„Das Erkunden anderer Länder mit dem Rad ist wie eine Sucht für mich“
MITTERKIRCHEN. Der abenteuerlustige Mitterkirchner Hans Huber (62) liebt es, auf dem Fahrrad die Welt zu bereisen und in fremde Kulturen einzutauchen.

„Bis zu meinem 50. Lebensjahr hatte ich mit dem Radfahren recht wenig am Hut“, erinnert sich Hans Huber. Das sollte sich grundlegend ändern. 2010 nahm ihn sein Freund zu einer Radtour von Tirol (über den Reschenpass) nach Verona mit. Nun war die Leidenschaft geweckt. Seither hat Huber insgesamt 39 Länder mit dem Rad bereist oder teilweise durchquert. „Ich bin richtig süchtig geworden“, erinnert er sich mit einem Lächeln zurück. Eine schöne Sucht, wohlbemerkt – und eine gesunde.
Denn der Mitterkirchner nennt heute nicht nur eine riesige Schatzkiste an spannenden und emotionalen Reiseerlebnissen sein Eigen, auch seine körperliche Fitness und Kondition haben sich seit seiner ersten Tour 2010 massiv verbessert. Doch der Reihe nach. Als Huber nach seiner ersten Radreise der Hunger auf weitere überkam, merkte er eines: „Ich muss eigentlich jeden Tag etwas für meine Kondition tun und Kraft in den Beinen aufbauen, damit ich längere Touren durchhalte.“ Gesagt, getan. Er stellte seinen Alltag um und fuhr fortan jeden Tag mit dem Rad von Mitterkirchen zu seiner damaligen Arbeitsstelle im Raum Enns. 45 Kilometer hatte er auf diese Weise täglich in den Beinen.
Die Länder, die Huber seither mit dem Fahrrad bereist hat, erstrecken sich auf alle Himmelsrichtungen und mehrere Kontinente. Zu fernen Destinationen wie Kuba, Thailand oder Marokko flog er freilich mit dem Flugzeug, um erst am Flughafen des Ankunftslandes sein Fahrrad zu besteigen und das jeweilige Land zu durchqueren. In Europa hat er sich so gut wie alle Nationen schon „erradelt“.
In Island gehungert
An Skandinavien faszinierte Huber die traumhafte Landschaft – die Preise dort hat er aber als abschreckend in Erinnerung. In Island hat der heute 62-Jährige erstmals in seinem Leben gehungert: „Ich habe mich damals in der Planung meiner Tour etwas verschätzt und meine Vorräte gingen zu Ende. Das nächste Geschäft war hunderte Kilometer entfernt. In solchen Situationen ist man für jede Hilfe und Gastfreundschaft dankbar“, erinnert sich der Mitterkirchner. Um sich im Ausland besser verständigen zu können, besuchte Huber in seiner reisefreien Zeit Englischkurse. Auch bei den Vorbereitungen und Streckenplanungen nimmt er sich mehr Zeit als früher und überlässt weniger dem Zufall. „Wenn man sich öfter mal um dutzende Kilometer verfahren hat, dann merkt man sich das und lernt aus Fehlern“, sagt er.
Quartiersuche erst vor Ort
Quartiere bucht der Hobbysportler dennoch keine im Voraus, sondern lässt sich auf das jeweilige Land und die Gegebenheiten vor Ort ein. „Darin liegt für mich der Reiz dieser individuellen Art des Reisens. Der Lohn für den Mut und die Ungewissheit, der man sich dadurch aussetzt, sind unvergessliche Erlebnisse und Begegnungen“, schwärmt der Mitterkirchner.


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