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OÖ/SUBEN. Zum angekündigten Nachtflugbetrieb des ÖAMTC-Notarzthubschraubers am Standort Suben gibt es einen Starttermin: Wie berichtet startet am 25. September der 24/7-Flugebtrieb, vorbehaltlich noch notweniger Beschlüsse. Das kündigten das Land OÖ und der ÖAMTC am Mittwoch gemeinsam in Linz an.

Karl Pramendorfer (Präsident ÖAMTC Oberösterreich), Landeshauptmann Thomas Stelzer, Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander und Marco Trefanitz (Geschäftsführer ÖAMTC Flugrettung) kündigten am Mittwoch in Linz den Starttermin für den 24-Stunden-Betrieb in Suben an. (Foto: Land OÖ/Peter C. Mayr)

Aktuell gibt es im gesamten Westen Österreichs keinen 24/7-Stützpunkt. Im Juni 2025 kündigte LH-Stellvertreterin, Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP) an, dies ändern zu wollen.

Auch lesen: Flugrettung auch in der Nacht: 24/7-Notarzthubschrauber in Oberösterreich soll 2026 kommen

Nun der Starttermin fest: Ab 25. September wird der Standort Suben von der ÖAMTC-Flugrettung des Christophorus Flugrettungsvereins im 24-Stunden-Betrieb geführt.

Beschluss im Juni bzw. Juli geplant

Beauftragt wurde die Ausweitung der Einsatzzeiten vom Land OÖ, daher braucht es noch den Beschluss in der Regierungssitzung (1. Juni) sowie im OÖ. Landtag – Ziel der finalen Beschlussfassung im Landtag ist der 9. Juli. Jährlich werden vom Land OÖ 2,25 Millionen Euro zusätzlich für den Flugrettungs-Nachtbetrieb investiert.

Komplexe Rahmenbedingungen durch Kooperation mit Bayern

Die Besonderheit in Suben: Der Stützpunkt versorgt in Kooperation länderübergreifend auch in Bayern. Daher waren die Vorbereitungen für den Nachtflugbetrieb auch komplexer, auch aufgrund rechtlicher und finanzieller Rahmenbedingungen.

Mit Beschluss des bayerischen Ministerrates wurde Ende April die Voraussetzung geschaffen, dass die Tarife der deutschen Krankenkassen für die Leistungen des Standortes Suben am Tag und in der Nacht steigen und neu verhandelt werden können. Eine Erhöhung dieser Tarife ist nötig, um den Beitrag Bayerns an der Finanzierung des gemeinsamen Standortes künftig darstellen zu können

Zusätzlich braucht es speziell ausgebildete Crews, technisch adaptierte Hubschrauber und eine Anpassung der Infrastruktur am Stützpunkt für den Schichtbetrieb. Der Bedarf für die Ausweitung in Suben lag bei mehr oder weniger bei der Verdoppelung der Crew.

Ab Herbst vier 24/7-Stützpunkte in Österreich

Mit Suben ab Herbst betreibt die ÖAMTC-Flugrettung dann insgesamt vier 24/7-Notarzthubschrauber, Nachtflüge bieten bereits Krems in Niederösterreich sowie Niederöblarn und St. Michael (beides Steiermark). Das nächtliche Versorgungsgebiet orientiert sich an einem Einsatzradius von rund 30 Flugminuten.

Damit war der östliche und südliche Teil Oberösterreichs in den Nachtstunden schon bisher versorgt, mit Suben ist nun eine flächendeckende Versorgung in Oberösterreich rund um die Uhr gewährleistet. Mit einem zusätzlichen Ersatzfahrzeug am Stützpunkt in Suben kann die diensthabende Crew auch dann in den Einsatz gehen, wenn das Wetter Flüge nicht zulassen sollte. 

„Bedeutender Meilenstein“

Für Landeshauptmann Thomas Stelzer und Gesundheits-Landesrätin Haberlander (beide ÖVP) ist der Start im Herbst ein bedeutender Meilenstein. „Wir investieren bewusst ins Innviertel, weil Hilfe kein Frage des Wohnortes sein darf“, so Stelzer. Er verweist auch darauf, dass durch laufende medizinische Spezialisierung mit Spitzenmedizin in ausgewählten Zentren in einem Flächenbundesland wie OÖ der Notfallrettung rund um die Uhr ein noch höherer Stellenwert zukomme.

„Beste Versorgung braucht Qualität und Erreichbarkeit, wir stärken damit beides“, so Haberlander, die dem ÖAMTC für die Zusammenarbeit und die rasche Umsetzung dankt.

„Notfälle halten sich selten an Uhrzeiten, daher haben wir Energie und Mühe hineingelegt. Gemeinsam mit dem Land OÖ arbeiten wir mit Hochdruck an der Umsetzung“, unterstreicht der Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung Marco Trefanitz. Für eine solche Umsetzung brauche es die Politik, es sei wichtig, dass mit Landesrätin Haberlander jemand konsequent dahinterstehe, auch fordernd“, schmunzelt er.

2.654 Rettungsflüge in OÖ 2025

„Der ÖAMTC ist in Oberösterreich seit über 120 Jahren verlässlicher Partner und als Nothilfeorganisation ein wichtiger Teil der Infrastruktur“, so auch ÖAMTC OÖ-Präsident Karl Pramendorfer.

Die Rettungshubschrauber des Christophorus Flugrettungsvereins sind in Oberösterreich im Jahr 2025 2.654 Mal tagsüber abgehoben, 1.523 Rettungsflüge wurden durch den Christophorus Europa 3 in Stuben absolviert.

Beim künftigen Nachtbetrieb in Suben geht man bei vorsichtiger Schätzung von etwa 250 Einsätzen aus.

SPÖ: „Richtig, aber überfällig“

Als „richtig, aber überfällig“ bezeichnet SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder die Umsetzung und verweist auf Dänemark, wo 2014 innerhalb eines Jahres die Umsetzung von vier 24/7-Standorten gelungen sei. Zudem fordert die SPÖ auch einen Herzkatheter in Braunau als Ergänzung.

Begrüßt wird die Umsetzung auch von NEOS OÖ-Klubobmann Felix Eypeltauer: „Den Sanitätern sowie dem Flugrettungswesen kommt eine Schlüsselrolle zu, um den Oberösterreichern eine rasche Versorgung bieten zu können.“


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