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Erste Hilfe rettet Leben: Naarner blickt 20 Jahre nach seinem Herzinfarkt zurück

Michaela Primessnig, 23.08.2023 13:33

NAARN. Wie wichtig es ist, wenn jemand im Notfall richtig reagiert und die Rettungskette funktioniert, davon kann der 64-jährige Naarner Georg Gruber berichten. Seit zwei Jahrzehnten feiert er im Sommer seinen zweiten Geburtstag. Im Tips-Gespräch erinnert er sich zurück und will andere motivieren, Erste Hilfe-Kurse zu besuchen.

Mit dem Rettungshubschrauber brachte Georg Gruber ins Krankenhaus. (Foto: Rotes Kreuz)
  1 / 2   Mit dem Rettungshubschrauber brachte Georg Gruber ins Krankenhaus. (Foto: Rotes Kreuz)

„Dieser Tag läuft heute noch anders ab. Man denkt einfach den ganzen Tag zurück, auch wenn die Erinnerung langsam verblasst“, erzählt der 64-jährige Pensionist. Damals hatte seine Schwägerin ihn nach dem Mithelfen auf der Baustelle bei seiner Familie noch zur Jause geladen. Doch Georg Gruber hatte keine Zeit mehr, weil er zur Feuerwehr-Übung musste. „Plötzlich muss mein kleiner Neffe gerufen haben: Den Onkel hat es umgehaut“, das alles kennt Georg Gruber nur aus Erzählungen.

Sein Bruder Johannes hat dann gleich richtig reagiert und mit der Wiederbelebung begonnen, als er realisiert hatte, wie ernst die Lage ist und sein Bruder einen schweren Herzinfarkt hatte. Nach der Alarmierung der Rettung durch die Schwägerin waren auch die Einsatzkräfte schnell vor Ort und Georg Gruber konnte rasch versorgt und mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden. „Dem raschen Eingreifen des Teams vom Roten Kreuz Perg mit Gerald Hackl, Gerhard Knoll und Nicole Pöllhuber, dem mit alarmierten Arzt Dr. Johann Lettner sowie der Crew vom Rettungshubschrauber mit Pilot Wolfgang Hiesböck, Notärztin Lilli Schuhmacher und Notfallsanitäter Andreas Heinz ist es zu verdanken, dass ich eine zweite Chance bekommen habe“, so Gruber, der sich damit einmal mehr für den Einsatz bedankt.

Erste-Hilfe-Ausbildung vorangetrieben

Nach drei Wochen bester Betreuung auf der Intensivstation im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz und vier Wochen Rehabilitationsaufenthalt in Großgmain konnte der frühere Amtsleiter der Gemeinde Naarn sein gewohntes Leben wieder aufnehmen und zu seiner Familie zurückkehren und auch so nach und nach seinem Job wieder wie gewohnt nachgehen. „Gott sei Dank ist alles so gut gelaufen und jetzt kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass es mir nach wie vor sehr gut geht“, so Gruber. Sein Erlebnis hat ihm auch vor Augen geführt, wie wichtig es ist, dass Menschen in Erster Hilfe ausgebildet sind. „Mir war deswegen das Thema ein riesiges Anliegen. Wir haben mit der Unterstützung von Sponsoren schnell einen Defi in der Gemeinde angeschafft und haben viele Erste-Hilfe-Kurse für die Kollegen organisiert“, erzählt Gruber. Auch bei der Feuerwehr war es ihm wichtig, die Feuerwehr-medizinische Ausbildung in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz voranzutreiben.

Weil im Ernstfalljede Minute zählt

„Es geht um Minuten, die entscheiden, wie jemand weiterleben kann und ob. Ich hatte meinen Lotto-Sechser schon, das ist mir bewusst“, weiß der Naarner. „Bis auf ein paar Medikamente und regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen kann ich alles machen. Das ist nicht selbstverständlich.“ Der 64-jährige Naarner möchte sich nicht nur bedanken bei allen, die an seiner Rettung beteiligt waren, sondern auch andere Menschen motivieren, regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse zu besuchen.

Erste-Hilfe-Schwerpunkt im September

Wie jedes Jahr setzt das Rote Kreuz im Bezirk auch heuer nach dem Welttag der Ersten Hilfe am 9. September wieder einen Schwerpunkt und bietet ein geballtes Kursprogramm an.

Am Montag, 25. September, werden in allen Rotkreuz-Ortsstellen vierstündige Kurse angeboten. „Dabei werden die allerwichtigsten lebensrettenden Maßnahmen vermittelt, damit man für solche Ernstfälle gerüstet ist“, so Lehrsanitäter Marc Hofer.

Man kann sich bereits für die Kursabende, die von 18.30 bis 22.30 Uhr dauern, anmelden. Natürlich gibt es auch umfassendere Kurse über 16 Stunden. Über die Termine kann man sich einen guten Überblick verschaffen auf: www.erstehilfe.at


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