„Die Werte der Jagd müssen nach außen sinnorientiert erklärt werden“
PERG. „Wohin gehst Du, Jagd“ lautete das Thema beim Bezirksjägertag vergangenen Samstag, am 25. Jänner, in der Turnhalle Perg.

„Dass die Jagd im Trend ist, kann man den aktuellen Zahlen vom Bezirk Perg entnehmen: 37 Männer und Frauen haben im letzten Jahr die Jagdprüfung erfolgreich bestanden. Somit ist die Zahl der Jäger um 1,9 Prozent gestiegen. Das sind 1225 gültige Jagdkarten. Die Jagd ist aber weiterhin eine Männerdomäne, denn nur acht Prozent der Jagdkartenbesitzer sind Frauen. Erfreulich ist auch, dass der Abschuss mit 106 Prozent vollends erfüllt wurde“, so Bezirkshauptmann Werner Kreisl in seinen Grußworten.
„Jagdkultur muss bewahrt werden“
Bezirksjägermeister Ulf Krückl betonte wie wichtig der Dialog mit einer zunehmend kritischen Gesellschaft ist: „Die Jagd steht im Spannungsfeld. Es ist wichtig das wir die Jagdkultur bewahren. Dafür müssen wir einen Dialog mit Politik und Gesellschaft führen, damit jagdfremde Interessen nicht die Oberhand gewinnen können.“ Um die Frage des Tagesthemas „Wohin gehst Du, Jagd?“ zu beantworten, benötigt es laut Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner zunächst eine Standortbestimmung. „Es braucht eine Selbstreflektion genauso wie die Kritik von außen. Wir müssen ein klares Bild über die Jagd plus Visionen entwickeln. Entscheidend dabei ist auch die Vergangenheit. Die Wurzeln der Jagd liegen genauso weit zurück wie die Geschichte der Menschheit selbst“, meint er. Für ihn ist auch eine stetige Zunahme an Jägerinnen wichtig. „Gerade bei der Klärung warum wir jagen, was daran wichtig ist und was wir beim Tötungsakt empfinden, finden Frauen oftmals die besseren Worte.“
Soziale Medien als Sprachrohr zur Wertevermittlung
Damit der kritischen Gesellschaft entgegen gewirkt wird, wird künftig bei der Imagepflege und der Wertevermittlung auch vermehrt auf soziale Medien gesetzt. Dazu benötigt es Experten und eine Allianz der primären Landnutzer - Jagd und Landwirtschaft. Denn die Jagd geht untrennbar mit der Landwirtschaft einher. In Oberösterreich erkannte man hier sehr früh die Notwendigkeit des Dialogs zwischen Grundbesitzer und Jäger. Damit einhergeht auch der Klimawandel: „Wir können uns dem Klimawandel nicht verschließen - das wäre Realitätsverweigerung“, so der Landesjägermeister. Gerade in diesem Bereich braucht es eine enge Zusammenarbeit mit der Forstwirtschaft, damit der Wald wieder auf eine gesunde Basis gestellt werden kann. Trockenheit und Borkenkäfer sind etwa die Herausforderungen in diesem Bereich.


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