Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

OÖ. Zu wissen, wie die Welt funktioniert ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben und eine starke Demokratie. Dass die Oberösterreicher in Sachen Wirtschaftswissen viel Luft nach oben haben, bestätigt eine Studie der Initiative Wirtschaftsstandort OÖ. Sie erarbeitete daraufhin eine Broschüre, die Basisbegriffe der Wirtschaft erklärt. Das Angebot richtet sich an Schüler, kann aber auch von Privatpersonen bestellt werden.

Peter Bruckmüller, Geschäftsleiter der Spectra Marktforschung, Gottfried Kneifel, Geschäftsführer Initiative Wirtschaftsstandort OÖ, LH-Stellvertreterin Christine Haberlander und Gerhard Gruber von der Bildungsdirektion OÖ präsentieren das Informationsheft "Wirtschaft kurz erklärt". (Foto: LAnd OÖ/Daniel Kauder)

Die Initiative Wirtschaftsstandort OÖ (IWS) hat sich die Frage gestellt, wie es um das Wirtschaftswissen der Oberösterreicher steht. Eine Studie in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut Spectra zeigt auf: die Oberösterreicher haben große Wissenslücken im Gebiet Wirtschaft. 46 Prozent der Oberösterreicher sagen aus, dass sie den Begriff „Export“ sehr gut erklären könnten. Den Begriff „Gewinn“ trauen sich 42 Prozent sehr gut zu erklären. Deb Begriff „Körperschaftssteuer“ können laut Studie nur 16 Prozent erklären.

„Die Einschätzung des eigenen Wissens wurde zwar in den vergangenen neun Jahren zwischen den beiden Spectra-Umfragen vor allem bei jungen Oberösterreichern signifikant besser, liegt aber noch immer nur bei 30 Prozent. Das heißt, nur jeder oder jede Dritte in der oberösterreichischen Bevölkerung kann mit teils alltäglichen Wirtschaftsbegriffen etwas anfangen – da ist deutlich Luft nach oben“, bekräftigt Gottfried Kneifel, Gerschäftsführer der IWS.

Die gleiche Umfrage war bereits 2014 erfolgt, anhand dessen hat die neue Studie auch Aufschluss über die Entwicklung gegeben. Einzig bei den 16-29-Jährigen ist ein Plus zu verzeichnen. Im Schnitt können die Oberösterreicher also 6,8 von 22 Begriffen richtig erklären. Das ist immerhin um 1,6 Begriffe mehr als vor neun Jahren. Gerade in Zeiten, wo sich das Wirtschaftsfeld laufend verändert und sich um neue Begrifflichkeiten, meist Anglizismen, erweitert, wächst der Aufholbedarf.  „In den demografischen Untergruppen fällt auf, dass die Interessenlage der jungen Menschen signifikant zugelegt hat“, erklärt Spectra-Marktforscher Peter Bruckmüller.

Broschüre „Wirtschaft kurz erklärt“

Angelehnt an die Studie hat die IWS zusammen mit der Bildungsdirektion des Landes eine Broschüre entwickelt, die Fachbegriffe aus der Wirtschaft erklärt. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Mittelschul- und Unterstufenklassen und soll die Erwachsenen von Morgen über das Wirtschaftssystem aufklären. Von A wie Abgaben bis Z wie Zinsertragssteuer trägt die Broschüre dazu bei, die Schüler für das Erwachsenenleben vorzubereiten. Wohin fließt unser Steuergeld, und was sind Steuern eigentlich genau? Das 95 Seiten starke Informationsheft ist als Impuls von außen gedacht, der den regulären Unterricht ergänzt.

Die IWS ist keine staatliche Institution, sondern ein Verein mit freiwilligem Mitgliedsbeitrag. Daher ist die Auflage auf 8.000 Stück begrenzt und wird den Schulen kostenlos, aber nur auf Bestellung zur Verfügung gestellt. Ein Drittel der Hefte sei schon bestellt und werde in den kommenden Tagen geliefert. In einer zweiten Aktion wird das Heft auch für anderen Interessierte erhältlich. „Dieser Leitfaden, der auch Zugriffe auf eine DIGI-Box erlaubt, kann sowohl im Unterricht helfen, als auch von interessierten Personen angefordert werden. Mit dieser Publikation wollen wir unserer Rolle als Wirtschafts-Bundesland Nummer Eins gerecht werden und einen wichtigen Schritt für ein leichteres Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge setzen“, betont Kneifel.

Bildung als Schlüssel

Die 800 Teilnehmenden der Studie sehen die Verantwortung vor allem bei den Bildungseinrichtungen, das Wirtschaftswissen zu fördern. „Der klare Auftrag lautet: Schule muss Menschen dazu befähigen, ihre Rollen als Wirtschaftsbürgerinnen und Wirtschaftsbürger sowie als Erwerbstätige und Verbraucherinnen und Verbraucher kompetent und moralisch wahrzunehmen. Die Broschüre ‚Wirtschaft kurz erklärt‘ kann hier fächerübergreifend eingesetzt werden“, erläutert Landeshauptmann-Stellvertreterin und Bildungslandesrätin Christine Haberlander.

 


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Oberösterreich mit zweitniedrigster Pro-Kopf-Verschuldung

Oberösterreich mit zweitniedrigster Pro-Kopf-Verschuldung

OÖ/LINZ. Oberösterreich gehört bei der Pro-Kopf-Verschuldung zu den Bundesländern mit den niedrigsten Werten. Laut aktuellen Zahlen der Statistik ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
OÖ-Arbeitsmarkt bleibt stabil, Frauenarbeitslosigkeit aber deutlich gestiegen

OÖ-Arbeitsmarkt bleibt stabil, Frauenarbeitslosigkeit aber deutlich gestiegen

OÖ. Die Zahl der Arbeitslosen ist in Oberösterreich im August gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei Frauen ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Kunstuni Linz und IT:U verstärken Gründer-Netzwerk „hub,ert“

Kunstuni Linz und IT:U verstärken Gründer-Netzwerk „hub,ert“

OÖ/LINZ. Das oberösterreichische Gründer-Netzwerk „hub,ert“ bekommt Zuwachs: Die Kunstuni Linz und die IT:U – Interdisciplinary Transformation ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Mit der Pflegelehre in einen Beruf mit Zukunft

Mit der Pflegelehre in einen Beruf mit Zukunft

OÖ. Mit der Pflegelehre gibt es seit 2023 in Oberösterreich einen direkten Einstieg nach der Pflichtschule. Sie verbindet praktische Ausbildung ...

Tips - total regionalOnline Redaktion
Raiffeisenlandesbank OÖ steigert Halbjahresgewinn deutlich

Raiffeisenlandesbank OÖ steigert Halbjahresgewinn deutlich

OÖ/LINZ. Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr verdient als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn vor ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Weniger Lust auf Jobwechsel, mehr Zufriedenheit im aktuellen Job

Weniger Lust auf Jobwechsel, mehr Zufriedenheit im aktuellen Job

Ö. Der aktuelle Arbeitsmarkt-Kompass zeigt im zweiten Quartal 2026 erste Zeichen einer Stabilisierung: Die Wechselbereitschaft der heimischen ...

Tips - total regionalOnline Redaktion
Weitere Beiträge