Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Perger fand Traumjob auf einem Luxus-Kreuzer

Hits: 7222
Markus Hochgatterer Markus Hochgatterer, Tips Redaktion, 18.02.2020 19:30 Uhr

PERG. Nach einem anstrengenden Arbeitstag ins Bett fallen und jeden Morgen an einem anderen der schönsten Plätze Europas oder Afrikas aufwachen? Das wärs, denken sich viele. Als Mitarbeiter der TUI-Kreuzfahrtschiff-Flotte ist dieser Traum für Manuel Luegmayr wahr geworden.

Begonnen hat für den ausgebildeten Tontechniker alles, als er im Sommer 2018 zufällig im Internet auf eine Stellenausschreibung aufmerksam wurde. Über eine Agentur war ein Job in der Entertainment-Crew auf einem Kreuzfahrtschiff ausgeschrieben. Der ausgebildete Tontechniker packte die Gelegenheit beim Schopf und reiste wenig später zu einer viertägigen Aufnahmeprüfung nach Berlin. Noch im November desselben Jahres erhielt er die fixe Zusage für die freie Stelle als Tontechniker an Bord des „Mein Schiff 3“, einem Luxuskreuzer des renommierten Reiseanbieters TUI. Der Grundstein für ein viermonatiges Berufsabenteuer auf hoher See war gelegt.

Überwältigende erste Eindrücke

Beim Arbeitsantritt am 11. August 2019 geriet der Perger ins Staunen. „Als ich in Bremerhaven erstmals an Bord ging, wurde mir die enorme Dimension erst wirklich bewusst. Das 293 Meter lange Schiff bot auf 15 Decks inklusive der Besatzung Platz für rund 3.500 Personen. Da ging es jeden Tag rund – auch in meinem Hauptbereich, dem Bordtheater. Obwohl dieses 1.150 Sitzplätze fasste, waren die Vorstellungen im breiten Entertainment-Programm täglich vollbesetzt“, erklärt Luegmayr. Zusammengearbeitet hat der 26-Jährige dabei nicht nur mit Schauspielern, sondern auch mit bekannten Gesichtern aus der Musikbranche.

Zusammenarbeit mit prominenten Stargästen

An Bord waren regelmäßig auch namhafte Bands wie etwa die Fantastischen 4 oder Voxxclub, Moderatorin und Musikerin Barbara Schöneberger, Tim Bendzko, Schlagersängerin Vanessa Mai oder Roberto Blanco. „Da muss natürlich alles perfekt passen, wenn die Stars die Showbühne betreten. Nicht nur die Passagiere, sondern auch die Künstler stellen hohe Ansprüche. Die Zusammenarbeit hat fast immer bestens geklappt. Nach Startschwierigkeiten letztendlich auch mit Roberto Blanco. Die Schlager-Legende war beim ersten Zusammentreffen mit dem Technikteam ein wenig gereizt, ließ uns aber nach seinem gelungenen Auftritt wissen, dass wir die besten Techniker der Welt seien“, schmunzelt Luegmayr, wenn er an die Begegnung mit dem deutschen Kult-Sänger zurückdenkt. Auch wenn die Arbeitstage aufgrund der Abendshows meist sehr spät endeten, blieb Luegmayr tagsüber genug Zeit zur Erholung und auch für Landgänge. „Ob bei den Fjorden in Norwegen, in den vielen europäischen Hafenstädten oder auf den Kapverdischen Inseln – ich konnte innerhalb dieser vier Monate viele schöne Flecken auf dieser Erde besuchen. Dennoch war ich im Dezember dann froh, für einige Zeit wieder heimischen Boden betreten zu können. Nach dem Rückflug hab ich mich in Wien gleich mit einer Käsekrainer belohnt.“

Zweites See-Abenteuer bereits gestartet

Nach einer kurzen Winterpause daheim galt es in der vergangenen Woche erneut die Koffer zu packen. Etwas früher als erwartet hob der Perger am vergangenen Freitag in Richtung Teneriffa ab, von wo aus es dann bis 1. Juni erneut am „Mein Schiff 3“ auf verschiedenen Routen von den Kanarischen Inseln, über Afrika in Richtung Mittelmeer geht. „Nach einigen Umwegen in der Ausbildung kann ich nun behaupten, dass ich meinen Traumjob gefunden hab. Im Moment macht es mir Spaß, mit Crew-Mitgliedern aus etwa 40 Nationen zusammenzuarbeiten, neue Destinationen zu erkunden, meiner großen Leidenschaft der Tontechnik nachzugehen und dabei auch noch Geld zu verdienen. Für später könnte ich mir vorstellen, in einem Theater oder Konzerthaus zu arbeiten“, erzählt Luegmayr kurz vor der Abreise im Tips-Gespräch.

Artikel weiterempfehlen:

Kommentar verfassen



Naarner Austro-Chinese: „Österreichs Regierung macht das wirklich richtig“

NAARN/SHANGHAI. Seine Frau ist aus Wuhan. Der gebürtige Naarner Michael Kaltenberger lebt im Epidemiezentrum der Corona-Krise. Diese haben sie mittlerweile überstanden. Tips hat mit dem 43-Jährigen ...

Mauthausen-Gedenken als „virtuelle Befreiungsfeier“

MAUTHAUSEN. 75 Jahre nach der Befreiung findet wegen Corona eine virtuelle Internationale Befreiungsfeier statt. Zusätzlich wird es vom 26. April. bis 20. Mai virtuelle Gedenkwochen geben.

Jahresbericht der Zeugen Jehovas in Grein

Einmal jährlich präsentieren Jehovas Zeugen vor Ort ihren ehrenamtlichen Einsatz im Bezirk.  

Goldhauben nähen bunte Schutzmasken

BEZIRK PERG. Die Goldhaubenfrauen vom Bezirk Perg sind im Nähfieber. Dank ihnen entstehen viele farbenfrohe Schutzmasken, die das jetzige Leben ein Stück weit bunter machen.

Freude über tierischen Nachwuchs: Ziegen-Vierlinge auf Baumgartenberger Bio-Hof auf die Welt gekommen

BAUMGARTENBERG. Große Freude herrschte heute bei den Landwirten Rudolf und Christine Kastner. Am Hof der Bio-Ziegenbauern erblickten heute Vierlinge das Licht der Welt. 

Abholung von Speisen erlaubt - auch das Donaustandl bietet Köstlichkeiten

BEZIRK PERG. Seit dem 4. April können vorbestellte Speisen wieder direkt beim Wirt abgeholt werden. Eine entsprechende Änderung der Covid-19-Verordnung wurde vorgenommen, teilte die WKÖ ...

Mit Bschoad-Binkerl soll auch während Corona Brauchtum erhalten bleiben

PERG. Trotz der Coronakrise gibt es in Perg gesegnete Speisen für das Osterfest. Denn die fünf Innenstadtbetriebe Fleischerei Amstler, Bäckerei Frauendorfer, Kern und Pani sowie Annemarie ...

„Ich geb nicht auf“: Junger Gastronom aus St.Georgen/Gusen trotzt der Krise

ST. GEORGEN/GUSEN. Vor etwas mehr als einem Jahr hat Adrian Sabou in St. Georgen an der Gusen das Saboutage eröffnet. Ein junger Gastronom mit dennoch viel Erfahrung von der Kitzbühler Nobelhütte ...