Wo die Milchkühe noch auf ihren Namen hören
KLAM. Wer sich Milch und Milchprodukte im Hofladen der Familie Aigner (vulgo „Auer im Sommerhaus“) abholt, kann sich über ein Fernsehgerät live die Kühe im angrenzenden Stall anschauen. Eine der vielen Besonderheiten auf diesem Bauernhof, wo Tiere nicht als Ware, sondern als wichtige Mitglieder am Betrieb gesehen werden.

Früher, da war es noch üblich, dass man den Milchkühen Namen gab. Berta, Zenzi, Dorli und wie sie üblicherweise alle hießen, freuten sich über ein Tätscheln am Hals oder über ein kurzes Kraulen hinter dem Ohr, wenn der Bauer oder die Bäuerin in den Stall kam und nach ihnen schaute. Mit der Massentierhaltung sind Betriebe, die diese so wichtige Beziehung zwischen Mensch und Tier pflegen und leben, immer rarer geworden. Zum Glück gibt es sie noch, jene Landwirte, die ihre Tiere nicht als Objekte, sondern als fühlende Wesen betrachten und in ihnen die Grundlage ihrer Existenz sehen. Einer davon ist der Betrieb von Martin und Inge Aigner. „Nicht umsonst haben wir im Hofladen eine Liveschaltung zu den Kühen im Stall aufgestellt. Wir haben nichts zu verstecken und wollen unseren Kunden zeigen, woher unsere Milch und die daraus erzeugten Milchprodukte kommen“, sagt Inge Aigner.
Erste Experimente vor über zwei Jahrzehnten
Schon vor über 20 Jahren begann die Landwirtin und dreifache Mutter, mit der Herstellung von Milchprodukten zu experimentieren. Anfangs waren es verschiedene Topfenerzeugnisse, mit denen eine ganz kleine Gruppe an Stammkunden beliefert wurde. Durch Mundpropaganda wurde der Ruf nach „mehr“ immer lauter und Martin und Inge Aigner entschlossen sich, in die Direktvermarktung einzusteigen und einen eigenen Hofladen aufzumachen.
Heute ist das Sortiment beachtlich. Bei der Wieselburger Ab-Hof-Messe regnet es in der Kategorie „Kasermandl“ regelmäßig Medaillen für den Klamer Milchhof. „Das ist jedes Mal wieder eine große Ehre für unsere Arbeit“, sagt Inge Aigner und fügt hinzu: „Doch am meisten freue ich mich, wenn ich positives Feedback direkt von den Kunden bekomme und von ihnen Sätze höre wie: ,Das schmeckt halt noch richtig selbstgemacht und wie früher.‘“ Selbstgemacht. Das ist genau das richtige Stichwort. Denn auch bei den Fruchtmischungen für die vielen verschiedenen Joghurts verwendet Inge Aigner ausschließlich selbst gepflücktes Obst und zaubert daraus – ohne viel Zucker hinzuzufügen – süße Kombinationen. Je nach Saison gibt es dann auch Besonderheiten wie Heidelbeer-Holunder-Joghurt oder Erdbeer-Aronia-Topfencreme. Experimentierfreudig ist die 45-jährige Landwirtin auch bei den pikanten Topfenaufstrichen. Großer Beliebtheit erfreuen sich etwa ihre Käsebällchen und -ecken in Öl.
Frisches Brot am Donnerstag
Der Selbstbedienungs-Hofladen (Unterhörnbach 2, Klam), wo auch Holzofenbrot (Donnerstagmittag ganz frisch!) und Produkte anderer Direktvermarkter angeboten werden, hat rund um die Uhr offen. Die Auer-Milcherzeugnisse gibt es auch am Perger und Baumgartenberger Bauernmarkt, am Greiner Stadtmarkt, beim Unimarkt Saxen, Geflügelhof Essl, Gemüsehof Derntl sowie im Pabneukistl.


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