„Wir wollen zeigen, wie breitgefächert ein Sommertheater sein kann“

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Die Proben für „37 Ansichtskarten“ befinden sich in der finalen Phase. (Foto: Kulturhof Perg)
Mag. Melanie Mai Mag. Melanie Mai, Tips Redaktion, 22.06.2021 10:34 Uhr

PERG. Die Freude, wieder proben und spielen zu dürfen, ist beim gesamten Team des Perger Kulturhofs groß. Mit insgesamt drei Theaterproduktionen möchte man heuer ein Statement in Richtung Vielfältigkeit setzen. Und die Zuschauer dürfen gespannt sein, wenn es schon bald heißt „Vorhang auf!“

„Wir waren im letzten Jahr eines der wenigen Sommertheater, das gespielt hat. Dieser Erfahrung hat uns heuer geholfen. Denn da wir bei der Planung noch nicht wussten, wie viele Zuschauer im Publikum sein dürfen, haben wir mehr Termine als üblich. Und auch auf der Bühne sind weniger Schauspieler als gewohnt, um mögliche Cluster und somit Ausfälle vermeiden zu können“, sagt Intendant Martin Dreiling im Tips-Gespräch.

Kultursommer-Programm heuer breit gefächert

Gesamt werden heuer drei Theaterproduktionen zu sehen sein. Den Anfang macht die Komödie „37 Ansichtskarten“. Sie feiert Premiere am 1. Juli. Warum das Kulturhof-Team dieses Stück ausgewählt hat, erklärt Dreiling mit folgenden Worten: „Wir wollten ein Stück, das im Entferntesten etwas mit Corona zu tun hat. Wir haben im Laufe des letzten Jahres viele kluge Köpfe durch die Pandemie bekommen. Mini-Virologen, Mini-Politiker, Mini-Polizisten – sie alle glauben zu wissen, was das Beste ist. Jedoch ist im Kleinsten, also in den eigenen vier Wänden, jeder von uns gescheitert. Wie man nun auch an der starken Nachfrage bei psychologischen Betreuungen sehen kann. Und die Komödie ‚37 Ansichtskarten‘ behandelt dieses Thema. Eine unzufriedene Familie, die es nicht schafft, ehrlich miteinander umzugehen. Sie erleben viele Schicksalsschläge – doch besprochen wird keiner. Jegliche Realität wird verweigert, so wie bei vielen Menschen, die glauben, die Welt verändern zu können, aber in der eigenen Familie scheitern.“ Mit dieser Komödie gibt Dreiling auch sein Regiedebüt im Kulturhof. Die Proben dafür laufen seit Anfang Mai. „Bei dieser Traumbesetzung und der Motivation ist die Regie ein Leichtes“, freut sich Dreiling.

Tanztheater Uraufführung

Mit „Tür an Tür“ wird heuer erstmal auch ein Tanztheater im Perger Kulturhof aufgeführt. „Es ist eine Geschichte fast ohne Worte. Zwei Paare, die Tür an Tür leben, sich treffen und kennenlernen. Auch hier haben wir wieder den roten Faden zur Pandemie und den Problemen in den eigenen vier Wänden geschaffen“, so Dreiling. Corona-geschuldet sind die internationalen Tänzer in Oberösterreich gestrandet, was Dreiling ein Lächeln entlockt und er sagt: „Sonst hätten wir uns diese internationale Besetzung nicht leisten können.“ Mit dem Tanztheater wolle das Kulturhof-Team ein Statement setzen und dem Publikum zeigen, wie breitgefächert ein Sommertheater sein kann. „Jeder der kommt, wird hellauf begeistert sein und es nicht bereuen. Das Tanztheater ist ein wahres Erlebnis. Es ist berührend, absurd und komisch. Kurzum: Es hat alles, was auch ein Theaterstück hat, außer Worte. Kommen, ansehen und danach ein Urteil bilden“, rät Dreiling den Kulturinteressierten. Für den Choreographen Daniel Moralez Perez ist das Tanztheater etwas ganz Besonderes: „Es geht um zwischenmenschliche Beziehungen. Wir brauchen keine Worte beim Tanzen, wir spielen rein mit Emotionen. Die Idee stammt von mir, die tänzerische Entwicklung entstand aus einem gemeinsamen Dialog mit den anderen Tänzern. Einmalig ist auch, dass der Kulturhof Perg das Tanztheater produziert. Das habe ich so noch nie erleben dürfen und dafür möchte ich meinen herzlichsten Dank aussprechen.“

Erstmalig im Einsatz ist ein multifunktionales Bühnenbild. „Die Zuschauer werden also auch an der Kulisse den Unterschied zwischen den beiden Theaterstücken genau erkennen“, wie Dreiling beim Tips-Lokalaugenschein im Kulturhof sagt.

Berührendes Familientheater

Der dritte Programmpunkt ist eine Produktion der Tanzakademie Oberösterreich. Sie führt „Paddingtons erstes Konzert“ auf. Dieses Stück wird an zwei Vormittagen insgesamt viermal gespielt und ist für die ganze Familie geeignet (Kinder ab drei Jahren). „Viele Aufführungen der Kinder sind in den letzten Monaten abgesagt worden. Auch sie wollen ihr Können zeigen und wir bieten ihnen dafür eine Bühne. Etwa 20 Tanzschüler ab acht Jahren strahlen auf der Bühne pure Begeisterung aus. Ein unfassbar berührendes Stück für die ganze Familie“, sagt Dreiling, der bei Paddington Bär die Rolle des Erzählers einnimmt.

Nähere Infos und Kartenverkauf auf: www.kulturhof-perg.at



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