Älterster Peilsteiner: Josef Klein hat viel zu erzählen
PEILSTEIN. Die Liebe zog den 95-jährigen Josef Klein nach dem Krieg nach Peilstein. Viele Jahre später kann der älteste Peilsteiner auf ein erfülltes Leben zurückblicken.

„Ich hab eh schon auf dich gewartet“, begrüßt Josef Klein die Tips-Redakteurin, „ich habe viel zu erzählen.“ Mit 18 Jahren ist der Peilsteiner in den Krieg eingerückt. „Am Anfang waren wir in Linz, dann ging es weiter nach Jugoslawien und nach Ungarn. Dort hat es dann Konflikte geben und wir sind weiter nach Italien, wo ich nicht ganz ein Jahr in Gefangenschaft war“, erzählt der 95-Jährige. Bei einer Nacht- und Nebelaktion ist er dann mit sieben weiteren Soldaten geflohen. „Wir machten uns von vornherein aus, dass – wenn einer erwischt wird – die anderen nicht warten.“ Am 25. Oktober 1945, nach zwei Monaten Heimweg, war Josef Klein dann wieder daheim angekommen. Es dauerte nicht lange, lernte er auch seine Liebe kennen, die er 1948 heiratete. Gemeinsam bekamen sie sieben Kinder. „Ich habe dann die Landwirtschaft bei ihrem Elternhaus weitergeführt. Wir mussten damals noch alles händisch machen, Strom hatten wir auch keinen.“ Denn der kam erst 1958.
„Mir geht“s gut“
„Obwohl die Arbeit früher anstrengend war, so hatten wir im Dorf immer die Zeit, um uns zusammenzustellen und zu plaudern. Das geht heute fast nicht mehr, alle haben so einen Stress“, sagt Klein. Heute geht er gerne ein Stückchen spazieren oder besucht seine Freunde, die nicht weit weg wohnen. „Ich bin froh, dass ich noch gehen kann. Mir geht“s gut und ich bin zufrieden, wenn ich zurückdenke.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden