Kritik aus Oberösterreich an geplantem Atomkraftwerks-Ausbau in Tschechien
OÖ. (Update) Tschechien plant laut Medienberichten den Ausbau von Atomenergie, von bis zu vier neuen Reaktoren ist die Rede. Kritik dazu kommt auch aus Oberösterreich: Landeshauptmann Thomas Stelzer sieht ein „Sicherheitsrisiko für uns alle“.

Prag weitete die Ausschreibung für den Atomkraft-Ausbau offenbar deutlich aus. Anstatt eines bisher geplanten neuen Reaktors im südmährischen Dukovany ist nun von bis zu vier neuen Blöcken in Dukovany und im südböhmischen Temelín, rund 100 Kilometer von Freistadt entfernt, die Rede.
„Ein Ausbau der tschechischen Atommeiler, wie er nun angekündigt wurde, ist ein massives Sicherheitsrisiko für uns alle. Das konterkariert jeden Versuch, die Energieversorgung auf umweltfreundliche Technologien umzustellen. Wir müssen alle uns zur Verfügung stehenden Hebel in Bewegung setzen, um den Ausbau zu verhindern. Die Bundesregierung ist hier gefordert, geschlossen und entschieden dagegen aufzutreten“, kritisiert Stelzer die tschechischen Pläne.
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Update: SPÖ fordert Fokussierung der Oö. Anti-Atom-Politik
Vor einem kommenden Sechs-Parteien-Gespräch zur Oö. Anti-Atom-Politik am Montag fordert SPÖ-Anti-Atomsprecher Thomas Antlinger eine Fokussierung der einzelnen Initiativen gegen Temelin: „Diese Ausbaupläne müssen vom Tisch, weil wir ansonsten jahrzehntelang von der unmittelbaren Nachbarschaft zu einem noch größeren Atomkraftwerk bedroht werden. Dazu gilt es, die Anti-Atom-Offensive nachzuschärfen und zusätzlich müssen Landeshauptmann Stelzer und Bundeskanzler Nehammer alle politischen, diplomatischen und rechtlichen Möglichkeiten umfassend ausschöpfen.“ Er verweist auch auf die Kosten von Atomkraft mit Errichtung, Rückbau und Endlagerung: „Tschechien würde sich massiv verschulden, wenn es Temelin und Dukovany wie geplant um vier Blöcke erweitert. Wir sollten unseren Nachbarn besser aufzeigen, welches enorme Potenzial an erneuerbaren Energien mit einem solchen Investment in Wind, Sonne und Geothermie gehoben werden könnte.“
Kaineder: „Finanzielle Atombombe“
Tschechien zünde eine „finanzielle Atombombe im eigenen Land“, reagiert Oberösterreichs Klima- und Umwelt-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) auf die Ausbaupläne. „Ein hochriskantes und unverantwortliches Manöver, das die tschechische Regierung hier auf Kosten der tschechischen Steuerzahler plant. Statt nukleare Luftschlösser zu bauen, muss jetzt gehandelt werden.“
Generell sei das tschechische Energiekonzept unverständlich, „anstatt flächendeckend Erneuerbare auszubauen, hält man an veralteten Nuklearfantasien fest. Atomkraft ist nicht nur zu gefährlich, sondern kostet auch zu viel und dauert viel zu lange, bis sie verfügbar ist.“


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