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"Ich nehme einen Kronsteiner-Platz an der Donau nicht an"

Jennifer Wiesmüller, 17.04.2026 12:44

GREIN. Die Stadtgemeinde Grein plant, den Bereich des Römer-Rastplatzes beim Greiner Hafen am Donau-Radweg nach dem Greiner Motorboot-Weltmeister Johann Kronsteiner zu benennen. Zuvor stand bereits über einen längeren Zeitraum zur Diskussion, den Ignaz-Schwaiger-Weg in den Johann-Kronsteiner-Weg umzubenennen. Diesem Vorschlag wird jedoch nicht nachgegangen, wie die Stadtgemeinde Grein in einer Aussendung bekanntgab.

Der ehemalige Motorbootsportler Johann Kronsteiner krönte sich am 19. September 1993 in seiner Heimatstadt Grein zum Weltmeister. (Foto: Kronsteiner)

„Im Verkehrsausschuss und im Kulturausschuss der Stadtgemeinde Grein wurde über die Umbenennung des Ignaz-Schwaiger-Weges in den Johann-Kronsteiner-Weg ausführlich beraten“, heißt es in der Aussendung. Nach eingehender Prüfung erfolgte im Verkehrsausschuss die einstimmige Empfehlung, von einer Umbenennung abzusehen. Dieser Empfehlung folgte der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag, 16. April. 

Johann Kronsteiner hat mit seinen Erfolgen im Motorbootsport – insbesondere mit seinem Weltmeistertitel – Grein international bekannt gemacht und zählt zu den bedeutendsten Sportpersönlichkeiten der Stadtgeschichte. Um seine Leistungen dennoch angemessen zu würdigen, ist vorgesehen, den Römer-Rastplatz nach dem Weltmeister zu benennen.

Römerplatz als Alternative

„Uns war wichtig, eine Lösung zu finden, die sowohl die historische Bedeutung bestehender Straßennamen respektiert als auch die Leistungen eines großen Greiner Sportlers würdigt“, betont Bürgermeister Rainer Barth (ÖVP). „Mit dem geplanten Johann-Kronsteiner-Platz an der Donau würden wir einen attraktiven Ort der Erinnerung an die sportlichen Erfolge von Johann Kronsteiner schaffen.“ Geplant ist, beim bisherigen Römer-Rastplatz eine Gedenktafel mit Bildern und Informationen über die sportlichen Erfolge von Johann Kronsteiner anzubringen. 

Kronsteiner zeigt sich enttäuscht

Der Motorboot-Weltmeister selbst zeigt sich von den Plänen jedoch wenig begeistert: „Ich finde es als Trauerspiel, ja menschenunwürdig, wie mit dem Thema Kronsteiner Weg umgegangen wird. Es reicht mir, ich nehme einen Kronsteiner-Platz an der Donau nicht an“, so Johann Kronsteiner in seiner schriftlichen Stellungnahme an Tips. „Der Ignaz-Schwaiger-Weg wurde nach einem Bürgermeister des 19. Jahrhunderts benannt, der in diesem Bereich landwirtschaftliche Flächen hatte. Der Wunsch zur Umbenennung dieser Verkehrsfläche nach Kronsteiner-Weg ist auch damit begründet, dass hier mein Elternhaus stand, ich hier aufgewachsen bin und jetzt mein Sohn hier sein Haus hat. Der Greiner Kulturwissenschaftler Karl Hohensinner hatte einen guten Vorschlag. Er vertrat die Ansicht, dass man den ersten Teil des Ignaz-Schwaiger-Wegs  entlang der Bahn in ‚Johann-Kronsteiner-Weg‘ umbenennen soll. Der Rest soll der Ignaz-Schwaiger-Weg bleiben. Ich hätte diese Variante begrüßt.“


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