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Gesundheitsversorgung im Fokus der Landtagssitzung

Tips Logo Karin Seyringer, 29.01.2026 18:11

OÖ/LINZ/BEZIRK. Die Gesundheitsversorgung war großes Thema in der Sitzung des Oö. Landtags am Donnerstag, darunter lange OP-Wartezeiten.

Symbolfoto - Thema waren unter anderem abgesagte OPs und lange Wartezeiten. (Foto: Yuliia/stock.adobe.com)

Mangel an Anästhesisten, Mangel an Pflegefachkräften im OP-Bereich: Ob es einen Lösungsweg für die langen OP-Wartezeiten bzw. Absagen an KUK und Pyhrn-Eisenwurzen-Klinikum gebe, wollten die NEOS, mit Anfrage durch Klubobmann Felix Eypeltauer, wissen.

„Verstehe Unmut zutiefst“

Gesundheits-Landesrätin, LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) verwies in ihrer Beantwortung auch auf deutlich gestiegene Investitionen in das Gesundheitswesen, durch die Erhöhung des Budgets und den Ausbau des Personals. 2020 umfasste das Gesundheitsbudget 885 Millionen Euro, 2025 1,3 Milliarden Euro, 2026 1,4 Milliarden Euro. Beim Personal sei die Anzahl der Vollzeitäquivalenten in den oö. Fondsspitälern in den letzten Jahren um elf Prozent gestiegen, während diese im niedergelassenen Bereich um elf Prozent gesunken sei.

Trotz mehr Budget und Personal seien OP-Reduktionen aber immer wieder notwendig. Gleichzeitig werde seitens der Spitäler versichert, dass alles Mögliche getan werde, damit möglichst rasch wieder in vollem Umfang versorgt werden könne, so Haberlander. „Ich verstehe zutiefst den Unmut betroffener Patienten, die teilweise sehr kurzfristig über OP-Verschiebungen informiert werden.“

Ursache sei primär der Fachkräftemangel im Bereich Anästhesie und bei der spezialisierten OP-Pflege – ein österreichweiter Mangel, wie Haberlander ausführt.

Kooperationen sollen entlasten

Im Klinikum Pyhrn-Eisenwurzen sind die OP-Kapazitäten laut Anfragebeantwortung voraussichtlich bis Ende 2026 eingeschränkt. Es handle sich aber nur um die Kapazitäten in der Kernarbeitszeit. Insgesamt sind die Kapazität im Vergleich zu 2020 nur geringfügig reduziert, erläutert Haberlander.

Wartelisten sollen bis Ende Februar durch persönliche Gespräche aktualisiert werden, um eine realistischere Planung und eine Reduktion der Warteliste zu ermöglichen.

Weitere Maßnahmen dort sind laut Haberlander unter anderem die verstärkte Auslagerung in den ambulanten und tagesklinischen Bereich, in Kirchdorf wird an der Umsetzung eines tagesklinischen Bereichs gearbeitet. Eingriffe könnten zudem vermehrt in Eingriffsräumen durchgeführt werden.

Zusätzlich wird OP-Pflegepersonal tageweise von Kirchdorf nach Steyr verlagert. Unterstützt werde auch durch das Salzkammergutklinikum und das Klinikum Schärding.

Fokus auf Personalmaßnahmen am KUK

Am KUK liege der Fokus auf Personalmaßnahmen. Seit 1. Jänner 2026 konnten laut Haberlander vier neue Ärzte aufgenommen werden, weitere zehn Anstellungen sind für 2026, zwei weitere für 2027 avisiert.

Im OP-Pflegebereich gab es 2025 einen Mitarbeiterzuwachs von 54 Personen, weitere Einstellungen seien fixiert. Zudem seien 13 Fachärzte für Anästhesie als Interessenten für Fachärztevertretungen gewonnen worden.

Seit Jänner 2026 gibt es außerdem eine ausgeweitete Kooperation mit den Krankenhäusern Rohrbach, Schärding und dem Salzkammergut-Klinikum, um verschobene Eingriffe zu reduzieren.

Diskussion um OP-Übernahme von UKH

Eypeltauer hinterfragte, warum nicht mehr KUK-Operationen vom UKH in Linz übernommen würden, stattdessen nach Schärding oder Rohrbach transportiert würden. Haberlander verwies in ihrer Beantwortung auf die Finanzierung im Gesundheitswesen. Es gebe tragfähige, gute Gespräche mit der AUVA (Eigentümerin des UKH). „Aber selbstverständliche müssen wir als Land OÖ genau darauf schauen, wieviel Geld hier investiert wird. Dies Operationen werden uns nicht geschenkt.“ Gleichzeitig gebe es freie Ressourcen in eigenen Häusern, die es zu nutzten gelte.

Auch SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder hinterfragte in diesem Zusammenhang zusätzlichen Wege für Patienten.

OÖ Hausordnung beschlossen

Weitere Themen umfassten das Skigebiet Kasberg, Planungen zu einer geschlossenen Unterbringung strafunmündiger Intensivtäter, Obdachlosenhilfe, Wohnbaumittel oder die Neuerrichtung und Finanzierung des OÖ Landesarchivs auf dem Areal des Schlosses Bergheim.

Beschlossen wurde in der Landtagssitzung am Donnerstag die OÖ Hausordnung, mit den Stimmen von ÖVP, FPÖ, SPÖ und NEOS, die Grünen und MFG stimmten dagegen, sehen eine Symbolpolitik.

Auch lesen: 13 Regeln der OÖ Hausordnung vor Landtagsbeschluss und Umsetzung

Die Landtags-Sitzung zum Nachsehen gibt’s unter www.ooe-landtag.at


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