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Dialog Holzbau 2026 zum Thema Nachverdichtung mit Holz

Tips Logo Karin Seyringer, 12.02.2026 10:29

OÖ/LINZ. Das Thema Nachverdichtung mit Holz stand im Mittelpunkt des Dialogs Holzbau 2026 von proHolz OÖ und der Landesinnung Holzbau OÖ. 330 Interessierte waren in der Kepler Hall an der JKU Linz mit dabei. 

  1 / 3   Podiumsdiskussion mit v. l.: Architekturkritikerin Sandra Hofmeister, Moderatorin Christina Kargl, Holzbaumeister Karl Niedermayer, GBV-Obmann-Stv. Stefan Hutter, Landesrat Manfred Haimbuchner und Architekt Yves Schihin (Foto: Röbl)

Zu Gast beim Dialog Holzbau 2026 war auch die deutsche Architekturkritikerin und Autorin Sandra Hofmeister. In ihrem Vortrag „Bauen im Bestand“ betonte sie, dass Bestandsgebäude als Ressource verstanden werden müssten. Allein in Deutschland fallen jährlich rund 75 Millionen Tonnen Bauabfälle an — ein enormes Potenzial, das durch Weiterbauen statt Abreißen besser genutzt werden könne.

Erleichterungen bei Genehmigungen nötig

Als zentrale Herausforderung beim Bauen im Bestand nannte Hofmeister die komplexen Genehmigungsprozesse. Hier seien Erleichterungen dringend notwendig. Gleichzeitig werde ihrer Ansicht nach mit Abrissgenehmigungen zu leichtfertig umgegangen. Diese sollten vielmehr restriktiver gehandhabt werden. Ein CO₂-Budget für Gebäude könne dabei helfen, den Fokus stärker auf Erhalt und Weiterentwicklung statt Neubau zu lenken.

Vorteile von Holz

Ebenfalls zu hören war ein Vortrag von Yves Schihin, Leiter des Züricher Büros Oxid Architektur. Für das Projekt „Buck 40“ erhielt Oxid Architektur zuletzt den Best Architects Award 26.

Schihin zeigte verschiedene Umsetzungsbeispiele zum Thema Nachverdichtung in Holz. Beim Erhalt von Bestand habe der Baustoff Holz viele Vorteile. Der große Mehrwert liege im hohen Vorfertigungsgrad und im geringen Gewicht des Materials, kein anderer Baustoff könne das leisten. Wichtig sei dabei, von Anfang an in Holz zu denken und zu planen.

Podiumsdiskussion zu Chancen und Grenzen

In einer Podiumsdiskussion wurden anschließend die Chancen und Grenzen der Nachverdichtung im Holzbau diskutiert. Oberösterreichs Bau- und Wohnbaulandesrat Manfred Haimbuchner (FPÖ) verwies auf die Nachverdichtungsverordnung des Landes, die im vergangenen Jahr in Kraft getreten ist. Ziel dieser Verordnung ist, bei Nachverdichtungsprojekten marktkonforme Preise zu ermöglichen, damit diese wirtschaftlich mit Neubauten konkurrieren können. Daher arbeitet die Wohnbauförderung nun auch in diesem Bereich mit direkten Landesdarlehen. 

Stefan Hutter vom Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen OÖ sprach darüber, dass bei den genossenschaftlichen Bauträgern die Nachverdichtung von Bestandsbauten mit Holz vor allem im kommunalen Bau relevant ist. Viele Gemeinden wünschen sich bei der Erweiterung von Kinderbetreuungseinrichtungen gezielt den Einsatz von Holz.

Optimistisch zeigte sich Holzbaumeister Karl Niedermayer, Firma Weißhaidinger. Seiner Meinung nach ist das Thema Aufstockungen ein wichtiger Zukunftsbereich für die Entwicklung des Holzbaus.


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