Naturschauspiel von seltenen Gästen versetzt Perger in Staunen
BEZIRK PERG. Dass alljährlich ab März die Zahl der Sichtungen von Störchen in den ländlichen Teilen der Region Machland zunimmt, ist nichts Außergewöhnliches – dass nun aber ausgerechnet mitten in der Bezirksstadt Perg ein Paar versucht, einen Horst zu bauen, schon eher.

Waren die Nistplätze im Bezirk Perg bislang auf die bekannten Stätten am Dach der Volksschule Saxen und bei Blumen Luger in Grein beschränkt, so ziehen zwei Weißstörche derzeit am Perger Bahnhofsareal die Blicke auf sich. Nicht nur jene der Stadtbewohner, sondern auch die von interessierten Gästen aus allen Teilen des Bezirkes, die am vergangenen Wochenende das Naturschauspiel vor Ort beobachteten.
Störche als Dauergast?
Ob man sich in der Bezirksstadt allerdings dauerhaft über die neuen, prominenten Bewohner – oder gar bald auch über Storchennachwuchs – freuen darf, ist derzeit noch offen. „Storchenpaare benötigen in der Regel ein bis zwei Wochen, um einen Horst einzurichten und diesen für die Brut vorzubereiten. Daran arbeiten die Perger Neuankömmlinge, die einige Tage zuvor noch bei der Firma Hueck Folien in Baumgartenberg kurzzeitig Quartier bezogen haben, akribisch. Wie am Wochenende zu beobachten war, hat in erster Linie das Männchen Äste aus umliegenden Perger Gärten gesammelt und zum Horst gebracht, wo das Weibchen um das Verflechten bemüht war. Ob der Horstbau tatsächlich von Erfolg gekrönt ist, hängt natürlich aber auch vom Wetter ab“, erklärt Robert Gattringer, der für den Naturschutzbund Machland seit vielen Jahren das Storchenaufkommen in der Region genau unter die Lupe nimmt und dokumentiert. Der Experte weiß daher auch, wo die Chancen auf den ersten Storchennachwuchs 2021 derzeit am besten stehen. „Am Dach der Volksschule Saxen wird bereits länger gebrütet, in Grein hingegen war der Storch noch auf der Suche nach einem Weibchen und ist erst am Montag fündig geworden. Ob es auch in Perg erstmals zu einem Brutversuch kommt, wird die Natur weisen“, sagt Gattringer, der das Anbringen einer Nisthilfe noch für verfrüht hält. Dies mache erst Sinn, wenn die Störche in Zukunft – von sich aus – regelmäßig die Bezirksstadt anfliegen.


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