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BAUMGARTENBERG. Am Ziegenhof Kastner leben Mensch und Tier in einer Einheit zusammen, die das Herz und die Seele berührt. Dass die Ziegenmilchprodukte, die auf diesem Bauernhof hergestellt werden, köstlich schmecken und mehrfach prämiert wurden, scheint geradezu die logische Konsequenz aus dem guten Umgang mit den Tieren zu sein.

  1 / 5   Carina und Patrick Steinkellner mit Töchterchen Hannah und ihren vielen Ziegen. (Foto: Riegler-Aspelmayr)

Ziege Lotti ist eine ganz Freche. Kaum betritt Landwirt Patrick Steinkellner die Weide, stellt sie sich ihm in den Weg und bewegt sich erst, wenn sie ein paar Streicheleinheiten abbekommen hat. „Lotti ist die Verzogenste von allen“, erzählt der 31-jährige Jungbauer lächelnd. „Gleich nach der Geburt wurde sie von ihrer Mutter verstoßen, weil sie recht schwach war. Wir haben sie dann mühsam und mit viel Zuwendung aufgepäppelt. Das hat sie sich gemerkt und fordert den Körperkontakt bis heute ein.“

100 Ziegen zu melken

Zum Glück ist Lotti die Einzige, die so eigensinnig auf Streicheleinheiten beharrt. Würden das alle tun, kämen Patrick Steinkellner und seine Frau Carina zu keiner Arbeit mehr, denn immerhin gibt es 100 Ziegen auf ihrem Hof, die zwei Mal täglich gemolken und versorgt werden wollen. Dabei helfen zum Glück auch die Seniorchefs Rudolf und Christine Kastner eifrig mit. Sie waren es auch, die mit der Bio-Ziegenhaltung vor genau 30 Jahren begonnen hatten. „Damals wurden meine Eltern noch von manchen belächelt“, erzählt Jungbäuerin Carina Steinkellner und meint weiter: „Doch sie stiegen aus Überzeugung auf Bio und die Direktvermarktung um.“ Rückblickend hat sich der Sprung ins kalte Wasser gelohnt. Im Ab-Hof-Verkaufsraum hängen so viele Preise und Auszeichnungen, dass man den Überblick verliert. „Da hat sich mit den Jahren schon einiges zusammengesammelt“, sagt Carina Steinkellner lächelnd.

Hofübergabe vor einem Jahr

Vor einem Jahr wurde der Betrieb übergeben. „Die Fußstapfen, in die wir treten, sind groß“, sagt Patrick Steinkellner, doch wir führen den Betrieb und die Käserei mit der gleichen Leidenschaft wie meine Schwiegereltern und das ist ein gutes Vorzeichen“, sagt er.

Aus der Ziegenmilch, die von vielen wegen ihrer zahlreichen gesundheitlichen Vorteile geschätzt wird, wird am Ziegenhof Kastner Topfen und Schnittkäse in vielen verschiedenen Variationen hergestellt. Im Winter, wenn die Tiere trächtig sind, steht die Produktion quasi still und wird erst im März wieder aufgenommen. „Uns ist wichtig, dass wir die Tiere nicht ausbeuten und das ganze Jahr durchmelken, sondern dass sie naturnah leben, sich vermehren und auch ihrem Nachwuchs für einige Zeit ihre Milch schenken können“, sagt Carina Steinkellner, während sie den Stall betritt.

Doch Halt. War das nicht eben ein Rehlein, das da zwischen den vielen Ziegen hervorguckte? „Ja, das ist Gerti, unser Reh“, sagt die Landwirtin. „Das Kitz wurde uns zur Aufzucht gebracht, nachdem die Mutter beim Mähen getötet wurde. Gerti lebt nun mit den Ziegen mit. Sie haben sie akzeptiert, obwohl sie anders ist.“ In manchem sind uns die Vierbeiner offenbar weit voraus. Die Menschheit ist leider bisweilen nicht derart sozial.

Öffnungszeiten

Ab Hof wird immer Montag- und Donnerstagvormittag verkauft. Die Ziegenmilcherzeugnisse sind auch am Perger Wochenmarkt, dem Greiner Stadtmarkt sowie am Bauernmarkt Baumgartenberg erhältlich.


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