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Hilfe frühzeitig in Anspruch nehmen - Sozialberatungsstellen in OÖ als erste Anlaufstelle

Tips LogoKarin Seyringer, 05.03.2026 20:19

OÖ/LINZ. Die 69 Sozialberatungsstellen in OÖ sind zentrale Anlaufstelle und Drehscheibe für Menschen mit Beratungsbedarf, vor allem auch in schwierigen Situationen. Die Bilanz 2025 zeigt einen Trend: Immer mehr Beratungen drehen sich um Fragen rund um Pflege und Betreuung. Generell wird appelliert: Hilfe frühzeitig in Anspruch nehmen!

Abteilungsleiterin Cornelia Altreiter-Windsteiger und Sozial-Landesrat Christian Dörfel verweisen auch auf den Chatbot Social Buddy als erstes Orientierungsangebot. (Foto: Land OÖ/Margot Haag)

2025 wurden 90.941 Beratungskontakte mit 31.418 Personen verzeichnet (2024: 86.895 bzw. 32.519). Die Zahl der beratenen Personen bleibe stabil, aber die Beratungstätigkeit nehme zu, „die Problemlagen werden vielschichtiger“, wie Sozial-Landesrat Christian Dörfel (ÖVP) und Cornelia Altreiter-Windsteiger, Leiterin Abteilung Soziales beim Land OÖ, am Donnerstag darlegen.

Erste Orientierung und Drehscheibe im Sozialsystem

Insgesamt gibt es 69 Sozialberatungsstellen mit in Summe 112 Beraterinnen und Beratern in Oberösterreich. Sie werden in Kooperation zwischen Land OÖ, Sozialhilfeverbänden und den Magistraten geführt.

Sie fungieren als erste Anlaufstelle und helfen Menschen, sich im komplexen sozialen Unterstützungssystem zurechtzufinden. Sie sind Drehscheibe zwischen Bürgern, Gemeinden, regionalen Trägern sozialer Hilfe, Pflegeeinrichtungen, Sozialversicherungsträgern und dem Land OÖ. „Sie bieten sehr wohnortnahe, sehr gut erreichbar, konkrete Hilfe an“, so Altreiter-Windsteiger.

Thema Pflege und Betreuung dominieren

Bei den Beratungen zeigt sich ein Trend nach oben beim Thema Pflege und Betreuung. „Die Beratungstätigkeit verlagert sich immer mehr in diesen Bereich“, so Dörfel. Der Hintergrund liegt vor allem in der demografischen Entwicklung. Vor allem „junge Alte“ zwischen 65 und 80 Jahren machen sich Gedanken, der Wunsch, den Lebensabend zu Hause zu verbringen, steigt, auch die Familienstrukturen ändern sind. Daher gehen die Beratungsanfragen viel in Richtung Vorsorge, aber auch die Nachfrage nach mobilen Diensten, stationären Einrichtungen sowie Unterstützungsangeboten für pflegende Angehörige nehme zu.  

Mehr als 60 Prozent aller Beratungen betreffen mittlerweile dieses Thema, so Altreiter-Windsteiger.

Finanzielle Probleme als zweiter großer Bereich

Neben Pflege und Betreuung bilden finanzielle Fragen einen weiteren Schwerpunkt der Beratungen. 2025 entfielen 25 Prozent der Beratungen auf finanzielle Angelegenheiten.  

„Da geht es um Überschulungen, da geht es auch darum, welche Leistungen es gibt – von der Rezeptgebührenbefreiung bis hin zur Sozialhilfe“.

In Kooperation mit der Schuldnerhilfe OÖ und der Schuldnerberatung OÖ werden Betroffene bei drohender oder bestehender Überschuldung unterstützt. Die beiden Organisationen führten 2025 18.769 Beratungsgespräche, nahmen 4.105 Personen neu in Beratung auf. 173 neue Vereinbarungen mit Gläubigern wurden geschlossen, 941 Privatinsolvenzverfahren begleitet. 

Weitere Themen - meist verbunden mit finanziellen Problemen - sind Wohnen bzw. Wohnungserhalt, Suchtproblematik oder Gewalt.

Im Rahmen der Delogierungsprävention konnten im Zusammenspiel mit regionalen Einrichtungen vier von fünf Haushalte gesichert werden, zeigt die Bilanz 2025.

Rund 95 Prozent der Beratungsanliegen konnten 2025 direkt geklärt, strukturiert weitervermittelt oder in koordinierter Fallbegleitung gelöst werden.

Digitalisierung als Ergänzung

Ergänzend zur persönlichen Beratung wird der niederschwellig, KI-gestützte Chatbot „Social Buddy“ geschaffen. Rund um die Uhr können hier aktuellen Informationen aus dem Oö. Sozialratgeber abgefragt werden, der „Social Buddy“ bietet erste Orientierung gibt. Aber auch der Oö. Sozialratgeber 2026 selbst ist seit kurzem wieder verfügbar, online als Download und in gedruckter Form.

Appell: Hilfe frühzeitig in Anspruch nehmen

Ein wichtiger Appell von Dörfel und Altreiter-Windsteiger an Betroffene: Hilfe möglichst frühzeitig in Anspruch zu nehmen. „Das umfassende Angebot ist das eine, das Angebot auch anzunehmen ist aber oft die größere Hürde“, so Dörfel. „Die Menschen warten oft zu lange zu, Probleme – oft nicht selbst verschuldet - werden verdrängt, erst am letzten Abdruck sucht man professionelle Hilfe“, wird ermutigt, das Angebot zu nutzen.

Mehr Infos und Kontakt: www.land-oberoesterreich.gv.at/sozialberatungsstellen


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