Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Fläche von 140.000 Fußballfeldern vor Bebauung geschützt: Land OÖ erweiterte regionale Grünzonen

Tips LogoKarin Seyringer, 17.06.2026 20:55

OÖ/BEZIRK. Oberösterreich stellt weitere 32.000 Hektar Grünland unter besonderen Schutz. Mit zwei neuen regionalen Grünzonen in den Regionen Ried und Gmunden-Vöcklabruck sind nun insgesamt rund 100.000 Hektar im Bundesland vor einer möglichen Umwidmung in Bauland geschützt. Gleichzeitig zeigen laut Raumordnungs-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) aktuelle Monitoring-Daten, dass die Flächeninanspruchnahme in OÖ zurückgeht.

Landesrat Markus Achleitner (l.) und Michael Resch, Abteilung Raumordnung des Landes OÖ. (Foto: Land OÖ/Lina Spenlingwimmer)

Die neuen Grünzonen umfassen in Summe 50 Gemeinden, 23 im Innviertel, 27 in der Region Gmunden-Vöcklabruck. In der Region Ried im Innkreis werden 17.913 Hektar geschützt, in der Region Gmunden-Vöcklabruck 14.054 Hektar. Damit verfügt Oberösterreich nun über fünf regionale Grünzonen. Bereits bestehende Schutzgebiete gibt es in den Regionen Linz-Umland, Wels-Grieskirchen und Eferding. In Summe sind damit aktuell 117 Gemeinden umfasst.

Die Fläche der regionalen Grünzonen in OÖ beläuft sich aktuell auf rund 100.000 Hektar vor der möglichen Umwidmung in Bauland geschützt, „das entspricht 140.000 Fußballfeldern oder 22-mal der Fläche des Attersees“, rechnet Landesrat Achleitner vor. „Das ist rund zwei Drittel mehr Fläche, als das gesamte derzeit in Oberösterreich gewidmete Bauland.“

Grundsatz „Boden schützen & Zukunft ermöglichen“

Auch 2026 gelte im Rahmen der OÖ. Raumordnungsstrategie „#upperREGION2030“ der Grundsatz „Boden schützen & Zukunft ermöglichen“ für die Raumordnungspolitik in Oberösterreich. Das sei kein Widerspruch, „beides ist möglich“, so Achleitner. „Bauen ist in Oberösterreich möglich – Familien sollen Wohnraum schaffen und Betriebe sich ansiedeln oder erweitern können - aber geordnet und dort wo geeignet und nicht irgendwo auf der grünen Wiese“, führt Achleitner aus. 

In Gebieten mit hohem Siedlungsdruck

Hintergrund der vom Land verordneten regionalen Grünlandzonen ist es, wertvolle zusammenhängende Naturräume auch gemeindeübergreifend zu erhalten und schützen, etwa um wichtige Kaltluftschneisen zu erhalten. Eingerichtet werden sie in Gebieten, wo besonders hoher Siedlungsdruck besteht. „Etwa, damit die Achse Wels-Linz nicht zuwächst“, so Achleitner.

Laut Raumordnungsexperte Michael Resch, Abteilung Raumordnung des Landes OÖ, wurden die Grünzonen in enger Abstimmung mit den betroffenen Gemeinden und in einem mehrstufigen Verfahren entwickelt. Bereits in einer frühen Planungsphase seien lokale Rückmeldungen in die Konzepte eingeflossen.

Rückgang bei der Flächeninanspruchnahme

Zusätzlichen Rückenwind sieht Landesrat Achleitner durch aktuelle Daten der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK). Das eingeführte gesamtstaatliche Monitoring ermöglicht nun österreichweit einheitlich erhobene Zahlen zur Flächeninanspruchnahme. Diese zeigen laut Land Oberösterreich eine deutliche Verlangsamung des Flächenverbrauchs.

Laut diesen Zahlen ist die Flächeninanspruchnahme pro Einwohner in Oberösterreich zwischen 2022 und 2025 um 5,1 Quadratmeter zurückgegangen. Damit weist das Bundesland nach Wien den zweitstärksten Rückgang Österreichs auf.

Für ganz Österreich wird bei der Entwicklung der Flächeninanspruchnahme von 2022 bis 2025 eine Zunahme von 6,5 Hektar ausgewiesen, Für Oberösterreich kommt das Monitoring auf einen Wert von 1,2 Hektar pro Tag.

Auch bei den Baulandreserven sei erfolgreich mobilisiert worden. Seit 2022 wurden laut Land 550 Hektar bereits gewidmetes Bauland genutzt. „Das entspricht einer Fläche von rund 770 Fußballfeldern, die somit nicht neu gewidmet werden mussten“, so Achleitner. „Das beste Bauland ist jenes, das nicht neu gewidmet werden muss, sondern in Nutzung gebracht werden kann.“

In punkte regionalen Grünlandzonen sei man fast fertig, noch folgen sollen welche in den Regionen Braunau-Mattighofen und Steyr.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden