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OÖ. Eigenen Strom erzeugen und mit den Nachbarn teilen, unabhängig werden von den Preissprüngen der internationalen Energiemärkte, sichere Selbstversorgung auch in Notzeiten – die Idee der Energiegemeinschaften beflügelt schon seit längerem die Phantasie.

Die meisten Energiegemeinschaften produzieren Strom lokal und verbrauchen ihn auch lokal. Die fehlenden Transportwege sorgen für mehr Effizienz. (Foto: Gina Sanders/stock.adobe.com)

Erneuerbare Energiegemeinschaften sollen einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten, zudem soll das Stromsystem insgesamt effizienter werden, wenn immer mehr elektrische Energie nicht über weite Strecken transportiert, sondern lokal produziert und lokal verbraucht wird. „Die österreichische Klimastrategie setzt zu Recht große Hoffnungen in die Erneuerbaren Energiegemeinschaften“, sagte die Sprecherin des Forums Versorgungssicherheit, Brigitte Ederer, „das ist sehr im Sinne der Verteilernetzbetreiber, die ebenfalls Energiegemeinschaften befürworten und unterstützen.“

Netzbetreiber übernimmt Messung und Verrechnung

In der Praxis gibt es allerdings sehr unterschiedliche Anforderungen, es stehen auch unterschiedliche Modelle von Gemeinschaften zur Auswahl. Den Netzbetreibern kommt in allen Fällen eine wichtige Rolle zu, wie der Geschäftsführer der Linz Netz GmbH, Johannes Zimmerberger, bekräftigt: „Die Erfassung der Verbrauchswerte durch Smart Meter ist eine unbedingte Voraussetzung. Diese Messung und die Verrechnung auch innerhalb der Gemeinschaft wird von den Netzbetreibern übernommen.“

Drei Formen von Gemeinschaften

Schon in der Vergangenheit gab es das Modell der Gemeinschaftlichen Erzeugungsanlagen, wo sich alle Teilnehmenden innerhalb eines Gebäudes oder eines Objekts befinden. Dabei wird der Strom – zum Beispiel von gemeinsam finanzierten PV-Modulen auf dem Dach – unter allen Mietern aufgeteilt. Allfälliger zusätzlicher Bedarf kommt aus dem öffentlichen Netz. Für die Energie, die im Haus verbraucht wird, müssen weder Netzgebühren noch Abgaben wie die Elektrizitätsabgabe oder die Ökostromabgabe abgeführt werden.

Zukunftsmodell

Ein wichtiges Zukunftsmodell sollen die Erneuerbaren Energiegemeinschaften sein, bei denen dezidiert die Stromerzeugung aus ausschließlich erneuerbaren Quellen Voraussetzung ist. Je nach Umfang kann eine Erneuerbare Energiegemeinschaft lokal sein (innerhalb des Versorgungsbereichs einer Trafostation) oder regional (innerhalb des Versorgungsgebiets eines Umspannwerks). Die Erneuerbaren genießen ebenfalls reduzierte Netznutzungsentgelte und sind von einigen Abgaben befreit.

Überregionale Gemeinschaften

Die dritte Form, die das Gesetz vorsieht, ist die Bürgerenergiegemeinschaft. Sie ist geografisch nicht beschränkt, Strom kann quer durch das Bundesgebiet überall in Österreich bezogen oder geliefert werden. Diese Gemeinschaften stellen keinen Anspruch auf Klimaschutz, es gibt keine Beschränkung auf Erneuerbare Energien. Zimmerberger: „Das sind reine Stromtausch-Gemeinschaften, für die gibt es daher auch keine Vergünstigungen bei Netzgebühren und Abgaben.“


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