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OÖ. (Update) Die Arbeitslosenquote ist in Oberösterreich im Jänner 2024 auf sechs Prozent gestiegen, liegt damit um 0,8 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau. Das ist der höchste Anstieg im Bundesländervergleich. Oberösterreich spüre nun die Ausläufer der abgeschwächten Konjunktur gepaart mit saisonaler Winterarbeitslosigkeit, heißt es vom AMS OÖ zu den neuen Arbeitsmarktdaten. In der langjährigen Betrachtung sei die Entwicklung aber „nach wie vor robust“.

AMS Arbeitsmarktservice (Foto: elmar gubisch/stock.adobe.com)
AMS Arbeitsmarktservice (Foto: elmar gubisch/stock.adobe.com)

Beim AMS OÖ erwartet man auch eine Trendumkehr, Anzeichen sei der „hohe Anteil an Einstellzusagen seitens der Betriebe, die damit signalisieren, ihre jetzt freigesetzten Mitarbeiter wieder zurück in Beschäftigung zu holen“, so Markus Litzlbauer, stellvertretender AMS OÖ-Landesgeschäftsführer. Nach wie vor gelte „Bildung wirkt“: „Wir sehen den mit Abstand höchsten Anteil bei den arbeitslosen Personen mit knapp 50 Prozent bei jenen mit maximal Pflichtschulabschluss. Daher richten wir auch weiterhin den Fokus unserer Arbeit auf Bildung und Qualifizierung in dieser Personengruppe.“

Österreich-Schnitt: 8,1 Prozent

Trotz höchstem Anstieg im Jahresvergleich hat Oberösterreich mit sechs Prozent noch eine vergleichsweise niedrige Arbeitslosenquote, österreichweit liegt sie bei 8,1 Prozent.

43.420 Personen in Oberösterreich waren im Jänner 2024 arbeitslos gemeldet, in Beschäftigung waren 683.000 Personen. In Schulungen befinden sich 10.183 Personen (+3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Höchster Anstieg bei Jugendlichen

Die Arbeitslosigkeit ist bei Männern stärker gestiegen als bei Frauen: 28.182 Männer sind arbeitslos gemeldet (plus 16,7 Prozent zum Jänner 2023, 10.338 davon haben eine Einstellungszusage), 15.238 Frauen (plus 12,3 Prozent, 1.580 davon mit Einstellungszusage).

Bezogen auf das Alter gab es den stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen unter 25 Jahren, mit einem Plus von 26,9 Prozent auf 5.724 Vorgemerkte.

Rückgang auf 22.500 offene Stellen

Ende Jänner standen beim AMS OÖ 22.499 offene Stellen zur Verfügung, um 8.182 bzw. 26,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Knapp ein Viertel aller österreichweit gemeldeten offenen Stellen entfallen laut AMS OÖ auf den oö. Wirtschaftsraum.

Zudem waren 1.566 sofort verfügbare Lehrstellen (-225 bzw. -12,6 Prozent) und 640 sofort verfügbare Lehrstellensuchende (+107; +20,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr) gemeldet.

Update: Stelzer/Achleitner: „Saisonale Effekte“

Auch Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner (beide ÖVP) verweisen auf die saisonalen Effekte, die den oö. Arbeitsmarkt aktuell prägen würden. „Im Vorkrisenjahr 2019 lag die Arbeitslosenrate im Jänner bei 6,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote in Oberösterreich liegt darüber hinaus weiterhin klar unter der bundesweiten Quote von 8,1 Prozent.“ Stelzer und Achleitner weiter: „Erfahrungsgemäß gleichen sich bis März/April die saisonalen Effekte wieder aus, dennoch setzen wir unsere aktive Arbeitsmarktpolitik weiter fort, denn es gibt nach wie vor Gruppen, die unsere volle Aufmerksamkeit brauchen, etwa bei den Jugendlichen, wo wir proaktiv und frühzeitig agieren wollen.“

Weiter Fokus auf Qualifizierung

Die beiden verweisen auf den OÖ. Pakt für Arbeit und Qualifizierung, der auch vom Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO evaluiert worden ist. Besonders positiv hervorgehoben worden sei vom WIFO die enge Abstimmung aller Pakt-Partner. „Beispielhaft kann man hier etwa das Projekt ‚SmartUP-Fit für die Lehre‘ erwähnen, bei dem Jugendlichen gezielt Ausbildungsmöglichkeiten im IT-Bereich, etwa Coding und Automatisierung, eröffnet werden“, so Stelzer und Achleitner.

Die Ableitungen des WIFO fließen in die laufende Erstellung des „OÖ. Pakt für Arbeit und Qualifizierung 2024“ ein. Vom WIFO angeregt, liegt der Focus nicht nur rein auf der Qualifizierung, auch psychologische Begleitung wird angeboten. Rund 3.500 Betreuungsstunden leisten Jobcoaches jedes Jahr, 85 Prozent der betreuten Jugendlichen finden eine Lehrstelle bzw. beginnen eine Ausbildung.

„Gerade jetzt, wo die Jugendarbeitslosigkeit leicht steigt, wollen wir in dieser Zielgruppe besonders unterstützen, denn kein Potenzial soll in Oberösterreich verloren gehen. Das soll sich auch im neuen ‚Pakt für Arbeit und Qualifizierung‘ widerspiegeln“, so Stelzer und Achleitner.


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