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Bundesbudget besser als erwartet, Oberösterreich mit positivem Saldo

Tips LogoKarin Seyringer, 31.03.2026 14:31

Ö/OÖ. Das Budgetdefizit Österreichs lag 2025 bei 4,2 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) – und damit besser als erwartet. Von den Maastricht-Kriterien ist man aber noch weit entfernt. Das zeigen die vorläufigen Daten von Statistik Austria. Einziges Bundesland mit positivem Saldo ist Oberösterreich.

Symbolfoto (Foto: Gina Sanders)
Symbolfoto (Foto: Gina Sanders)

Das öffentliche Defizit Österreichs lag 2025 bei 21,5 Milliarden Euro bzw. 4,2 Prozent des BIP, damit weiterhin über der Maastricht-Grenze von drei Prozent. Im Vergleich zu 2024 verringerte sich das Defizit um 1,5 Milliarden Euro, 2024 lag die Zahl bei 4,6 Prozent.

„Ausschlaggebend dafür war, dass die Staatseinnahmen 2025 kräftiger gestiegen sind als die Ausgaben. Der moderatere Anstieg der Staatsausgaben war geprägt durch eine geringere inflationsbedingte Anpassung der Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst und Rückgänge krisenbedingter Maßnahmen,“ sagt Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.

Die Staatseinnahmen stiegen im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 4,5 Prozent bzw. um 11,3 Milliarden Euro auf 261,5 Milliarden Euro. Die Staatsausgaben erhöhten sich um 3,6 Prozent bzw. um 9,8 Milliarden Euro auf 283 Milliarden Euro.

Schuldenquote bei 81,5 Prozent des BIP

Der Großteil des Defizits entfiel auf den Bund (15,2 Milliarden Euro), gefolgt von der Gemeindeebene (3,3 Milliarden Euro) und der Landesebene (2,3 Milliarden Euro).

Der öffentliche Schuldenstand stieg bis Ende 2025 auf 418,1 Milliarden Euro. Die Schuldenquote erhöhte sich damit von 80,0 auf 81,5 Prozent des BIP. Im EU-Schnitt liegt die Staatsschuldenquote bei 82,8 Prozent.

Oberösterreich mit positivem Saldo

Der Bundesländervergleich zeigt: Oberösterreich ist mit plus 5 Millionen Euro das einzige Bundesland mit einem positiven Maastrichtsaldo.

„Solide Finanzpolitik und klare Prioritätensetzung funktionieren“, kommentiert Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) die Zahlen der Statistik Austria. „Wir stehen für eine Politik mit Maß und Ziel: investieren, wo es richtig ist – etwa in Kinderbetreuung, Infrastruktur und den Wirtschaftsstandort – und gleichzeitig konsequent auf Budgetdisziplin achten. Genau dieser Zugang macht Oberösterreich krisenfest und zukunftsfit. Nachhaltige Politik heißt, Chancen für die Zukunft zu schaffen – ohne kommende Generationen mit Schulden zu belasten.“

Gemeindebund: „Seitens der Gemeinden alles getan“

Der Gemeindebund konkretisiert die Zahlen der Statistik Austria zur Gemeindeebene: „Die österreichischen Gemeinden und Städte ohne die Stadt Wien haben ihr Defizit von 2024 auf 2025 um 25 Prozent reduziert. Im Vergleich mit den anderen Ebenen waren die Gemeinden und Städte ohne Wien die Sparmeister der Nation.“ In der Gesamtdarstellung der Statistik Austria sei die Stadt Wien als Bundesland auch allen Gemeinden zugerechnet, dass sei irreführend, so Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl.

Und weiter: „Seitens der Gemeinden haben wir alles getan, um die Stabilitätspaktkriterien zu erfüllen.“

SPÖ und NEOS-Kritik: „Auf Kosten der Gemeinden“

SPÖ OÖ-Vorsitzender, Landesrat Martin Winkler kritisiert, dass das Land die Budgetprobleme nach unten weiterreiche und sich auf Kosten der Gemeinden saniere. Er fordert wiederholt eine strukturelle Entlastung der Städte und Gemeinden etwa durch die Reduktion der Landesumlagen.

Ebenso sehen es die NEOS. Dass Oberösterreich im Bundesländervergleich vergleichsweise gut dasteht, sei grundsätzlich positiv, so Landessprecher Felix Eypeltauer. Das Land stehe aber auch deshalb besser da, weil es den Gemeinden über hohe Landesumlagen Geld entziehe. Er fordert auch Mut zu Gemeindezusammenlegungen statt eines „Weiterwurstelns mit Verwaltungsgemeinschaften, die oft nur teure Parallelstrukturen schaffen“.


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