Raiffeisenlandesbank mit Halbjahresergebnis "äußerst zufrieden"
OÖ/LINZ. Ein „ausgesprochen gutes Ergebnis“ legt die Raiffeisenlandesbank OÖ laut Generaldirektor Schaller in ihrer Halbjahresbilanz 2023 vor. Schaller präsentierte diese am Donnerstag in Linz. Er spricht sich dabei auch gegen weitere Steuern für Banken aus. Und es müsse gelingen, die hohe Inflation in den Griff zu bekommen.

Trotz wirtschaftlich schwierigem Umfeld in den ersten sechs Monaten des Jahres mit hohen Inflationsraten, hohen Energiepreisen und stagnierendem Wirtschaftswachstum habe man die Kapitalbasis weiter gestärkt, so Schaller. „Mit einem Periodenüberschuss vor Steuern in Höhe von 448,9 Millionen Euro und einem Betriebsergebnis von 502,6 Millionen Euro können wir äußerst zufrieden sein.“
Der Periodenüberschuss nach Steuern beläuft sich auf 410,2 Millionen Euro und hat sich damit nach dem Ergebnis vom ersten Halbjahr 2022 (minus 264 Millionen Euro) wieder ins Plus gedreht. Damals habe es „gewaltige Abwertungen“ von Börsenkursen bei großen Beteiligungen gegeben, was sich nun wieder normalisiert habe, erläutert Schaller.
Wieder ins Positive gedreht
Das Betriebsergebnis wurde ebenfalls wieder ins Positive gedreht, auf 502,6 Millionen Euro, nach minus 222 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2022. Die Konzernbilanzsumme wurde leicht gesteigert und liegt per 30. Juni 2023 bei 49,5 Milliarden Euro.
Mit 309 Millionen Euro hätten die Beteiligungen einen wesentlichen Beitrag zum ersten Halbjahr geleistet, die elf at-equity-bilanzierten Unternehmen, darunter Raiffeisen Bank International, voestalpine, RB Prag und Hypo OÖ haben 293,5 Millionen Euro zum Konzernergebnis beigetragen.
Die Kapitalquote liege weiterhin auf hohem Niveau, bei rund 15 Prozent, damit deutlich über den regulatorischen Mindestanforderungen. „Würde man die Gewinne des ersten Halbjahres, die aufgrund regulatorischer Anforderungen erst am Jahresende anrechenbar sind, mitberücksichtigen, hätte sich sogar eine harte Kernkapitalquote von 16,4 Prozent ergeben“, so Schaller.
Kreditausfälle auf niedrigem Niveau
Bei den Forderungen an Kunden gab es ein Plus von einem Prozent auf 26,2 Milliarden Euro, die Kundeneinlagen sind um 1,1 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro zurückgegangen. „Das wird zum Teil auch daran liegen, dass die Leute wegen der massiven Kostensteigerungen mehr Geld für das tägliche Leben brauchen“, so Schaller.
Beim Zinsüberschuss gab es ein Plus von 34,5 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 auf 289,3 Millionen EuroErfreulich sei, dass die Kreditausfälle trotz Anstieg weiterhin auf niedrigem Niveau sind. Eingeräumte Rahmen würden aktuell verstärkt genutzt.
Mit großem Abstand sei die Raiffeisen OÖ größter Bankomaten-Betreiber und habe ein flächendeckendes Netz mit konstant etwa 554 Bankomaten in Oberösterreich - rund die Hälfte im Bundesland.
Inflation senken
Maßnahmen seien nötig, um die Inflation einzubremsen, so Schaller. Unterstützungsmaßnahmen müssten gezielt, nicht mit der Gießkanne sein. Bei den anstehenden Kollektivvertragsverhandlungen appelliert Schaller an alle Beteiligten, „Maß und Ziel“ walten zu lassen. „Ich bin nicht dagegen, Gehälter anzuheben, aber auch hohe Lohnabschlüsse sind Beschleuniger der Inflation.“
Klar gegen eine öfter geforderte Übergewinnsteuer für Banken spricht sich Schaller aus, „ich frage mich, was wir noch alles tun sollen?“ So hätten die heimischen Banken seit 2011 bereits gesamt 9,7 Milliarden Euro an Sonerabgaben und zusätzlichen Belastungen getragen. Auch in Pandemiezeiten seien die Banken starke Unterstützer der Allgemeinheit gewesen. „Wir haben größtes Interesse, dass wir unsere Kunden halten, es liegt nicht in unserem Interesse, dass es ihnen schlecht geht. Wir haben nichts davon, wenn jemand in Schwierigkeiten gerät“, da würde es individuelle Lösungen geben.


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