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Caritas kritisiert mangelnde Perspektive für Ukraine-Geflüchtete

Tips Logo Karin Seyringer, 23.02.2024 10:48

OÖ/LINZ. Seit zwei Jahren herrscht Krieg in der Ukraine, rund 7.000 Ukraine-Vertriebene leben aktuell in Oberösterreich. Unterstützt werden sie auch von der Caritas – diese kritisiert, dass eine langfristige Perspektive fehle und viele trotz Zugang zum Arbeitsmarkt immer noch in der Grundversorgung feststecken.

In Linz wird der Point of Ukraine betrieben, Leiterin Catherine Spöck (r.) mit den Mitarbeiterinnen Yevheniia Prots, Viktoriia Mausz und Oksana Kuzo (v. l.) (Foto: Caritas)
In Linz wird der Point of Ukraine betrieben, Leiterin Catherine Spöck (r.) mit den Mitarbeiterinnen Yevheniia Prots, Viktoriia Mausz und Oksana Kuzo (v. l.) (Foto: Caritas)

Ein Großteil der geflüchteten Menschen aus der Ukraine sind Frauen mit Kindern. Trotz Zugang zum Arbeitsmarkt gibt es Hürden beim Einstieg in das Berufsleben, wie lange Wartezeit auf die Anerkennung von Berufsausbildungen oder Ungewissheit auf Seiten der Arbeitgeber, wie es mit dem Aufenthaltsstatus weitergeht.

Aktuell erhalten Vertriebene ebenso wie Asylwerbende die Leistungen aus der staatlichen Grundversorgung: monatlich 260 Euro Verpflegungsgeld, zweimal jährlich Bekleidungsgutscheine und 165 Euro Mietzuschuss, wenn die Vertriebenen in einer eigenen Wohnung leben. Mit Eintritt in einen Vollzeitjob endet die Grundversorgung. Wird die Person dann allerdings arbeitslos, fällt sie wieder in die Grundversorgung zurück und bekommt kein Arbeitslosengeld, wie es im Gegensatz dazu bei anerkannten Flüchtlingen der Fall ist. Eine große Hürde bei der Integration sei auch der Mangel an leistbarem Wohnraum.

Gerade Menschen in Pension oder jene, die nicht erwerbsfähig sind, stecken in der Grundversorgung fest. „Selbst Pensionsansprüche aus der Ukraine, die meist zwischen 50 und 100 Euro ausmachen, werden vom ausbezahlten Betrag der Grundversorgung abgezogen“, so Marion Huber, Vorstandsmitglied der Caritas OÖ.

Caritas fordert Maßnahmen und langfristige Perspektive

„Wir müssen den Menschen eine langfristige Perspektive geben und fordern Maßnahmen, die geeignete Rahmenbedingungen für eine Integration bieten: Dazu gehört ein Aufenthaltstitel, der auch nach März 2025 einen Verbleib in Österreich ermöglicht. Nur so können längerfristige Arbeits- und Mietverträge abgeschlossen werden. Außerdem ist es ein verstärkter Anreiz, Deutsch zu lernen oder mehrjährige Ausbildungen und aufwändige Nostrifizierungsprozesse zu beginnen“, ist Huber überzeugt. „Durch den Zugang zur Sozialhilfe wäre eine Absicherung im Bedarfsfall gewährleistet. Ebenso braucht es für die Menschen Zugang zum gemeinnützigen Wohnbau.“

Eine langfristige Perspektive und Klarheit, wie es nach 2025 weitergeht, forderte zuletzt auch Integrations-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer.

Mehr zu Thema: 61,3 Prozent der Ukrainer in Oberösterreich in Arbeit

Integrations-Projekte zur Unterstützung

Die Caritas unterstützt mit Angeboten wie Beratungen, Sprachcafés, Lernbegleitung oder psychologischen Angeboten, aber auch Beratungen zu Behördengängen oder zum Schulsystem. Eine wichtige Anlaufstelle ist das Begegnungszentrum „Point of Ukraine“ am Linzer Südbahnhofmarkt, betrieben vom Verein Ukrainische Community in OÖ gemeinsam mit der Caritas, unterstützt vom Land OÖ.

Die Integration in der Arbeitswelt fördern beispielsweise die Caritas-Projekte „Connect U“ oder FEMily speziell für Frauen.

Im Integrationszentrum Paraplü in Steyr gibt es auch beispielsweise einen Deutschclub für Ukraine-Geflüchtete, auch in den Caritas-Lerncafés und in der Lernbegleitung wurden zusätzliche Plätze für ukrainische Kinder geschaffen. Im Projekt „Rückenwind“ werden ukrainische Eltern speziell zu Schul- und Bildungsrelevanten Fragen betreut oder auch zu Gesprächen an Schulen begleitet.

 


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