Rührige Ostergeschichte rund um das Lamm „Fritzie“
REITH BEI OTTENSCHLAG. Für die tierliebende Familie Hausleitner aus Reith war der Ostersonntag ein wahres Osterwunder mit einer Welle an Solidarität und Hilfsbereitschaft, die ihnen entgegengekommen ist. Die Geschichte beginnt, als Martina und Andreas Hausleitner auf ihrer Pferdekoppel arbeiten und ein Polizeiauto anhält.

Die Polizisten erzählten von einem Lamm, das im Wald herumirre und sie nicht wissen, wo sie den Kleinen nach dem Einfangen hinbringen sollen. „Spontan haben wir uns entschieden zu helfen und mitzufahren, um das Lamm bei uns vorerst unterzubringen und zu versorgen“, so Martina Hausleitner. Das Lamm lief panisch im Wald herum. Andreas Hausleitner musste viel Geduld und Feingefühl einsetzen. Nach langem Hin und Her gelang es, das kleine, zarte Lamm einzufangen. „Wir brachten es auf unseren Hof und haben es erstversorgt“, erzählt Martina Hausleitner.
Auf der Suche nach einem Schafzüchter
„Die Polizei meinte, wenn wir es durchbringen, sollen wir es behalten, da sich bis dato noch niemand gemeldet hätte, dem es entkommen war. Die Vermutung kam in uns auf, dass das Lamm ausgesetzt wurde, denn es gibt im Umkreis keinen Schafzüchter“, meint die Familie. Das arme verschreckte abgemagerte Kleine bekam den Namen „Fritzie“. „Ich schaue den Tieren in die Augen. Dann habe ich sofort einen Namen im Kopf. Sogar meine Hühner haben alle einen Namen. Da wir Tiere zwar am Hof haben aber keine Schafhalter, haben wir nach einem Schafzüchter gesucht und sind auf den „Bio-Lämmerhof Groiss“ gekommen“, so Martina Hausleitner.
Fritzie bekommt eine Freundin
„Der Erstkontakt mit Karl Groiss ist mit Worten nicht zu beschreiben“, ist Martina Hausleitner begeistert. Karl Groiss hat sofort gut zugeredet und die wichtigsten Informationen bezüglich Ernährung weitergegeben. Eine ehrliche Anteilnahme am Schicksal des kleinen Fritzie ist für die tierliebende Martina ein Glückstreffer gewesen. „Nach kurzen Überlegungen wie es mit Fritzie weitergehen soll und nochmaligem Telefonat mit Herrn Groiss stand für uns fest, dass Fritzie nicht allein aufwachsen soll. Also fuhren Martina und Andreas Hausleitner sofort nach Bruderndorf 13 bei Langschlag zum Bio-Lämmerhof Groiss. Dort angekommen empfing sie eine Hofanlage, die äußerst gepflegt und wunderschön ist. „Sofort kamen Karl und Gerti, die Besitzer, sehr herzlich auf uns zu - mit dem nötigen Sicherheitsabstand der in dieser Zeit so wichtig ist“, erzählen die Lamm-Adoptiveltern, „wir wurden fachlich super beraten und auch noch mit ausgezeichneten Produkten dieses Hofes beschenkt. Als wir das Lämmchen zahlen wollten, meinte Karl, dass so ein gerettetes Osterlamm ein ganz besonderes Geschenk des Himmels sein müsse. Karl Groiss und seine Frau haben uns ein wunderschönes Lamm als Partnerin für Fritzie überlassen. Wir sind von dieser selbstlosen und übermenschlichen Hilfsbereitschaft noch immer überwältigt und sind überzeugt, dass dieses Osterfest für immer in unser aller Herzen verankert bleiben wird“.
Fritzie ist ein Süßenbacher
Über die Ohrmarke ist Fritzies Herkunft nun festgestellt worden. Er ist in Süßenbach auf einen Biohof geboren und verkauft worden. Von seinem neuen zu Hause ist er – so wie es ausschaut - ausgebüxt. „Fritzie, bleibt fix bei uns, das haben wir mit dem Vorbesitzer vereinbart“, freuen sich Martina und Andreas. Fritzie und Heidi bekommen noch Milch. „Fritzie musste erst lernen mit dem Flascherl zu trinken. Er war komplett verschreckt. Ich bin den halben Tag bei den beiden. Er kommt von selber und lehnt sich mit dem Kopf an. Mit der Verdauung haut es mittlerweile auch hin“. Fritzie und Heidi sind übrigens Lacaune-Schafe, das heißt Milchschafe.
Artgerechtes Leben für Fritzie und seine Freundin
Fritzie und Heidi waren einen Tag nach dem ganzen Stress bereits handzahm und kommen auf die „Adoptiveltern“ zu. „Es ist unser Ziel alles dafür zu tun, um den beiden besonderen Lämmern ein artgerechtes und glückliches langes Leben zu bieten. Einen Besuch beim Lämmerhof Groiss in Bruderndorf können wir nur jedem empfehlen, wer Produkte sucht, die mit viel Herzblut und Liebe zu den Tieren hergestellt werden. Danke an Karl und Gerti - ihr habt uns mit eurer Schafliebe angesteckt“, sind Martina und Andreas noch immer tief bewegt.


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