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Tierschutz-Landesräte: Rechtlichen Einschränkungen bei privaten Schutzhundeausbildungen sollen geprüft werden

Tips LogoKarin Seyringer, 25.10.2023 16:59

OÖ/NARRN. Die tödliche Attacke eines Hundes in Naarn war auch bei der Konferenz der Tierschutz-Landesräte Bundesländer am Mittwoch ein wesentliches Thema. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die Frage, welche Maßnahmen im bundesweiten Tierschutzgesetz notwendig sind, um Bissvorfälle in Zukunft besser verhindern zu können.  

Symbolfoto (Foto: Grubärin/stock.adobe.com)
Symbolfoto (Foto: Grubärin/stock.adobe.com)

Oberösterreichs Tierschutz-Landesrat Michael Lindner (SPÖ) hat sich bei der Konferenz dafür eingesetzt, dass bei der Ausbildung von Hunden im Privatbereich strengere Regeln im Tierschutzgesetz verankert werden. „Schon jetzt sind Ausbildungsmethoden von Hunden verboten, die zu einer Steigerung des Aggressionspotentials führen. Darüber hinaus haben wir uns heute auf meinen Antrag hin darauf verständigt, dass eine Bund-Länder Arbeitsgruppe unter der Leitung des Bundeslandes OÖ die bestehenden Ausbildungsmethoden evaluieren soll. Ziel ist es, die bestehenden Regelungen im Hinblick auf weitere Einschränkungen bei der Ausbildung von Schutzhunden im Privatbereich zu präzisieren und gegebenenfalls zu erweitern“, so Lindner.

Auffällig gewordene Hunde: Datenaustausch verbessern

Beim bundesweiten Austausch von Daten über bereits auffällig gewordene Hunde wurde vereinbart, dass unter Federführung des Bundeslandes Oberösterreich eine rechtlich bindende Vereinbarung zwischen allen Bundesländern erarbeitet werde, die einen Datenaustausch über Eintragungen ermöglichen, wenn es zum Beispiel einen Bissvorfall gab. „Dieser verbesserte Datenaustausch über die Bundesländergrenzen hinweg ist längst überfällig. Ich werde zur Finalisierung dieser wichtigen Maßnahme zeitnah zu Gesprächen nach Linz laden“, so Lindner.

Auch Verbot der Qualzucht Thema 

Neben der Hundehaltung und den damit verbundenen Vorgaben im Tierschutzgesetz waren das Verbot der Qualzucht, die Forderung der Möglichkeit für Behörden auch vorläufige Tierhalteverbote auszusprechen, die Forderung nach einer öffentlich zugänglichen Liste aller gemeldeten bzw. bewilligten Tierzuchten sowie die verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung von Katzen Themen der Konferenz. „Beim Thema Qualzucht ist der Bundesgesetzgeber säumig. Ich hoffe, dass solche Zuchtpraktiken mit der kommenden Tierschutzgesetz-Novelle endgültig der Vergangenheit angehören“, appelliert Landesrat Lindner an den zuständigen Bundesminister Johannes Rauch (Grüne).

OÖVP fordert Maulkorb- und Leinenpflicht

Zu wenige Ergebnisse sehen OÖVP-Landesgeschäftsführer Florian Hiegelsberger und OÖVP-Klubobmann Christian Dörfel: „Die besprochenen Einschränkungen bei der Ausbildung von Hunden sind wichtig, können aber nur ein erster Schritt sein. Wesentliche Maßnahmen zum wirksamen Schutz vor Kampfhunden fehlen leider vollständig. Änderungen bei der Ausbildung schützen in keiner Weise vor Attacken durch in den letzten Jahren fahrlässig ausgebildete Kampfhunde. Am wichtigsten und wirksamsten ist eine Maulkorb- und Leinenpflicht für Kampfhunde im öffentlichen Raum.“

Die OÖVP verweist zudem auf in Wien und Niederösterreich vorliegende Rassen-Kategorisierungen, die umgelegt werden könnten. Es müsse jetzt rasch auf Basis dieser Regelungen „eine praktikable Lösung für eine Maulkorb- und Leinenpflicht für Kampfhunde in Oberösterreich ausgearbeitet werden.“


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