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Für 200.000 Kinder und Jugendliche in Oberösterreich geht's zurück an die Schule

Tips Logo Karin Seyringer, 06.09.2024 16:07

OÖ. Für rund 200.000 Schüler und 21.000 Lehrkräfte beginnt in Oberösterreich am Montag das neue Schuljahr. Über 15.000 Taferlklassler sind dieser Tage wohl besonders aufgeregt. Bildungsminister Martin Polaschek, LH-Stellvertreterin Christine Haberlander und OÖ. Bildungsdirektor Alfred Klampfer betonen zum Schulstart einige Neuerungen.

 (Foto: Gerhard Seybert/stock.adobe.com)
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Für 114.719 Kinder geht es im Pflichtschulbereich in Oberösterreich ins Schuljahr 2024/25, 15.253 Kinder haben am Montag ihren überhaupt ersten Schultag. „Ein großer Tag, wir wüschen den Kindern und Eltern alles Gute“, so Haberlander.

24.395 Schüler sind es an den Berufsschulen, 3.335 an den LWBFS und in Summe 199.742 an den AHS und BMHS. Besonders ein Plus von 3,92 bei den Schülerinnen-Zahlen im Vergleich zum vergangenen Schuljahr an den BAfEPs (Bildungsanstalten für Elementarpädagogik) freut Bildungs-Landesrätin Haberlander und verweist auf Maßnahmen zur Attraktivierung des Berufs in Oberösterreich.

Mehr Schulsozialarbeit, mehr Assistenzkräfte

Ausgebaut wird in Oberösterreich die Schulsozialarbeit, von 52 auf 62 Vollzeitstellen, und das psychosoziale Unterstützungspersonal (kontinuierliche Betreuung an mindestens 18 neuen Schulstandorten). Die zusätzlichen zehn Vollzeitstellen bringen das Angebot an 50 weitere Pflichtschulen. 710.000 Euro investiert das Land OÖ in den Ausbau. „Es gibt sehr viele Angebote, das müssen wir den Kindern und Jugendlichen noch nahebringen, damit es auch wirklich in Anspruch genommen wird“, so Minister Polaschek. Um von administrativen Tätigkeiten zu entlasten, wurden neue administrative Assistenzkräfte eingestellt, aktuell sind es 135.

Schulbau

Bei der Infrastruktur der Pflichtschulen in OÖ befinden sich aktuell 145 Projekte mit Gesamtkosten von rund 463 Millionen Euro im aBau- und Finanzierungsprogramm in Oberösterreich. 114 Projekte mit geschätzten Kosten von rund 278 Millionen Euro würden sich im Planungsstadium auf Gemeindeebene befinden, so Haberlander. „Das sind große Investitionen nicht nur in die Schule und die Kinder, sondern auch in die heimische Wirtschaft, die vom Schulbau stark profitiert.“

Problem mangelnde Deutschkenntnisse

Gerade in Ballungszentren gebe es mittlerweile Klassen mit 100 Prozent Kindern mit Migrations-Hintergrund. Damit sich die Lehrkräfte wieder auf ihre pädagogische Arbeit konzentrieren könnten, fordert Polaschek die Einführung von sogenannten Intensivsprachlernkursen und Wertevermittlung an ausgewählten Standorten, die den Deutschförderklassen vorgelagert sind. Als Beispiel wo dies bereits gemacht werde, nennt er die Niederlande. „Ich halte nichts davon, dass Schüler in einen Regelschulbetrieb kommen, die nicht Deutsch können, die keine Ahnung haben von unserer Kultur und unseren Werten.“

Eine Forderung, die Haberlander unterstützt: „Ich halte das für ganz wichtig und fordere die rasche Umsetzung. Ich kann Kinder nicht einfach in eine Klasse werfen, die nötige Deutschförderung kann im regulären Unterricht gewährleistet werden.“

„Hinschauen statt wegschauen“

Als Motto für das kommende Schuljahr ruft Polaschek „Hinschauen statt wegschauen“ beim Thema Gewalt an Schulen aus. So soll jede Schule einen festen Ansprechpartner bei der Polizei erhalten, das Budget für Präventionsworkshops wird erhöht. „Schülerinnen und Schüler müssen sich in der Schule sicher und wohlfühlen können. Die Herausforderungen liegen auf dem Tisch. Wir müssen gemeinsam gegen Gewalt und Aggression und für eine sichere Schule eintreten. Wir müssen schauen, dass unsere Kinder und Jugendlichen zu resilienten und verantwortungsbewussten Erwachsenen werden, die alle miteinander hinschauen, statt wegschauen und auf die wir auch noch mehr hinschauen.“ Mit dem Jahresschwerpunkt verfolge er Ziele wie die Stärkung des Kinderschutzes am Schulstandort, kein Platz für Gewalt, mehr Maßnahmen zur Prävention von Gewalt und Mobbing und mehr Maßnahmen, um die psychische und physische Gesundheit zu stärken.

Auf bestehende Präventionsangebote verweist Bildungsdirektor Klampfer. „Wir setzen in Oberösterreich schon lange auf Prävention. Die Workshops sind fast immer ausgebucht.“ Beispiele ist etwa das Programm „Faustlos“ in der Volksschule, aber auch Angebote gemeinsam etwa mit der KiJA OÖ und dem Institut für Suchtprävention oder der Polizei.

Neues Gütesiegel

Beim Thema Digitalisierung plant das Bundesministerium den Einsatz von Künstlicher Intelligenz an 100 Pilotschulen, 18 davon in Oberösterreich.

Nach dem Schwerpunkt Lesekompetenz im letzten Schuljahr wird dies heuer fortgesetzt, neu ist daher auch die Einführung eines Lesegütesiegels, mit dem engagierte Schulen für die Stärkung der Lesekompetenz ausgezeichnet werden.


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