Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

OÖ/LINZ. Das Thema Nachverdichtung mit Holz stand im Mittelpunkt des Dialogs Holzbau 2026 von proHolz OÖ und der Landesinnung Holzbau OÖ. 330 Interessierte waren in der Kepler Hall an der JKU Linz mit dabei. 

  1 / 3   Podiumsdiskussion mit v. l.: Architekturkritikerin Sandra Hofmeister, Moderatorin Christina Kargl, Holzbaumeister Karl Niedermayer, GBV-Obmann-Stv. Stefan Hutter, Landesrat Manfred Haimbuchner und Architekt Yves Schihin (Foto: Röbl)

Zu Gast beim Dialog Holzbau 2026 war auch die deutsche Architekturkritikerin und Autorin Sandra Hofmeister. In ihrem Vortrag „Bauen im Bestand“ betonte sie, dass Bestandsgebäude als Ressource verstanden werden müssten. Allein in Deutschland fallen jährlich rund 75 Millionen Tonnen Bauabfälle an — ein enormes Potenzial, das durch Weiterbauen statt Abreißen besser genutzt werden könne.

Erleichterungen bei Genehmigungen nötig

Als zentrale Herausforderung beim Bauen im Bestand nannte Hofmeister die komplexen Genehmigungsprozesse. Hier seien Erleichterungen dringend notwendig. Gleichzeitig werde ihrer Ansicht nach mit Abrissgenehmigungen zu leichtfertig umgegangen. Diese sollten vielmehr restriktiver gehandhabt werden. Ein CO₂-Budget für Gebäude könne dabei helfen, den Fokus stärker auf Erhalt und Weiterentwicklung statt Neubau zu lenken.

Vorteile von Holz

Ebenfalls zu hören war ein Vortrag von Yves Schihin, Leiter des Züricher Büros Oxid Architektur. Für das Projekt „Buck 40“ erhielt Oxid Architektur zuletzt den Best Architects Award 26.

Schihin zeigte verschiedene Umsetzungsbeispiele zum Thema Nachverdichtung in Holz. Beim Erhalt von Bestand habe der Baustoff Holz viele Vorteile. Der große Mehrwert liege im hohen Vorfertigungsgrad und im geringen Gewicht des Materials, kein anderer Baustoff könne das leisten. Wichtig sei dabei, von Anfang an in Holz zu denken und zu planen.

Podiumsdiskussion zu Chancen und Grenzen

In einer Podiumsdiskussion wurden anschließend die Chancen und Grenzen der Nachverdichtung im Holzbau diskutiert. Oberösterreichs Bau- und Wohnbaulandesrat Manfred Haimbuchner (FPÖ) verwies auf die Nachverdichtungsverordnung des Landes, die im vergangenen Jahr in Kraft getreten ist. Ziel dieser Verordnung ist, bei Nachverdichtungsprojekten marktkonforme Preise zu ermöglichen, damit diese wirtschaftlich mit Neubauten konkurrieren können. Daher arbeitet die Wohnbauförderung nun auch in diesem Bereich mit direkten Landesdarlehen. 

Stefan Hutter vom Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen OÖ sprach darüber, dass bei den genossenschaftlichen Bauträgern die Nachverdichtung von Bestandsbauten mit Holz vor allem im kommunalen Bau relevant ist. Viele Gemeinden wünschen sich bei der Erweiterung von Kinderbetreuungseinrichtungen gezielt den Einsatz von Holz.

Optimistisch zeigte sich Holzbaumeister Karl Niedermayer, Firma Weißhaidinger. Seiner Meinung nach ist das Thema Aufstockungen ein wichtiger Zukunftsbereich für die Entwicklung des Holzbaus.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Oberösterreich vernetzt Einsatzkräfte und Behörden digital

Oberösterreich vernetzt Einsatzkräfte und Behörden digital

OÖ/ST. MARIEN. Eine neue digitale Plattform soll Gemeinden, Behörden und Einsatzorganisationen in Oberösterreich bei Krisen verbinden. Vergangene ...

Tips - total regionalDavid Ramaseder
Heitz blickt auf fünf Jahre Landtagsarbeit zurück

Heitz blickt auf fünf Jahre Landtagsarbeit zurück

LINZ-LAND. Der Ausbau von Frauenhausplätzen, geschlechtersensible Medizin und Arbeitsbedingungen im Landesdienst: Landtagsabgeordnete Renate ...

Tips - total regionalDavid Ramaseder
BYD setzt in Oberösterreich auf Nähe

BYD setzt in Oberösterreich auf Nähe

OÖ. Neue Automarken müssen sich Vertrauen erst erarbeiten. Für den chinesischen Hersteller BYD scheint das in Oberösterreich gut zu gelingen: ...

Tips - total regionalAlexandra Mittermayr
Laut IMAS-Studie sieht OÖ-Industrie Kostendruck als größte Hürde

Laut IMAS-Studie sieht OÖ-Industrie Kostendruck als größte Hürde

LINZ/OÖ. Kostendruck und Rohstoffpreise werden in der IMAS-Studie spontan am häufigsten als Herausforderung für den Industriestandort Oberösterreich ...

Tips - total regionalAlexandra Mittermayr
Die Schmutzzulage gibt es für schmutzige Arbeit und nicht für die Waschmittelrechnung

"Die Schmutzzulage gibt es für schmutzige Arbeit und nicht für die Waschmittelrechnung"

Ö. Die Schmutzzulage soll bis zu einem bestimmten Betrag weiterhin steuer- und sozialversicherungsfrei bleiben, auch wenn der Betrieb etwa die ...

Tips - total regionalOnline Redaktion
Betriebsnachfolge: 17.900 Betriebe in Österreich vor Übergabe

Betriebsnachfolge: 17.900 Betriebe in Österreich vor Übergabe

Ö. Die Betriebsnachfolge bietet die Möglichkeit, bestehende Strukturen zu bewahren und neue Ideen zu integrieren – eine Chance für Investitionen ...

Tips - total regionalOnline Redaktion
Weitere Beiträge