Equal Pay Day in Oberösterreich erst am 7. März
OÖ. Am 16. Februar ist in Österreich Equal Pay Day – statistisch gesehen haben Frauen bis 16. Februar im Vergleich zum Einkommen von Männern „gratis“ gearbeitet. Der Equal Pay Day in Oberösterreich ist noch deutlich später – erst am 7. März.

Der Equal Pay Day macht auf den Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern aufmerksam. Laut aktuellster Statistik der Statistik Austria zum Bruttojahreseinkommen 2021 verdienen Frauen in Oberösterreich im Durchschnitt um 18 Prozent weniger als Männer. Als Basis für diese Berechnung dienen die Jahresbruttobezüge von Frauen, 38.908 Euro, und Männern, 47.489 Euro, von ganzjährig Beschäftigten in Oberösterreich im Jahr 2021.
Viele Gründe
Die Gründe für den Einkommensunterschied reichen von Unterschieden bei der Berufserfahrung von Frauen und Männern, die vor allem auf die Karenzzeiten und Auszeiten beispielsweise für die Pflege von Angehörigen zurückzuführen sind, bis hin zur Berufswahl an sich. Frauen finden in vielen Fällen nach einer Teilzeitbeschäftigung nicht mehr den Weg zurück in die Vollzeitbeschäftigung und dadurch verringert sich der Anstieg des Gehaltes über die Zeit.
Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit sicherstellen
„Frauen müssen im Beruf dasselbe leisten wie Männer und müssen dafür den gleichen Lohn für gleiche bzw. gleichwertige Arbeit erwarten können. Wir vertreten ein Land, in dem Frauen und Mädchen die gleichen Möglichkeiten haben wie Männer und Burschen“, betont Frauenreferentin LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP).
Um Einkommensgerechtigkeit herzustellen, müsse die Einkommensschere weiter geschlossen werden. Sie verweist auf Maßnahmen, die hier ansetzen. Mit Frauenstrategie „Frauen.Leben 2030“ haben sich alle Ressorts dazu bekannt, Maßnahmen zur Umsetzung der Strategie zu setzen. Der weitere Ausbau der Kinderbetreuung für unter Dreijährige und die Weiterentwicklung der Einkommenstransparenz, die Forcierung der Väterkarenz sowie die Erhöhung des Frauenanteils in technischen Schulen und technischen Studienrichtungen fallen darunter.
Absicherung in der Pension
Auch die finanzielle Absicherung von Frauen in der Pension müsse weiter in den Focus gerückt werden. „Ich fordere die Bundesregierung auf, sich wieder aktiv dem im Regierungsprogramm verankerten Thema des automatischen Pensionssplittings anzunehmen und ein verpflichtendes Pensionssplitting umzusetzen. Frauen darf kein finanzieller Nachteil entstehen, wenn sie sich bzw. sie und ihr Partner sich gemeinsam dazu entscheiden, Kinder zu bekommen“, ist für Haberlander klar.
NEOS: „Teilzeitfalle“ entschärfen
Die NEOS fordern, die „Teilzeitfalle durch den Ausbau des Kinderbildungsangebots“ zu entschärfen. „Wir wissen, dass neben leider oft immer noch ungleichen Löhnen, vor allem die hohe Teilzeitquote bei Frauen einer der Hauptgründe für den Gender Pay Gap ist. Das liegt auch an einer ÖVP-Politik, die viele Frauen jahrelang von Vollzeit-Jobs ferngehalten hat“, kritisiert Klubobfrau-Stellvertreterin Julia Bammer. „Das Land hat den einen der größten Hebel gegen den Gender Pay Gap selbst in der Hand, eine hochwertige Kinderbildung und -betreuung“, wiederholt Bammer die Forderung nach Gratis-Nachmittagsbetreuung und Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag.


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