Zwölf Pfoten für die Kinderseele
PASCHING. Wenn die Hunde Gustav, Bruno und Doolittle im Einsatz stehen, können Kinder kurz ihre Sorgen vergessen. Doch die Hundetherapie kann noch mehr bewirken.

„In einer Therapiestunde geht es darum, das Kind – egal welche Sorgen, Schwierigkeiten oder Ängste es hat – individuell zu unterstützen und gezielt einen Weg zu finden, wie es den durch Probleme erzeugten Stress langfristig abbauen kann“, sagt die di-plomierte Sozialpädagogin Margit Greinecker. Gerade hat sie mit ihrer Hundetherapie-Praxis und dem dazugehörigen „Sinnesgarten“ in Pasching den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Ihre Hunde haben in den vergangenen Jahren eine Spezialausbildung zum Therapiehund durchlaufen.
Einzeltraining
Kinder mit Konzentrations-, Entwicklungs- oder Sprachstörungen, ADHS (Aufmerksamkeitsdefizits-und-Hyperaktivitätssyndrom) bzw. seelischen Problemen können in Einzeltrainings durch die Tiertherapie positiv beeinflusst werden und lernen, neue Perspektiven zu entwickeln. So wie Robin. Der zehnjährige Schüler leidet unter ADHS. Ihm fällt es besonders schwer, sich länger zu konzentrieren oder ruhig zu sitzen, was vor allem in der Schule häufig zu Problemen führt. In der Therapie mit den Hunden lernt er, sich zu fokussieren. „Lernpädagogik ist ein Gebiet, auf das ich mich spezialisiert habe“, so Greinecker. „In Zusammenarbeit mit Kind und Hund wird geklärt, wo die Stärken, eventuelle Schwierigkeiten, aber auch grundlegende Bedürfnisse des Kindes liegen und wir erarbeiten gemeinsam ein Ziel.“
Auch Pascale (11), der unter Konzentrationsschwierigkeiten leidet, besucht die Hunde von Margit Greinecker. „Mein Sohn kommt sehr gerne zu den Hunden. Seitdem ist er wesentlich ruhiger geworden und kann sich auf seine Aufgaben gut konzentrieren. Die schulischen Leistungen haben sich auch verbessert“, erzählt Pascales Mutter Melanie B. beim Tips-Lokalaugenschein.
Besser lernen
Hunde seien laut Greinecker bei den Konzentrationsübungen ein idealer Begleiter, da dem Kind in kleinen Übungen die Verantwortung übertragen wird, z.B. bei einem Parcours, wo zum Schluss ein Leckerli für den Hund wartet. „Das Kind bekommt in diesem Moment die Verantwortung und zusätzlich eine Aufgabe, die es sich merken muss, übertragen. Das ist für viele eine Herausforderung, hilft jedoch, Strukturen zu schaffen und sich zu fokussieren“, erklärt Greinecker. Wichtig für das Kind sei dabei das „Selbst-Tun“ sowie die Interaktion zwischen Mensch und Tier. Die Bindung, die dabei entsteht, ist oft vergleichbar mit Freundschaft. „Für die Hunde sind alle Kinder ein ,weißes Blatt“. Das spüren die Kinder. Sie werden so akzeptiert wie sie sind“, so Greinecker.


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