Finanzbildung als Schlüssel für mehr Geld im Kapitalmarkt
LONDON/OÖ.Wer sich über die Zukunft der Kapitalmärkte und den technologischen Fortschritt im Banken- und Versicherungssektor informieren will, kommt an London nicht vorbei. Die Sparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Oberösterreich reiste zu einem Austausch in die Finanzmetropole.

„Dass der Brexit die Vorherrschaft von London als das Finanzzentrum nicht stark eingeschränkt hat, ist für mich eine weitere Erkenntnis, dass das Öffnen nach außen viel wesentlicher ist als dieses Regulieren nach innen in der EU“, sagt Michaela Keplinger-Mitterlehner, Obfrau der Sparte Banken und RLB-Generaldirektor-Stellvertreterin. Das Technologie-Dreieck London, Oxford und Cambridge ist das größte Startup-Ökosystem Europas. FinTechs, also junge Finanztechnologieunternehmen, digitalisieren Zahlungsverkehr, Kreditprüfung, Veranlagung, Compliance und Finanzplanung. InsurTechs beschäftigen sich unter anderem mit digitalen Vertriebsmöglichkeiten, automatisierter Schadenbearbeitung und Betrugserkennung.
Daraus entsteht Druck für etablierte Institute, da diese digitalen Anbieter neue Standards bei Einfachheit und Geschwindigkeit setzen und weniger reguliert sind. FinTechs wie Revolut bieten auf Apps und auf Plattformen vor allem Aktienhandel und Veranlagung an. Die Kosten sind auf den ersten Blick niedriger, Beratung und Service gibt es kaum. „Bei uns wird der Kunde von A bis Z begleitet, eine ganzheitliche Beratung ist bei uns vorgeschrieben“, erklärt Obfrau-Stellvertreterin und OÖ-Versicherung-Vorstandsdirektorin Kathrin Kühtreiber-Leitner den Unterschied. In Großbritannien wird bereits ein Drittel aller Versicherungsleistungen online abgeschlossen. In Österreich liegt dieser Wert laut Kühtreiber-Leitner bei einem Prozent. Martin Seiter, Obfrau-Stellvertreter und designierter Oberbank-Generaldirektor, erläutert, dass die FinTechs die österreichischen Banken bereits dazu gebracht haben, stärker in Digitalisierung und einfache Abwicklungen zu investieren: „Wir müssen es nur besser kommunizieren.“
Finanzbildung für Basiswissen
Betont wird die Bedeutung der Finanzbildung, auch um Gelder von Girokonten Richtung Kapitalmarkt zu bekommen. Man müsse den jungen Leuten erklären, was eine Aktie ist: nämlich kein Spekulationsprodukt, sondern eine Beteiligung an einem Unternehmen. Konkret wird vorgeschlagen, die Bankenabgabe für die Finanzbildung junger Menschen zweckzuwidmen.








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