Oberösterreich kämpft um Wettbewerbsfähigkeit
OÖ/LINZ. Oberösterreichs Wirtschaftskammer-Präsidentin Doris Hummer warnt vor einem Wohlstandsverlust in Folge der mauen Wirtschaftslage im Land und fordert Entlastungen. Ein Symposium in Linz mit Standortvertretern, dem AMS und mehr als 200 Experten soll zudem Lösungsvorschläge für eine erfolgreiche Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik erarbeiten. Von Christoph Steiner

Der Standort Oberösterreich droht im internationalen Vergleich immer mehr an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Davor warnt WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer eindringlich - und auch AMS-Chef Johannes Kopf sprach am Mittwoch in Linz von den Industriebundesländern Oberösterreich und Steiermark als Sorgenkindern. „Wenn wir ein 0-Prozent Wachstum schaffen, müssen wir zufrieden sein“, so Hummer und sieht aktuell die wirtschaftliche Talsohle noch nicht erreicht. „Wir sind noch nicht ganz unten angekommen“, so die WKOÖ-Präsidentin, die vor einem Wohlstandsverlust im Land warnt. „Die aktuell schwache internationale Nachfrage, aber auch die schlechtere Wettbewerbsfähigkeit durch die im europäischen Vergleich deutlich höher gestiegenen Lohnstückkosten schwächen nunmehr den ganzen österreichischen Arbeitsmarkt“, betont auch Kopf.
Entlastung nötig
Hummer fordert daher dringend Entlastung: „Österreich hat die vierthöchste Belastung des Faktors Arbeit in der OECD. Die Lohnnebenkosten sind gemessen am Bruttolohn um 5 Prozent höher als in Deutschland. Erklärtes Ziel ist es, mittelfristig die Lohnnebenkosten um 3,7 Prozentpunkte zu senken.“ Gestaltungsspielraum sieht sie hier etwa beim Familienlastenausgleichsfonds. Dazu fordert sie einmal mehr eine Entbürokratisierung in vielen Bereichen.
Im Rahmen des Fachsymposiums „Now4Tomorrow“ sollen in Linz gemeinsam mit Standortpartnern, dem AMS und mehr als 200 Experten aus heimischen Betrieben Lösungsvorschläge für eine erfolgreiche Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik erarbeitet werden. Im Fokus stehen dabei die Themen „Internationale Fachkräfte“, „Arbeitsformen und Rahmenbedingungen der Zukunft“, „Krisensichere Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik“ sowie „Gesundheit und Produktivität“.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden