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OÖ/ATTERSEE. Österreichs Badeseen und -gewässer sind mit Mikroplastik verunreinigt, zeigt eine neue Untersuchung von Greenpeace. Die Umweltschutzorganisation hat sieben Badeseen analysiert, darunter auch das Wasser im Attersee. In allen getesteten Seen wurde Mikroplastik nachgewiesen, im Attersee gab es zumindest die geringste Belastung.

  1 / 2   Greenpeace untersuchte sieben Badegewässer in Österreich auf Mikroplastik, darunter den Attersee. (Foto: Greenpeace/Mitja Kobal)

In allen Gewässern wurden in jeweils 2,9 Liter Proben Kunststoffteilchen gefunden. Die Bandbreite liegt von 1,1 bis zu 4,8 Kunststoffteilchen in einem Liter. Die größte Belastung mit 4,8 Mikroplastikpartikel pro Liter hat Greenpeace in einer Probe aus der Alten Donau gemessen in Wien. Die niedrigsten Konzentrationen gab es in zwei Proben vom Attersee und Lunzer See in Niederösterreich mit je 1,1 Mikroplastikpartikel pro Liter.

Die Partikel stammen von 15 unterschiedlichen Plastikarten, die zum Beispiel in Reifen, Kleidung, Verpackungen oder Baumaterial vorkommen. „Es ist alarmierend, dass Mikroplastik selbst beim Badespaß ein ständiger Begleiter ist. Unzählige Studien zeigen, dass die rasant ansteigende Plastikproduktion für Umwelt und Klima katastrophal ist. Viel zu viel Plastik gelangt in die Natur und die gesundheitlichen Auswirkungen sind noch nicht abschließend geklärt“, warnt Lisa Tamina Panhuber, Kreislaufwirtschaftsexpertin bei Greenpeace in Österreich. 

Die Umweltschutzorganisation fordert von der Bundesregierung verbindliche Plastik-Reduktionsmaßnahmen in Österreich und pocht auf ein starkes globales Plastikabkommen. 

Kaineder: 700 Kilo Plastik landen jede Sekunde im Meer

Auch Oberösterreichs Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) möchte sensibilisieren: „Die Weltproduktion an Kunststoff hat sich seit den 1960er Jahren verzwanzigfacht. 700 Kilogramm Plastikmüll landen im Meer - in jeder einzelnen Sekunde. In unseren Meeren schwimmt mehr Plastik als Plankton. Es sind alarmierende Zahlen, die uns eines klar mitgeben: Wenn wir nicht handeln, müssen unsere Kinder ihre Zukunft auf einem gewaltigen Plastikmüllberg aufbauen!“

Eine Plastikflasche beispielsweise brauche etwa 450 Jahre, bis sie sich zersetzt. „Dabei gelangen viele Kunststoffe in unsere Gewässer. Alleine über die Donau gelangen täglich vier Tonnen Plastik ins Schwarze Meer“, so Kaineder.

Mikroplastik wird im Donauraum an den internationalen Messtellen (TNMN-Messstellen) regelmäßig untersucht. Die Mikroplastikbelastung (kleiner 5 mm) der Donau und ihrer größeren Zubringer (Inn, Drau etc.) hat sich seit den 60er-Jahren vervielfacht. Im Frühjahr 2014 fand das erste umfassende Mikroplastik-Monitoring an der österreichischen Donau (Aschach und Hainburg) statt. In Hainburg wurden 17 Tonnen Plastik pro Jahr festgestellt, zwischen 6 und 66 kg pro Tag.

Maßnahmen gegen Plastikmüllberge

Kaineder sieht den nächsten Schritt im Kampf gegen die Plastikmüllberge mit der Einführung des Pfandsystems auf Einweggetränkeflaschen ab 1. Jänner 2025. Zusätzlich wird es ab 2024 die Pflicht geben, Getränke auch in Mehrweg anzubieten. „Wir sehen im europaweiten Vergleich, dass 90 Prozent Sammelquote nur in Ländern mit Pfandsystem erreicht werden können. Nicht nur die Single-Use-Plastic-Richtlinie kann mit einem Pfandsystem erfüllt werden, auch die Recyclingquote würde sich durch das qualitativ hochwertigere gesammelte Material schlagartig erhöhen.“

Im vergangenen Jahr startete vom Land OÖ ausgehend ein bundesweites Messprogramm, um Daten über die Ansammlung von Kunststoffen im Boden zu erheben. Geplant sei auch ein längerfristiges repräsentatives Messprogramm zu starten, um die Situation in den oberösterreichischen Gewässern umfassend erfassen zu können. „Sauberes Wasser ist unsere Lebensgrundlage. Unser Wasserreichtum ist eines der Aushängeschilder Oberösterreichs. Daher brauchen ein klares Bild davon, was sich in unseren Gewässern abspielt, gerade wenn es um die zunehmende Verschmutzung durch Plastikmüll geht. Daher werden wir ein neues Analyseprogramm gemeinsam mit den Experten unserer Gewässergüteaufsicht entwickeln.“

 


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