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Landesrat Kaineder: Landwirtschafts- und Wirtschaftsministerium verzögern Pflicht der Herkunftskennzeichnung

Tips LogoNicole Dirnberger, 22.02.2022 13:45

OÖ. Die Diskussionen um eine verpflichtende Kennzeichnung der Herkunft von tierischen Lebensmitteln dauern mittlerweile mehrere Jahre. Unter der aktuellen Bundesregierung nahmen die Bemühungen Fahrt auf und es liegen bereits fertige Entwürfe des Gesundheitsministeriums auf dem Tisch. Während die heimischen Bauern sowie die Konsumenten auf die längst überfällige Herkunftskennzeichnung warten, kann sich das Landwirtschaftsministerium nicht gegen das Wirtschaftsministerium durchsetzen.

Umwelt- und Klima-Landesrat macht sich für die Herkunftskennzeichnung stark. Foto: Land OÖ/Werner Dedl

Während aus dem Landwirtschaftsministerium immer wieder positive Signale gesendet werden, versucht das Wirtschaftsministerium die Herkunftskennzeichnung weiter zu verzögern, um sich nicht den Groll von einigen wenigen einzuhandeln. Konkret die wichtige Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie droht am Widerstand in der Wirtschaft zu scheitern. Leidtragende dieses Zuständigkeits-Ping-Pongs sind nicht zuletzt die österreichischen Schweinebetriebe, die dem Weltmarkt und den dort herrschenden Schleuderpreisen ausgeliefert sind. 

„System unserer Lebensmittelversorgung ist absurd“

„Das System unserer Lebensmittelversorgung und Tierhaltung ist absurd und weit weg von einer regionalen, nachhaltigen Erzeugung. Die wahnwitzigen und tausende Kilometer langen Kälbertransporte sind für die jungen Tiere eine Tortur, so wie auch die Käfighaltung von Hühnern. Sie ist in Österreich – als einziges Land in der EU - seit 2020 vollständig verboten und dennoch landen Millionen Käfigeier aus Ländern wie Polen und der Ukraine unbemerkt auf unseren Tellern. Viele Konsumenten wollen einen Beitrag leisten, für mehr Tierwohl, für Umwelt und Klima. Mit einer transparenten Herkunftskennzeichnung können wir wirksam gegensteuern und unseren heimischen Lebensmitteln wieder einen fairen Wert beimessen. Davon profitieren am Ende alle, die Konsumenten und die Bauern. Das Landwirtschaftsministerium muss sich in dieser Frage hinter die Landwirtschaft stellen und sich gegenüber dem Wirtschaftsministerium durchsetzen“, so der für Konsumentenschutz zuständige Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.


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