Jugendschutz in Oberösterreich: Steigende Nachfrage bei Workshops zu Cybermobbing
LINZ. Smartphones gehören für Kinder und Jugendliche mittlerweile zum Alltag. Doch die digitale Welt birgt ihre Gefahren: Von sexuellen Inhalten über Cybermobbing bis hin zum richtigen Umgang mit Messenger-Diensten bietet die Jugendschutzkommission OÖ darum Workshops zur Prävention und Aufklärung an Schulen an. Die Nachfrage nach den Workshops zu Cybermobbing und dem Umgang mit Messenger-Diensten sind so groß, dass erst im Herbst wieder Termine buchbar sind. Das Angebot wird ausgebaut.

„Smartphones sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken und gehören bei Kindern und Jugendlichen mittlerweile zum Alltag. Der Zugang zu schädlichem Material wie sexuellen Inhalten, Cybermobbing oder die Suchtgefahr bei Nutzung von Spielen auf Mobiltelefonen stellen den Jugendschutz vor große Herausforderungen“, erklärte Jugendschutz-Landesrat Michael Lindner (SPÖ) am Dienstag vor Presse in Linz.
Darauf reagierte die Gruppe Jugend des Landes OÖ mit drei Workshops:
- „Smartphone - aber sicher“
- „Cybermobbing“
- „Snapchat, WhatsApp & Co.“
In jeweils zwei Unterrichtseinheiten pro Thema vermitteln pädagogische Fachkräfte an Schulen die Gefahren und Auswirkung im Internet.
Cybermobbing ist keine Seltenheit
Laut Christa Pacher, Leiterin der Gruppe Jugend, haben immer mehr Jugendliche bereits erlebt, dass jemand Lügen über sie im Internet verbreitet oder peinliche Fotos in ein soziales Netzwerk stellt.
Das spiegelt sich auch an der Zahl der dazu durchgeführten Workshops wider: 2022 waren es 105, ein Jahr darauf bereits 139. Und auch dieses Jahr gab es bis März schon 67 solcher Veranstaltungen mit Jugendlichen in der 5. bis 9. Schulstufe. Die Teilnehmer erfahren hier die Gründe für Cybermobbing, rechtliche Konsequenzen und erhalten vor allem wichtige Tipps, wie man sich gegen Cybermobbing wehren kann. Nach dem Motto „Was du nicht willst, das tu auch keinem anderen an“ wird unter anderem eine Art Rollentausch durchgespielt: „Die Betroffenheit und der persönliche Bezug sind entscheidend. Bei den Workshops überlegen wir uns mit den Kindern, was wäre, wenn ich der Gemobbte wäre: Wie würde ich mich dabei fühlen, wenn mir so etwas passiert?“, erläutert Pacher.
Verantwortungsbewusster Umgang mit Messenger-Diensten
Noch größeren Bedarf an Aufklärungs- und Präventionsarbeit gibt es beim Umgang mit Messenger-Diensten: Waren es 2022 noch 53 Workshops zu „Snapchat, WhatsApp & Co“, so stieg diese Zahl im Folgejahr auf 132. Bis März 2024 waren es bereits 81.
Im Rahmen dieses Kurses werden zum Beispiel wichtige Verhaltensregeln für die neuen Medien, also auch der Umgang miteinander in Online-Chaträumen wie WhatsApp erarbeitet. Diese werden von den Jugendlichen auch tatsächlich unterschrieben.
Immer mehr in Fokus rücke auch das Thema Datenschutz und das Recht am eigenen Bild.
Angebot wird ausgebaut
Angesichts der steigenden Nachfrage am Workshop erklärt Lindner, als Vorsitz der Jugendschutzkommission, das Angebot Jahr für Jahr ausbauen und auch die Ressourcen dafür erweitern zu wollen.
Vielfältige weitere Angebote
Für Kinder in der 3. und 4. Schulstufe bietet die Jugendschutzkommission den Workshop „Smartphone - aber sicher“ an. „Kettenbriefe“, „Meine Lieblings-App“, „Spielen im Netz“ und „Die ganze Welt in meinem Handy“, sind nur einige der Themen, die mit den Volksschülern ausgearbeitet werden.
Für Jugendliche ab der 7. Schulstufe gibt es Vorträge und allgemeine Informationsveranstaltungen zum Jugendschutzgesetz in Oberösterreich. Das Programm „Rauchen? War gestern!“ soll Jugendliche ab der 10. Schulstufe beim Nicht-Rauchen, sowie gegen andere gesundheitsschädliche Verhaltensweisen unterstützen.
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