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Ergebnis der Europawahl wird auch für den Klimaschutz in Oberösterreich entscheidend sein

Tips Logo Marlis Schlatte, 11.04.2024 12:19

OÖ/BRÜSSEL. Die Wahl zum Europäischen Parlament steht heuer im Juni an und auch hier ist der Klimawandel zentrales Thema. Während im Green Deal das Ziel gesetzt wird, bis 2050 klimaneutral zu sein, stellt sich die Frage, wie in Europa, in den einzelnen Ländern und Regionen weiter damit umgegangen wird.

Landesrat Stefan Kaineder besuchte die Organisation "Canal it up", welche den Brüsseler Kanal vom Müll befreien will. (Foto: Tina Gerstmair)
photo_library Landesrat Stefan Kaineder besuchte die Organisation "Canal it up", welche den Brüsseler Kanal vom Müll befreien will. (Foto: Tina Gerstmair)

Gemeinsam mit einer Delegation aus Oberösterreich besuchte Umwelt- und Klimalandesrat Stefan Kaineder (Grüne) das Europäische Parlament in Brüssel und traf dort unter anderem Thomas Waitz. Der österreichische Politiker (Grüne) und Biobauer ist Mitglied des Europäischen Parlaments und setzt sich unter anderem für nachhaltige Landwirtschaft und den Schutz der Biodiversitäten ein. Im gemeinsamen Austausch wurden unter anderem das Naturwiederherstellungsgesetz, die Zukunft der Wälder und Folgen des Klimawandels in der Landwirtschaft thematisiert. Gerade wenn es um den Klimaschutz geht, müsse man das Gemeinsame vor das Trennende stellen, so Waitz und Kaineder.

Hoffnung auf höhere Wahlbeteiligung

Auch mit Othmar Karas, erster Vizepräsident des EU-Parlaments, wurde über die Zukunft des Klimas gesprochen. „Der Klimawandel kann nicht nur national beantwortet werden“, betont Karas, es brauche hier ein gemeinsames Vorgehen und Zusammenhalt in Europa. In Hinblick auf die Wahl zum Europäischen Parlament, welche in Österreich am 9. Juni stattfindet, sieht Karas nun mehr öffentliches Interesse der Bürger, als es bei der vergangenen Wahl im Jahr 2019 gegeben hat. Er rechne heuer mit einer höheren Wahlbeteiligung (59,8 Prozent der Wahlberechtigten in Österreich gaben 2019 ihre Stimme ab).

Wie es mit dem Umgang mit dem Klimawandel in den einzelnen Ländern und Regionen, auch in Oberösterreich, weitergeht, dafür werde das Ergebnis der Europawahl eine große Rolle spielen, so Landesrat Kaineder: „Ich habe den Eindruck, dass die europäische Union sehr robust ist - entscheidend wird aber sein, wie die Parteien der Mitte miteinander arbeiten werden. Eine große Errungenschaft der letzten Legislaturperiode ist der Green Deal. Die Grundlage dafür wurde nun gesetzt, jetzt geht es um die Umsetzung, auch in den einzelnen Regionen.“

„GoodPlanet“ und „Canal it up“

In Brüssel geht es nicht nur im Europäischen Parlament um das Thema Klimaschutz, auch zahlreiche Organisationen und NGO's widmen sich diesem Thema intensiv. Die Delegation aus Oberösterreich besuchte etwa „GoodPlanet Belgium“. Die gemeinnützige Organisation rund um Direktor Jo Van Cauwenberge bietet Kurse und Workshops vor allem für Kinder und Jugendliche an und will damit die Brüsseler Bevölkerung zu den wichtigen Nachhaltigkeitsfragen der Zeit sensibilisieren.

Ein großes Problem in Brüssel stellt der Müll in den Gewässern dar. Die Organisation „Canal it up“ möchte dem entgegenwirken und organisiert Kajak-Fahrten, bei denen Müll aus dem Brüsseler Kanal gefischt wird. Damit wird das Problem natürlich nicht gelöst, wie Initiator Pieter betont, dafür müsste man an der Ursache ansetzen. Mit den Kajak-Müllsammel-Touren möchte die Organisation ein Zeichen setzen und auf ihre Forderung, das Müllproblem zu lösen und den Kanal als Lebensraum zu attraktivieren, aufmerksam machen.

Einen konkreten Lösungsvorschlag wird von „Canal it up“ auch gleich geliefert. Bewachsene und bewegliche Müllbarrieren sollen den treibenden Müll aufhalten und aus dem Wasser hinaus leiten. Damit könnte verhindert werden, dass der Müll weiter in die Senne gelangt. Außerdem sollen Baumaßnahmen am Ufer verhindern, dass der Müll überhaupt ins Wasser kommt und einen attraktiveren Platz für Bürger schaffen.


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