Sparkasse OÖ steigert Gewinn und zeigt sich vorsichtig optimistisch
OÖ/LINZ. Die Sparkasse OÖ hat im Jahr 2025 trotz wirtschaftlicher Herausforderungen deutliche Zuwächse erzielt. Das Ergebnis vor Steuern wurde um drei Prozent auf 117,7 Millionen Euro erhöht. Vor allem Kredite für Unternehmen und Wohnbau sowie ein verändertes Anlageverhalten der Kunden sorgten für Bewegung. Am Donnerstag wurde die Bilanz der Regionalbank für 2025 präsentiert.

Die Sparkasse OÖ blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Ein wichtiger Treiber war die steigende Nachfrage nach Investitionskrediten. Viele Unternehmen investierten in Digitalisierung, Automatisierung und Effizienzsteigerung.
Gleichzeitig nahm auch das Interesse am privaten Wohnbau deutlich zu. Kunden entschieden sich wieder verstärkt für Investitionen in den eigenen Wohnraum.
Auch beim Anlageverhalten zeigte sich eine Veränderung. Ein Teil der Einlagen wurde in Wertpapiere umgeschichtet.
„Das Geschäftsjahr 2025 zeigt, dass unsere konsequente Ausrichtung auf eine persönliche und ganzheitliche Kundenberatung Früchte trägt“, freut sich Generaldirektorin Stefanie Christina Huber.
Wichtigste Kennzahlen der Bilanz 2025
Die Bilanzsumme stieg um 1,9 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro. Die Kundeneinlagen erhöhten sich leicht auf 11,9 Milliarden Euro (plus 0,9 Prozent). Deutlich stärker wuchsen die Kundenkredite, laut Generaldirektorin Huber um „sehr erfreuliche“ 7,7 Prozent auf knapp zehn Milliarden Euro.
Im Unternehmenskundengeschäft stiegen die Investitionskredite um acht Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Besonders deutlich ist das Wachstum im privaten Wohnbau: Hier legte das Neugeschäft um mehr als 85 Prozent zu.
Die NPL-Quote (Kreditausfallrate), das Verhältnis der notleidenden Kredite zu den Kundenforderungen, verbesserte sich leicht auf 3,45 Prozent.
„Das alles führte zu einem Ergebnis vor Steuern von 117,7 Millionen, was ein Plus zum Vorjahr von drei Prozent ausmacht“, so Huber.
Die Risikovorsorge hat die Sparkasse OÖ auf rund 40 Millionen Euro mehr als verdoppelt (Vorjahr: 18,6 Millionen Euro). „Wir haben sehr vorausschauend dotiert“, so Vorstandsdirektor Martin Punzenberger.
Vor allem das operative Geschäft sei im letzten Jahr sehr gut gelaufen. „Das heißt auch, dass sich die 360-Grad-Beratung unserer Kunden ausgezahlt hat“, so Huber.
Das Betriebsergebnis stieg so deutlich um 16,1 Prozent auf 165,6 Millionen Euro.
Kapitalbasis gestärkt
Auch die Kapitalbasis wurde weiter gestärkt. Die Kernkapitalquote lag 2025 bei 19,6 Prozent. „Unsere gesamten Eigenmittel belaufen sich auf 1,36 Milliarden Euro, was zu einer Eigenmittelquote von 22,8 Prozent führt. Für uns ist es natürlich ganz wichtig, gerade in herausfordernden Zeiten, dass unsere Kapitalbasis eine gut gestärkte ist, damit wir auch jetzt ein verlässlicher Partner in diesen anspruchsvollen Zeiten sein können.“
Die Summe der Eigenmittel stieg damit um 5,6 Prozent.
Die Anteilsverwaltung Sparkasse OÖ konnte 2025 über zwei Millionen Euro in das Gemeinwohl investieren, entsprechend dem Gründungsauftrag.
Huber verweist auch auf das Rating der Agentur Moody’s, wo die Sparkasse OÖ mit A1 bewertet wurde. Auch unser Nachhaltigkeitsrating wurde einem Refresh unterzogen – und hier konnten wir uns von C auf C+ verbessern.“ Damit zähle die Sparkasse OÖ zu den führenden Banken im Bereich Nachhaltigkeit.
Investition in Filialnetz
Das Filialnetz der Sparkasse OÖ umfasste zum Jahresende 2025 im Marktgebiet Oberösterreich und dem westlichen Mostviertel 115 Filialstandorte, davon 21 Selbstbedienungsstandorte. Im vergangenen Jahr wurden vier neue Filialstandorte (Attnang-Puchheim, Wels-Pernau, Sattledt und im High Five-Tower in Linz) eröffnet.
„Wir evaluieren unser Filialnetz ständig, um es an die Bedürfnisse unserer Kunden anzupassen“, erläutert dazu Vorstandsdirektor Manuel Molnar.
2026 sind sieben Eröffnungen modernisierter Filialen in Umsetzung, vier davon bereits abgeschlossen. Kleinstfilialen würden dabei auch zu Kompetenzzentren zusammengelegt.
Haupthaus an der Linzer Promenade wird im Juni eröffnet
Die größte Neueröffnung betrifft das Haupthaus an der Linzer Promenade im Juni. Dort entstehen nicht nur modernste Arbeitsplätze, sondern auch neue Begegnungsräume. „Mit unserem neu gestalteten Haupthaus wollen wir das Miteinander fördern“, erklärt Vorstandsdirektor Martin Punzenberger. Es werde eine Wohlfühlzone für die Kunden und Mitarbeiter, auch ein Café wird es dort geben. Bei der Sanierung sei auf Nachhaltigkeit geachtet worden, auch mit der Wiederverwendung von Materialien („Cradle to Cradle“).
Punzenberger unterstreicht, dass die Sparkasse OÖ bei der Modernisierung ihres Filialnetzes auf regionale Unternehmen setze. „Wir haben gerade rund 28 Millionen Euro in regionale Unternehmen für den Um- und Zubau bei den Filialen investiert.“
Initiative für Finanzbildung: FLiP in Linz öffnet Ende Mai
Schon immer wichtig war der Sparkasse OÖ Finanzbildung. So wird in Kürze, Ende Mai, das Vorzeigeprojekt Financial Life Park (FLiP) in der Linzerie am Taubenmarkt eröffnet. „Finanzbildung ist eine Lebenskompetenz, wie Lesen und Schreiben. Wir engagieren uns mit dem Financial Life Park, vor allem Jugendliche in die Finanzbildung einzuführen“, so Punzenberger.
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Vorsichtig optimistischer Ausblick auf weiteres Jahr 2026
Nach einem zufriedenstellenden Start ins Jahr 2026 für die Sparkasse OÖ ist der weitere Ausblick auf das Jahr 2026 vorsichtig. Das Jahr 2025 hat sich zum Ende hin wirtschaftlich gut entwickelt, dementsprechend war auch das erste Quartal 2026 bei der Sparkasse OÖ von guter Entwicklung geprägt. „Nach dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten und Energieschock haben die geopolitischen Spannungen und die Unsicherheit wieder zugenommen“, so Generaldirektorin Huber. Im Moment sei „vielleicht etwas Vorsicht und Zurückhaltung geboten“, sieht Huber aber auch positive Tendenzen. Alles sei abhängig von der Dauer des Kriegs.
Vorstandsdirektor Molnar unterstreicht daher auch das Engagement der Regionalbank in der persönlichen Beratung. Gerade in herausfordernden Zeiten würden sich die Bedürfnisse der Kunden ändern. „Viele unserer Kunden beschäftigen sich intensiver mit Fragen der finanziellen Absicherung.“


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