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OÖ. Die steigenden Mieten belasten die oberösterreichischen Haushalte – das spiegelt auch der aktuelle AK-Wohnzufriedenheitsindex wieder. Mehr als die Hälfte der AK-Mitglieder in Oberösterreich beurteilt die Leistbarkeit ihrer Wohnsituation derzeit als kritisch bis schlecht.

Die AK rechnet damit, dass sich der Trend zu steigenden Mieten weiterhin fortsetzt. (Foto: nicoletaionescu/stock.adobe.co)

Laut Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich zahlten Mieter im Vorjahr noch durchschnittlich 761 Euro an Miete, heuer sind es im zweiten Quartal 2024 bereits 783 Euro. Die Mietpreise pro Quadratmeter stiegen im Vergleich zum Jahr 2023 am privaten Mietenmarkt um rund sechs Prozent (9,7 Euro auf 10,3 Euro, Medianwert). Im geförderten Wohnbau stiegen sie um rund vier Prozent (9 Euro auf 9,3 Euro, Medianwert). Anhand der bisherigen Entwicklungen des Wohnzufriedenheitsindex für das erste Halbjahr 2024 zeichne sich ab, dass die Mieten auch weiterhin steigen werden.

Hälfte der Befragten sieht schlechte Leistbarkeit

Dementsprechend beurteilen die AK-Mitglieder in Oberösterreich auch die Leistbarkeit ihrer Wohnsituation: mehr als die Hälfte sehen diese derzeit als kritisch bis schlecht an. Besonders Menschen mit einem Einkommen von weniger als 1.350 Euro stehen bei den Wohnkosten unter Druck: Hier bewerten 8 von 10 AK-Mitgliedern die Leistbarkeit ihrer Wohnsituation als kritisch oder schlecht. Auch sind jene besonders belastet, die aktuell auf Arbeitssuche oder in Karenz sind, die in Teilzeit arbeiten oder unter 30 sind.

Für die AK greift die Mietpreisbremse der Bundesregierung zu wenig, auch dazu wurden die Mitglieder befragt: 6 von 10 Personen gaben dabei an, dass sich die finanzielle Belastung durch Mietkosten durch die Mietpreisbremse „eher nicht“ oder „gar nicht“ verbessert habe. 15 Prozent der Befragten spürten durch die Maßnahme „eher“ oder sogar „starke“ Verbesserungen. 

Auch die Caritas berichtete im April, dass die hohen Kosten fürs Wohnen immer mehr Menschen in Sozialberatungsstelle in Linz treibe: Bei mehr als der Hälfte der Beratungen ging es dabei um Probleme mit Wohn- und Energiekosten.

AK fordert Mietpreisbremse, Wohnbonus, mehr gemeinnützige Wohnungen und Leerstandsabgabe

AK-Präsident Andreas Stangl fordert daher eine Mietpreisbremse für sämtliche Mietformen – rückwirkend ab Jänner 2023. Konkret soll nur mehr eine Mieterhöhung pro Jahr zulässig sein, diese darf maximal zwei Prozent betragen. Abhilfe schaffen soll auch ein Wohnbonus in Höhe von zehn Prozent der Wohnkosten bis zu maximal 800 Euro für alle Beschäftigten. Weiters fordert Stangl zumindest 2.800 neue gemeinnützige Wohnungen pro Jahr. Zur Finanzierung soll das Land laut Stangl auch die Mittel des Wohnbaupakets der Bundesregierung nutzen. Schließlich brauche es eine Leerstandsabgabe: „Jede leerstehende Wohnung verringert das Angebot am Markt und schadet so Menschen auf der Suche nach leistbarem Wohnraum“, so der AK-Präsident.

Der AK Wohnzufriedenheitsindex

Der AK Wohnzufriedenheitsindex soll Ängste, Sorgen sowie Bedürfnisse zum Thema Wohnen aufzeigen. Er hat eine Spannweite von 0 (maximal negativ) bis 100 (maximal positiv). Die aktuelle Erhebung unter 800 Beschäftigten fand im April 2024 statt. Der Gesamtindexwert liegt unverändert bei 69 Punkten.


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