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OÖ. Nach einer kurzen, aber klirrend kalten Wetterperiode vor Weihnachten hat sich der wärmste Jahresstart seit Messbeginn in OÖ eingestellt. Umwelt-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) fordert daher ein Umdenken im Wintertourismus in OÖ. Geplante Projekte in Vorderstoder oder im Mühlviertel seien „aus der Zeit gefallen“.  

Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder in Vorderstoders, ein Foto aufgenommen am Montag, 9. Jänner 2023. (Foto: Land OÖ/Simon Seher)

„Was uns heuer geboten wird, ist ein Vorgeschmack auf die Winterzukunft in Österreich. Die viel zu warme Wetterphase mag heuer noch ein trauriger Ausreißer sein, wird aber in wenigen Jahren schon Normalität werden“, verweist Kaineder auf neueste Klimaprognosen. „Wir sehen selbst, dass der Winterniederschlag in mittleren und tiefen Lagen immer häufiger in Form von Regen fällt. Winter wie vor 30 Jahren gibt es nicht mehr – mit fatalen Auswirkungen auf den Wintertourismus“, so Kaineder weiter.

Seltener schneereiche Winter

Wie Meteorologe Alexander Ohms (GeoSphere Austria) erläutert, werde es auch in Zukunft starke zufällige Schwankungen des Klimas geben. Schneearme Winter können von schneereichen Wintern gefolgt werden. Die Wahrscheinlichkeit von extrem milden Wetterphasen wie aktuell werde aber größer, mit stetig steigenden Mitteltemperaturen. Auch werde die Zeit, in der Kunstschnee-Produktion möglich ist, zurückgehen. Die Prognose: Bis Mitte des Jahrhunderts werden die potenziellen Beschneiungsstunden in Höhenlagen um 1.500 Meter um 30 Prozent zurückgehen.

Laut Ohms ist es auf den Bergen seit 19. Dezember durchgehend zu warm, im Flachland seit 21. Dezember. Das Weihnachtstauwetter an sich stelle zwar grundsätzlich keine Besonderheit dar – auffällig sei aber diesmal die lange Dauer und tageweise extreme Ausprägung. Zwei Beispiele: Am 2. Jänner wurden am Feuerkogel plus 13,4 Grad gemessen, am Silvestertag in Aspach plus 18,3 Grad.

Finanzierungs- und Förderpolitik anpassen

Umwelt-Landesrat Kaineder fordert aufgrund der Entwicklung, die Finanzierungs- und Förderpolitik für Wintertourismusprojekte anzupassen. „Angesichts der klaren Faktenlage müssen wir mit öffentlichen Geldern Wintertourismusprojekte sorgfältig vergeben. Unterhalb von 1.000 Höhenmetern ist auch mit hohem technischen Aufwand künftig kein Betrieb sicherzustellen.“

Projekte „aus der Zeit gefallen“

Kaineder fordert ein Umdenken etwa beim Projekt einer geplanten Skischaukel in Vorderstoder. Ein neues Skigebiet in einer Seehöhe zwischen 750 und 1.200 Metern sei „völlig aus der Zeit gefallen. Der geplanten Skischaukel in Vorderstoder würden laut den Plänen nicht nur rund 40 Hektar Wald zum Opfer fallen, sondern auch ein bedeutender und wunderschöner Naturraum würde zerstört. Dort auch noch Millionen an Steuergelder zu versenken, wäre eine unfassbare Absurdität“, so der Landesrat. Auch ein geplantes nordisches Zentrum in der Mühlviertler Ortschaft Weigetschlag, nahe der Sternsteinlifte in Bad Leonfelden, auf 800 Metern Seehöhe stehe im Widerspruch zu den aktuellen Entwicklungen.

Zustimmung von den NEOS

Zustimmung bekommt Kaineder von den NEOS OÖ. Klubobmann Felix Eypeltauer: „Gerade die kleineren, tiefer gelegenen Skigebiete sind aufgrund der steigenden Temperaturen und schneearmen Winter schon seit Langem wirtschaftlich schwer rentabel. Sie müssen so rasch wie möglich an die neue Realität angepasst werden. Der Trend ist eindeutig und wird sich weiter ausweiten, der Wintertourismus muss deshalb auch in Oberösterreich in Zukunft neu gedacht werden. Nicht nur, dass die Förderung und Bau von neuen Ski-Gebieten künftig ganz genau überlegt sein müssen, wir müssen bestehende Wintertourismusregionen in einen schrittweisen Wandel bringen. Jetzt sind innovative und flexible Konzepte gefragt, die auch dann funktionieren, wenn das Weiß ausbleibt. Dabei muss die Landesregierung sinnvoll und zielgerichtet unterstützen.“


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