Vom eigenen Weg zur Berufung – Powerfrau aus Schwertberg gibt Halt im Alltag
SCHWERTBERG. Auf der ganzen Welt wird am Sonntag, 8. März, der Internationale Frauentag gefeiert. Eine gute Gelegenheit, um eine Powerfrau vor den Vorhang zu holen. Tips hat Elisabeth Weiss zum Gespräch getroffen. Sie arbeitet als psychosoziale Beraterin in Schwertberg und bietet unter dem Namen „FemSoulPower“ Coaching speziell für Frauen an.

Eigene persönliche Herausforderungen führten Elisabeth Weiss zu ihrem heutigen Beruf: Sie hatte längere Zeit einen unerfüllten Kinderwunsch – eine prägende Phase, in der sie erlebt hat, wie gut es tut, wenn man in schwierigen Zeiten jemanden an der Hand hat, der einen stärkt, begleitet und Halt gibt. Aus dieser Erfahrung heraus entschied sie sich für die Ausbildung zur psychosozialen Beraterin. Im Mai 2024 – zwei Jahre nach der Geburt ihres ersten Kindes – eröffnete die Schwertbergerin ihre eigene Praxis. Dort bietet sie, neben dem Coaching speziell für Frauen, unter dem Titel „ExamHeroes“ auch Unterstützung bei der mentalen Vorbereitung auf Prüfungen an.
Der Kampf, allen Lebensbereichen gerecht zu werden
Vor allem Herausforderungen rund um Kinderwunsch, Schwangerschaft, Elternschaft, Familie, Partnerschaft und Beruf, bringen Frauen in die Praxis von Elisabeth Weiss. „Meine Klientinnen stehen ganz oft an einem Punkt, an dem sie so einfach nicht mehr weitermachen wollen“, erzählt sie. „Von außen betrachtet scheint ihr Leben oft perfekt, innerlich kämpfen sie damit, allen Anforderungen in Beruf und Familie gerecht zu werden. Die Frauen sind häufig unter Dauerstress.“ Im Coaching beginnt alles dann oft zunächst mit der Frage „Wer bin ich eigentlich?“. „Die Frauen lernen sich selbst und ihre Gefühle und Bedürfnisse kennen“, erklärt die Expertin. „Dadurch entsteht Klarheit, neue Denkweisen werden entwickelt und Lösungen für den Alltag zeigen sich auf.“
Der eigene Perfektionismus als Hürde
Inwieweit Frauen heute noch von traditionellen Rollenbildern geprägt werden? „Ich habe den Eindruck, dass viele Glaubenssätze darüber, wie eine Frau zu sein hat, einfach noch tief sitzen und – oft auch unterbewusst – Druck ausüben“, betont die Schwertbergerin. „Die gesellschaftlichen Erwartungen prägen häufig die Ansprüche, die Frauen an sich selbst stellen und zur Belastung werden. Wer stets perfekt sein will, gerät automatisch in Zweifel und Überforderung – es wird immer etwas geben, das man nicht kann.“
Selbstvertrauen als Schlüssel
„Bei der inneren Arbeit an sich selbst spielt vor allem das Selbstvertrauen eine große Rolle“, weiß die psychosoziale Beraterin. „Fehlt es an Selbstvertrauen, besteht die Gefahr, dass man versucht, jemand anderes zu sein. Wenn Entscheidungen anstehen, bestimmen dann die Reaktionen aus dem Umfeld was richtig, und was falsch ist – und nicht die eigenen Bedürfnisse.“ Elisabeth Weiss unterstützt Frauen im Coaching darin, selbstbestimmt zu handeln und für sich einzustehen.
Schicht für Schicht
Eine Erkenntnis ist Elisabeth Weiss besonders wichtig zu erwähnen: „Die Arbeit an sich selbst endet nie.“ Um dies zu verdeutlichen, bringt sie zum Vergleich eine Zwiebel ins Spiel: „Hat man eine Schicht abgeschält, kommt die nächste. Die eigene Persönlichkeit wächst mit jeder Schicht die abgeworfen wird ein bisschen mehr.“ Was ihren Arbeitsalltag als psychosoziale Beraterin immer wieder bereichert? „Das Strahlen der Klientinnen, wenn Klarheit entsteht und sie wieder einen Weg sehen.“


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