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KATSDORF. Julia Kaindlstorfer hat sich vergangenen Oktober mit „räuber:mädchen“ als Sexualpädagogin selbstständig gemacht und möchte Sexualität in all ihren Facetten ins Scheinwerferlicht rücken. Mit Tips hat sie anlässlich des Weltfrauentages über das Thema Rollenbilder gesprochen.

Die keine Häkelpuppe begleitet Julia seit Beginn als Maskottchen. (Foto: Fineartphotograpy)
  1 / 3   Die keine Häkelpuppe begleitet Julia seit Beginn als Maskottchen. (Foto: Fineartphotograpy)

„Das ist genau mein Ding“, sagt die 34-jährige Katsdorferin Julia Kaindlstorfer. Sie hat sich nach einer Ausbildung, unter anderem an FH Linz, als Sexualpädagogin selbstständig gemacht.

„Ich habe im Zuge meiner Abschlussarbeit bemerkt, dass viel Literatur zum Thema Sexualität und Aufklärung völlig veraltet ist“, erklärt sie.

Dort möchte sie ansetzen und frischen Wind in die alten, starren Strukturen bringen. Die junge Frau gibt Workshops an Schulen und hält Vorträge für Eltern oder Pädagoginnen.

Vor allem die Elternbildung ist Julia wichtig: „Ich möchte den Eltern die Angst vor der Aufklärung ihrer Kinder nehmen und sie dabei unterstützen.“

Dazu bietet sie auch Einzelberatungen an. Erreichbar ist Julia auf ihrer Website www.raeubermädchen.at. Sie betreibt auch einen Instagramkanal, wo sie Beiträge zu Fragen teilt, die Sexualität, aber auch Gleichberechtigung und Feminismus betreffen.

Rollenklischees adé

„Feminismus ist einfach ein Herzensthema von mir“, schwärmt Julia. Gerade Rollenklischees und stereotype Rollenbilder, die Farben, Attribute oder Berufe einem bestimmten Geschlecht zuschreiben, seien immer noch allgegenwärtig.

„Als Frau wird einem oft wenig zugetraut“, so Julia. Sie selbst hat erlebt, dass beim Hausbau von Handwerkern oft automatisch ihr Mann als Ansprechpartner galt und in wichtigen Belangen nach ihm gefragt wurde.

Die Trennung fange bereits in der Kindheit an. Auf blauen Gummistiefeln stehe oft, dass sie für Jungen seien, auf rosaroten, für Mädchen.

„Schon da werden die Kinder in eine Schiene gedrängt“, so Julia. Sie ist überzeugt davon, dass durch das fehlende Bewusstsein, dass Rollenklischees keine Wahrheiten sondern veraltete Denkmuster sind, vielen Kindern Chancen genommen werden.

„Kinder sollen sich in alle Richtungen entfalten dürfen!“ Ob nun Mädchen Fußball spielen wollen und kurze Haare haben möchten oder Burschen Tanzunterricht in glitzernden Turnschuhen nehmen wollen.

„Lasst euch nicht dreinquatschen“

Gegen diese festgefahrenen Denkmuster anzukämpfen sei oft gar nicht so einfach, so die Sexualpädagogin.

Essentiell sei aber, als gutes Vorbild voran zu gehen und sich von anderen kein schlechtes Gewissen einreden zu lassen.

„Es ist auch wichtig, Sachen anzusprechen und nicht einfach wegzuschauen“, erklärt Julia.

Auch Männer seien hier in der Verantwortung Probleme anzusprechen und diese Einstellung auch ihren Kindern weiterzugeben.


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