Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

OÖ/LINZ. Seit zwei Jahren herrscht Krieg in der Ukraine, rund 7.000 Ukraine-Vertriebene leben aktuell in Oberösterreich. Unterstützt werden sie auch von der Caritas – diese kritisiert, dass eine langfristige Perspektive fehle und viele trotz Zugang zum Arbeitsmarkt immer noch in der Grundversorgung feststecken.

In Linz wird der Point of Ukraine betrieben, Leiterin Catherine Spöck (r.) mit den Mitarbeiterinnen Yevheniia Prots, Viktoriia Mausz und Oksana Kuzo (v. l.) (Foto: Caritas)

Ein Großteil der geflüchteten Menschen aus der Ukraine sind Frauen mit Kindern. Trotz Zugang zum Arbeitsmarkt gibt es Hürden beim Einstieg in das Berufsleben, wie lange Wartezeit auf die Anerkennung von Berufsausbildungen oder Ungewissheit auf Seiten der Arbeitgeber, wie es mit dem Aufenthaltsstatus weitergeht.

Aktuell erhalten Vertriebene ebenso wie Asylwerbende die Leistungen aus der staatlichen Grundversorgung: monatlich 260 Euro Verpflegungsgeld, zweimal jährlich Bekleidungsgutscheine und 165 Euro Mietzuschuss, wenn die Vertriebenen in einer eigenen Wohnung leben. Mit Eintritt in einen Vollzeitjob endet die Grundversorgung. Wird die Person dann allerdings arbeitslos, fällt sie wieder in die Grundversorgung zurück und bekommt kein Arbeitslosengeld, wie es im Gegensatz dazu bei anerkannten Flüchtlingen der Fall ist. Eine große Hürde bei der Integration sei auch der Mangel an leistbarem Wohnraum.

Gerade Menschen in Pension oder jene, die nicht erwerbsfähig sind, stecken in der Grundversorgung fest. „Selbst Pensionsansprüche aus der Ukraine, die meist zwischen 50 und 100 Euro ausmachen, werden vom ausbezahlten Betrag der Grundversorgung abgezogen“, so Marion Huber, Vorstandsmitglied der Caritas OÖ.

Caritas fordert Maßnahmen und langfristige Perspektive

„Wir müssen den Menschen eine langfristige Perspektive geben und fordern Maßnahmen, die geeignete Rahmenbedingungen für eine Integration bieten: Dazu gehört ein Aufenthaltstitel, der auch nach März 2025 einen Verbleib in Österreich ermöglicht. Nur so können längerfristige Arbeits- und Mietverträge abgeschlossen werden. Außerdem ist es ein verstärkter Anreiz, Deutsch zu lernen oder mehrjährige Ausbildungen und aufwändige Nostrifizierungsprozesse zu beginnen“, ist Huber überzeugt. „Durch den Zugang zur Sozialhilfe wäre eine Absicherung im Bedarfsfall gewährleistet. Ebenso braucht es für die Menschen Zugang zum gemeinnützigen Wohnbau.“

Eine langfristige Perspektive und Klarheit, wie es nach 2025 weitergeht, forderte zuletzt auch Integrations-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer.

Mehr zu Thema: 61,3 Prozent der Ukrainer in Oberösterreich in Arbeit

Integrations-Projekte zur Unterstützung

Die Caritas unterstützt mit Angeboten wie Beratungen, Sprachcafés, Lernbegleitung oder psychologischen Angeboten, aber auch Beratungen zu Behördengängen oder zum Schulsystem. Eine wichtige Anlaufstelle ist das Begegnungszentrum „Point of Ukraine“ am Linzer Südbahnhofmarkt, betrieben vom Verein Ukrainische Community in OÖ gemeinsam mit der Caritas, unterstützt vom Land OÖ.

Die Integration in der Arbeitswelt fördern beispielsweise die Caritas-Projekte „Connect U“ oder FEMily speziell für Frauen.

Im Integrationszentrum Paraplü in Steyr gibt es auch beispielsweise einen Deutschclub für Ukraine-Geflüchtete, auch in den Caritas-Lerncafés und in der Lernbegleitung wurden zusätzliche Plätze für ukrainische Kinder geschaffen. Im Projekt „Rückenwind“ werden ukrainische Eltern speziell zu Schul- und Bildungsrelevanten Fragen betreut oder auch zu Gesprächen an Schulen begleitet.

 


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Was sich bei Notfällen und OP-Wartezeiten in den oö. Spitälern verbessert

Was sich bei Notfällen und OP-Wartezeiten in den oö. Spitälern verbessert

OÖ/LINZ/ROHRBACH. Das oö. Gesundheitssystem ist in einer angespannten Situation, vor einem Jahr war es besonders häufig in den Schlagzeilen ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Wer zahlt, kommt schneller dran? AK-Studie zu Wartezeiten bei OP-Terminen in OÖ

Wer zahlt, kommt schneller dran? AK-Studie zu Wartezeiten bei OP-Terminen in OÖ

OÖ/LINZ. Die Arbeiterkammer (AK) OÖ kritisiert lange Wartezeiten bei geplanten Operationen – und kritisiert zudem mögliche Wartelisten-Vorreihungen. ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Die Gewinner des Caesar Kommunikationspreises 2026 stehen fest

Die Gewinner des Caesar Kommunikationspreises 2026 stehen fest

OÖ/LINZ. Beim oö. Kommunikationspreis CAESAR sind am Mittwochabend im Posthof Linz 36 Arbeiten ausgezeichnet worden. Je zwölf erhielten Gold, ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
SPÖ Oberösterreich will anschieben statt aufschieben

SPÖ Oberösterreich will "anschieben statt aufschieben"

OÖ/LINZ. Die SPÖ Oberösterreich hat am Mittwoch ihre Herbstkampagne für die Landtagswahl 2027 in Oberösterreich präsentiert. Sie will „#Anschieben ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Seiter folgt Gasselsberger als deutscher Honorarkonsul in OÖ

Seiter folgt Gasselsberger als deutscher Honorarkonsul in OÖ

LINZ. Martin Seiter ist neuer Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Oberösterreich. Der designierte Generaldirektor der Oberbank wurde ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Verkürztes Lehramtsstudium startet mit höheren Anmeldezahlen

Verkürztes Lehramtsstudium startet mit höheren Anmeldezahlen

OÖ/LINZ/SALZBURG. Kurz nach dem Start des reformierten Lehramtsstudiums Sekundarstufe Allgemeinbildung wird in Oberösterreich und Salzburg ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Weitere Beiträge