Frühere Gemeindepolitiker beraten nun im geheimen „Perger Schattenkabinett“
PERG. Seit Herbst tagt parallel zum Gemeinderat ein neu gegründetes Gremium im Wirtshaus Hofer: das Schattenkabinett. Ehemalige Gemeinderäte und Gemeindebedienstete treffen sich hier regelmäßig, um die aktuellen Entwicklungen in der Stadtpolitik zu diskutieren.

Donnerstag, 19 Uhr. Der Großteil der Runde hat sich bereits eingefunden. Zwei Tage nach der Gemeinderatssitzung haben alle schon einiges gehört. Nun wird die aktuelle Stimmunglage in der Perger Stadtpolitik diskutiert. Auch dass es sogar schon Mandatare gibt, die zum garade eingerichteten Rednerpult joggen, damit sie ihre Meinung möglichst rasch kundtun können, hat sich schon bis ins „Schattenkabinett“ durchgesprochen. „Bei einem Live-Streaming könnten wir draußen beim KUZ ein Würstelstandl aufmachen und ein Public Viewing veranstalten“, spricht sich Manuela D. für eine Video-Übertragung aus.
Sie und Judith V. haben die illustre Gruppe zu Beginn dieser Legislaturperiode gegründet. Inzwischen finden sich jedes Mal rund acht bis zehn Leute ein, die sich mit ihren Kollegen in beratender Rolle sehen. „Wir haben viele gute Ideen und wollen in allen möglichen Bereichen aufzeigen“, sind sich alle am Tisch einig. Denn aus der zweiten Reihe sei es nun auch viel leichter, „gscheit“ daher zu reden.
Bei jeder Sitzung des „Schattenkabinetts“ wird auch ein aktives Mitglied des Gemeinderates zum Berichten eingeladen, damit man aus erster Hand informiert ist.
Diskussion über „Sprechmarkerl“ im Gemeinderat
Dass nun bereits über eine Redezeitbeschränkung für den Gemeinderat gemunkelt wird, steht nun auch im geheimen Rat auf der Tagesordnung. „Ja, dann könnte es dort Sprechmarkerl geben. Und wenn einer nicht so viel zu sagen hat, kann er sie an andere verkaufen, die sie brauchen“, ist Wolfgang B. begeistert.
Worüber noch so beratschlagt und debattiert wird, wollen die Ex-Politiker nicht verraten. „Wenn wir wirklich einen Staatsstreich vorbereiten, dann können wir das doch nicht vorher hinausposaunen“, lacht Erika M. Gerüchten zufolge wird sogar überlegt, ob die Mitsiebzigerin nicht als weitere Kandidatin für die Bundespräsidentschaftswahl aufgestellt werden soll.


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