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LINZ. Die Oberbank hat im ersten Halbjahr 2026 ein deutliches Ergebnisplus erzielt. Besonders stark entwickelte sich das Firmenkundengeschäft. Auch die betreuten Kundengelder erreichten einen neuen Höchststand. Am Mittwoch präsentierte der designierte neue Generaldirektor Martin Seiter die Halbjahres-Bilanz 2026.

  1 / 2   Oberbank-Vorstandsdirektor und designierter Generaldirektor Martin Seiter präsentierte die Halbjahresbilanz. (Foto: Joachim Haslinger)

Es sei ein „außerordentlich starkes Ergebnis“, mit dem er selbst so nicht gerechnet habe, so Seiter. Er übernimmt mit Jahreswechsel wie berichtet von Franz Gasselsberger.

Auch lesen: Martin Seiter wird neuer Generaldirektor der Oberbank

Vor allem das zweite Quartal sei hervorragend, auch das dritte gut angelaufen.

Gewinn um elf Prozent gesteigert

Die Oberbank hat im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn nach Steuern von 199 Millionen Euro erzielt. Das entspricht einem Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor Steuern lag das Ergebnis bei 251,7 Millionen Euro und damit um 7,2 Prozent höher.

Besonders positiv haben sich laut vorgelegten Zahlen das Kreditgeschäft, die Einlagen sowie das Dienstleistungs- und Beteiligungsgeschäft entwickelt.

Starkes Firmenkundengeschäft

Das gesamte Kreditvolumen stieg auf 22,37 Milliarden Euro. Besonders kräftig wuchs das Geschäft mit Firmenkunden: Die Kommerzkredite legten um 4,79 Prozent auf 18,6 Milliarden Euro zu. Laut Oberbank lag das Wachstum damit über dem österreichischen Gesamtmarkt. Investitionen in Automatisierung, Digitalisierung und Energieeffizienz würden die Nachfrage stützen. Kapazitätserweiterungen hingegen sieht die Oberbank derzeit kaum in Österreich.

Zusätzlich eingezahlt beim Kommerzkreditgeschäft habe auch ein überproportional gut laufender Markt in Deutschland, Tschechien und vor allem Ungarn (plus 11,25 Prozent). Auch der Tourismusboom in allen Märkten der Oberbank bringe einen Anstieg bei den Investitionen.

„Aufbruchstimmung in Ungarn mitnehmen“

In Ungarn ist die Oberbank mit mittlerweile zwölf Standorten vertreten. Die gute Entwicklung dort führt Seiter auch auf die dortige Aufbruchstimmung zurück, „die wollen wir mitnehmen. Wir haben auch immer mehr das Gefühl, in Ungarn wieder willkommen zu sein.“ Ab 2027 seien dort zudem starke Investitionen der EU zu erwarten, die die Oberbank begleiten wolle.

Neuer Rekord bei Kundengeldern

Bei den Kundengeldern meldet die Bank einen neuen Rekord. Zusammen mit den Wertpapierdepots betreute die Oberbank zur Jahresmitte 45,56 Milliarden Euro. Das Provisionsergebnis erhöhte sich um 13,4 Prozent auf 129,1 Millionen Euro. Das Private Banking sei auf dem Weg zum besten Jahr seiner bisherigen Geschichte.

Im Provisionsergebnis konnte ein Rekord-Zuwachs um 13,4 Prozent auf 129,1 Millionen Euro erwirtschaftet werden.

Das Eigenkapital stieg binnen eines Jahres um 7,6 Prozent auf rund 4,5 Milliarden Euro. Im Fünf-Jahres-Vergleich hat es sich um 1,1 Milliarden Euro erhöht.

Die Quote notleidender Kredite (NPL-Quote) lag bei sehr guten 2,94 Prozent.

Die Oberbank Aktie hat sie laut Bankangaben im Gleichschritt mit der Kursentwicklung der Oberbank AG engwickelt, der Gewinn pro Aktie haben sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt und liegt aktuell bei 5,64 Euro.

Bilanzsumme knapp unter 30 Milliarden

Bei der Bilanzsumme liegt die Oberbank nur mehr knapp unter 30 Milliarden Euro, jene Grenze, ab der die EZB direkt beaufsichtigt. Ab 2028 sei man eine direktbeaufsichtigte Bank, „wir fühlen uns super darauf vorbereitet“, so Seiter.

Im Rahmen ihrer Strategie 2030 setze die Oberbank weiterhin auf gesundes, organisches Wachstum.

„Fahren auf Sicht“

Trotz der guten Halbjahresbilanz gibt es keine Gewinnrevision nach oben. Es werde weiter auf Sicht gefahren, denn die geopolitischen Rahmenbedingungen bleiben unberechenbar, so Seiter. Auch die Dürresituation habe die Karten neu gemischt und führe zu einem Anstieg der Energie- Transport- und Lebensmittelkosten. Das bringe zusätzlichen Druck auf die Inflation – so sein „realistischer Blick“. 


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