Wenn Tod und Trauer zum Gespräch werden – „Hospiz macht Schule“ an der HAK Perg
PERG. Für die 3AK, 3BK und 3MK der HAK Perg fanden Projekttage mit dem Verein „Hospiz macht Schule“ statt. In ganztägigen Workshops konnten sich die Schüler intensiv mit den Themen Tod, Trauer und Abschied auseinandersetzen. Die Veranstaltung wurde von Professorin Magdalena Fröhlich initiiert und in Zusammenarbeit mit den Religionskollegen umgesetzt.

Geleitet wurden die Workshops von erfahrenen Vertreterinnen des Vereins „Hospiz macht Schule“, die zugleich als freiwillige Hospizbegleiterinnen tätig sind. Sie berichteten offen und einfühlsam von ihrer Arbeit in der Sterbebegleitung und beantworteten sämtliche Fragen der Jugendlichen. Besonders geschätzt wurde dabei die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen über eigene Unsicherheiten und Gedanken zu sprechen.
Tipps für den Umgang mit Trauernden
Ein besonderes Highlight war das „Bullshit-Bingo für Trauernde“, ein humorvoll gestaltetes Reflexionswerkzeug, das typische, oft wenig hilfreiche Reaktionen im Umgang mit Trauer sichtbar macht. Die Schüler konnten dadurch besser verstehen, welche Aussagen tröstlich sind – und welche eher unpassend. Viele meinten danach, dass sie sich im Alltag künftig sicherer fühlen, wenn sie mit herausfordernden Situationen oder trauernden Menschen in Kontakt kommen.
Das Leben mit schönen Momenten füllen
In Erinnerung geblieben ist auch die Rückmeldung einer Schülerin in der Abschlussrunde. Sie sagte, sie habe erwartet, dass der gesamte Vormittag sehr traurig sein würde – tatsächlich sei es aber überraschend lustig und lebensbejahend gewesen. Diese Erfahrung teilten viele: Die Workshopleiterinnen betonten immer wieder, wie wichtig es sei, das Leben mit schönen Momenten zu füllen.
Einblicke in die Tätigkeiten in der Bestattungsbranche
Am Nachmittag besuchten die Klassen das Bestattungsunternehmen Knoll. Ferdinand Knoll und Gudrun Haderer gewährten interessante Einblicke in den Arbeitsalltag und die Besonderheiten des Familienbetriebs. Die Schüler besichtigten unter anderem die Druckwerkstatt, in der Trauerparten und Gedenkbücher gestaltet werden, sowie die Werkstatt zur Sargaufbereitung. Dadurch erhielten sie ein umfassendes Bild davon, wie vielfältig und verantwortungsvoll die Tätigkeiten in der Bestattungsbranche sind.
„Mut, Leichtigkeit und Hoffnung“
„Die Projekttage hinterließen bei den Jugendlichen einen nachhaltigen Eindruck. Sie nahmen nicht nur fachliche Einblicke, sondern vor allem wertvolle persönliche Erfahrungen mit – und die Erkenntnis, dass das Gespräch über schwierige Themen wie Tod und Trauer auch Mut, Leichtigkeit und Hoffnung schenken kann“, fasst Professorin Magdalena Fröhlich zusammen.


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