Freitag 24. Mai 2024
KW 21


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

Bericht der Lebensmittelaufsicht 2023: Sechs Betriebe wegen Kakerlakenbefalls geschlossen

Tips Logo Anna Fessler, 16.04.2024 16:16

OÖ. Die Oberösterreichische Lebensmittelaufsicht hat ihren Tätigkeitsbericht für 2023 präsentiert. Von 4.251 begutachteten Proben waren 12 gesundheitsschädlich, nach 6.734 Betriebskontrollen wurden 8 Betriebe behördlich geschlossen – sechs davon wegen Kakerlakenbefalls. Auch das „Wirtshaussterben“ bestätigte der Bericht.

Acht Betriebe schloss die Lebensmittelaufsicht in Oberösterreich 2023, sechs davon aufgrund von Kakerlakenbefall. (Foto: torook/stock.adobe.com)
Acht Betriebe schloss die Lebensmittelaufsicht in Oberösterreich 2023, sechs davon aufgrund von Kakerlakenbefall. (Foto: torook/stock.adobe.com)

Die 30 Lebensmittelkontrolleure des Landes OÖ führten im Jahr 2023 rund 4.170 risikobasierte Probeziehungen und annähernd 6.750 Betriebskontrollen durch. Die konsequenten Kontrollen hätten zwar zu Verbesserungen geführt, die Tätigkeit zeige aber auch Problemfelder wie fehlendes qualifiziertes Personal auf, so Landesrat Stefan Kaineder (Grüne).

Auch sehe man einen Rückgang bei den klassischen Wirtshäusern und einen Trend zur Systemgastronomie (wie Pizza- oder Kebaplokale). „Rund ein Viertel weniger traditionelle Wirtshäuser als noch vor zehn Jahren gibt es in Oberösterreich. Ein dramatischer Rückgang, der klarerweise auch den Lebensmittelaufsichtsorgangen nicht verborgen bleibt“, so Kaineder.

12 entnommene Verdachtsproben gesundheitsschädlich

Bei den Kontrollen wurden vergangenes Jahr 543 Betriebe zur Abstellung von wahrgenommenen Verstößen aufgefordert. 131 Mal wurden zusätzlich erforderliche kostenpflichtige Kontrollen durchgeführt. Von den entnommenen Verdachtsproben wurden 64 beanstandet, 12 waren gesundheitsschädlich. Damit liege man im langjährigen Mittel, „aber natürlich ist jede Beanstandung wegen einer Gesundheitsgefährdung um eine zu viel“, so Kaineder.

Lebensmittelkontrolleure: Vielschichtige Aufgaben, wachsende Anforderungen

Ab 2025 werden 5 neue Mitarbeiter, die derzeit die einjährige Ausbildung durchlaufen, das Team der Lebensmittelaufsicht verstärken. Die Anforderungen wachsen ständig, Spezialisierungen werden immer wichtiger, weswegen es bereits Fachexperten für zugelassene Milch- und Fischverarbeitungsbetriebe oder Zusatzstoffe gibt. Das Aufgabengebiet ist vielschichtiger als vielfach angenommen: Neben der Genusstauglichkeit testen die Kontrolleure auch auf Radioaktivität und Gentechnik, die Kontrollen umfassen auch Kosmetika, Küchenutensilien und Spielzeug. In den Überwachungsbereich der Lebensmittelaufsicht fallen auch Bezeichnungen wie „geschützte traditionelle Spezialität“.

Warnmeldungen am häufigsten wegen Salmonellen

Auch für Warnmeldungen ist die Lebensmittelaufsicht zuständig, im Jahr 2023 gingen über das Europäische Schnellwarnsystem 235 Meldungen zu Lebensmittteln und 1.163 Meldungen betreffend Gebrauchsgegenstände und Kosmetika ein. Aus anderen Bundesländern kamen 321 Warnmeldungen. Am häufigsten wurden dabei Gefahren (in absteigender Reihenfolge) wie Salmonellen, Fremdkörper und Rückstände von Atropin, Scopolamin, Pyrrolizidinalkaloiden gemeldet. Letzteres lässt auf eine unsaubere Verarbeitung schließen. Die Warengruppen mit der höchsten Beanstandungsquote waren Fertigprodukte, Mehl und Mehlmischungen, Geflügelprodukte, Obst und Gemüse.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden