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"Polizei trifft Lebenshilfe": Oberösterreichisches Pilotprojekt schult Polizisten im Umgang mit Behinderten

Tips LogoAnna Fessler, 26.06.2024 12:07

LINZ. Bei dem österreichweit einzigartigen Pilotprojekt „Polizei trifft Lebenshilfe“ lernen Polizeischüler den Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung.

  1 / 3   Beim Aktionstag „Polizei trifft Lebenshilfe“ bekamen Klienten der Lebenshilfe einen direkten Einblick in die Arbeit der Polizei. Am Bild: Soziallandesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (4.v.r.), Oberstleutnant Jasmin Reiter (3.v.r.), Landespolizeidirektor-Stellvertreter Rudolf Keplinger (2.v.r.) und Brigadier i.R. Erwin Spenlingwimmer (4.v.l.) mit angehenden Polizisten und Klienten der Lebenshilfe. (Foto: Land OÖ/Antonio Bayer)

Die Sicherheitsakademie der Polizei Oberösterreich organisierte im Zuge des Projekts einen Aktionstag, bei dem 25 Klienten der Lebenshilfe Einblick in die Arbeit der Polizei nehmen konnten. Die angehenden Polizisten stellten sich vor und führten unter anderem Einsatztechniken, Ausrüstung und Polizeiautos vor.

Polizeibeamte werden im Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung geschult

„Polizei trifft Lebenshilfe“ ist Teil der Ausbildung für angehende Polizisten. Beide Seiten sollen davon profitieren. Zum Einen soll damit sichergestellt werden, dass Vertreter der Exekutive Menschen mit unterschiedlichen Formen der Beeinträchtigung gleichberechtigt und auf Augenhöhe behandeln. Die Polizisten trainieren dabei auch gesondert spezielle Kommunikationsfähigkeiten, die im Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung gegebenenfalls erforderlich sein können. Durch die Schulung sollen Beamte zudem effizienter und angemessen auf Notfälle und besondere Situationen im Zusammenhang mit beeinträchtigten Personen reagieren können.

„Es ist uns wichtig, für alle Menschen da zu sein – explizit dabei auch für Menschen mit Behinderungen. Solche Tage sind daher wichtig und auch da, um dazuzulernen, wie man mehr Sicherheit im sorgfältigen Umgang mit beeinträchtigen Menschen bekommt“, fasst Landespolizeidirektor-Stellvertreter Rudolf Keplinger zusammen.

Sozial-Landesrat Hattmannsdorfer: „Sollte österreichweit Teil der Polizeiausbildung sein“

Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer spricht sich dafür aus, dass ein solches Modul österreichweit Teil der Polizeiausbildung wird und resümiert: „Oberösterreichs Polizei ist mit dem Pilotprojekt „Polizei trifft Lebenshilfe“ Vorbild: Die Polizeischülerinnen und Polizeischüler lernen im Rahmen ihrer Ausbildung bei der Sicherheitsakademie der Polizei den richtigen Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigungen und können dabei voneinander lernen.“

Was es bereits österreichweit in der Polizeiausbildung gibt, ist das E-Learning „Menschen mit Behinderungen – Erkennen/Bedenken/Handeln“, dass am 11. April 2023 vom Innenministerium präsentiert wurde. Dieses wurde in enger Kooperation mit Menschen mit Behinderung erstellt. Das E-Learning bietet eine Einführung in die Thematik, bei der auch auf Vorurteile gegenüber Menschen mit Beeinträchtigung eingegangen wird. Im zweiten Modul geht es um Begriffe wie Exklusion und um Themen wie persönliche Assistenz und Therapiebegleithunde. Im dritten Schritt erhalten die Polizeischüler Handlungsempfehlungen für verschiedene Situationen. Im abschließenden Modul geht es um Gebärdensprach, Brailleschrift und Leichter Lesen. Neu am oberösterreichischen Projekt ist das direkte Aufeinandertreffen von Menschen mit Behinderung und der Polizei.


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