby Parkes/ Shutterstock.com

Im Bundesländervergleich ist Oberösterreich für mehr als ein Viertel der gesamten Treibhausgas-Emissionen Österreichs verantwortlich. Somit gilt für Oberösterreich: Wird der Ausstoß an THG-Emissionen in Oberösterreich (rund 20 Moi. Tonnen pro Jahr) nicht sofort und umfassend reduziert, so wird in der kommenden Landtagsperiode (2021 bis 2027) das für Oberösterreich zur Verfügung stehende THG-Budget (115 Mio. Tonnen Co2) verbraucht sein.

„Das kann man sich vorstellen wie auf der Bank, ein zur Verfügung stehendes Budget ist dann verbraucht“, so der Oö. Umweltanwalt Martin Donat. Danach würden wir auf dem Rücken zukünftiger Generationen leben. „Nichts zu tun bedeutet Rückschritt, es ist eine Chance etwas anders zu machen. Die Maßnahmen liegen auf dem Tisch, also müssen wir jetzt handeln“, betont Donat.

Maßnahmen für Gebäude und Verkehr

Im Verkehrsbereich sieht die oö. Umweltanwaltschaft den höchsten Bedarf an Veränderungen und nennt als Beispiel die Mobilität im Raum Linz: Sollen die Klimaziele bis 2030 erreicht werden, so brauche es eine Verringerung der Autofahrten bzw. Kompensation durch andere Verkehrsmittel um 150.000 Fahrten pro Tag. Derzeit werde jedoch offiziell mit 80.000 zusätzlichen Autofahrten täglich bis 2030 nach und von Linz gerechnet. Klimapfad und prognostizierte Realität der Mobilität in Linz würden 2030 somit um 230.000 Autofahrten pro Tag auseinander liegen.

Die Klimavereinbarungen in der Mobilität im Raum Linz ernst zu nehmen, bedeute bis 2030 stufenweise jedes Jahr 22.000 Autofahrten pro Tag zu vermeiden oder durch andere Verkehrsmittel zu kompensieren. Dazu brauche es Maßnahmen wie eine Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs, Lösungen für den Mikro-ÖV und die „Letzte Meile“, Stärkung des Fuß- und Radverkehrs, Bevorzugung alternativer Mobilität und Einschränkung des Autos in städtischen Bereichen und allgemein in Ortszentren, Reduktion des Geschwindigkeitsregimes für Pkw usw.

Aber auch im Gebäudebereich besteht laut oö. Umweltanwaltschaft ein sehr hohes Energieeinsparpotential. Um diese zu verwirklichen, werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen: Neubau nur mehr in Passivhausqualität, PV-Anlagen-Pflicht auf allen Neubauten und (Dach-)Umbauten, Wende bei Wärme und Kälte im Gebäudesektor durch Umstellung auf Erneuerbare bzw. Nutzung vorhandener Abwärme aus Industrie und Gewerbe, Bevorzugung nachwachsender Rohstoffe im Bauwesen und intelligenter Gebäudehüllen, Energieeinsparung im Bereich Warmwasseraufbereitung usw.

„Die nächste Landesregierung (Periode 2021 bis 2027) entscheidet darüber, ob die erforderlichen Maßnahmen zur Klimawandelanpassung umgesetzt werden, oder ob uns die nicht mehr zu bremsende Klimaerwärmung zu wenig vorbereitet erwischt“, sind sich Oö. Umweltanwalt Donat und Oö. Umweltanwaltschaft Hans-Jürgen Baschinger einig.


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