Demenzsimulator sorgt im Bezirk Perg für Perspektivenwechsel
PERG. Wie schnell selbst einfache Aufgaben zur Belastung werden können, zeigt der Demenzsimulator „Hands-on-Dementia“. Lehrlinge und Mitarbeitende des Roten Kreuzes Perg und des Sozialhilfeverbandes Perg haben ihn bei einem Workshop getestet. Künftig soll er auch bei Kursen und Fortbildungen im Bezirk eingesetzt werden.

Aufstehen, sich anziehen, etwas suchen oder eine Aufgabe erledigen: Was im Alltag meist selbstverständlich funktioniert, wird mit dem Demenzsimulator „Hands-on-Dementia“ plötzlich schwierig. Wahrnehmung, Orientierung, Konzentration und Informationsverarbeitung werden dabei gezielt erschwert.
Lehrlinge und Mitarbeitende des Roten Kreuzes Perg und des Sozialhilfeverbandes Perg konnten den Simulator bei einem Workshop ausprobieren. Dabei wurden Verunsicherung, Zeitdruck und Überforderung rasch spürbar.
„Es war überraschend, wie schnell ich mich überfordert gefühlt habe“, berichtet eine Teilnehmerin. Ein Lehrling beschreibt seine wichtigste Erkenntnis so: „Jetzt verstehe ich besser, warum Geduld oft viel wichtiger als Erklärungen ist.“
Simulator schafft Verständnis
Der Simulator kann eine Demenzerkrankung nicht vollständig nachbilden. Er soll aber einen Eindruck davon vermitteln, mit welchen Schwierigkeiten Betroffene im Alltag konfrontiert sein können.
„Der Simulator macht erlebbar, was Menschen mit Demenz täglich bewältigen müssen. Das schafft Verständnis und hilft, ihnen mit mehr Geduld und Respekt zu begegnen“, sagt Bezirkshauptmann Werner Kreisl, Obmann des Sozialhilfeverbandes Perg als Träger des Netzwerkes Demenz.
Der Sozialhilfeverband Perg hat „Hands-on-Dementia“ für die Demenzberatung des Netzwerkes Demenz im Bezirk Perg angeschafft. Künftig soll der Simulator bei Workshops, Kursen und Fortbildungen zum Einsatz kommen.
Unterstützung vom Roten Kreuz
Auch das Rote Kreuz Perg unterstützt das Angebot. „Als Partner im Netzwerk Demenz wollen wir Menschen sensibilisieren und Sicherheit im Umgang mit Demenz geben. ‚Hands-on-Dementia‘ schafft dafür einen besonderen Zugang“, sagt Christian Geirhofer, Bezirksgeschäftsleiter des Roten Kreuzes Perg.
Besonders für Angehörige und Zugehörige kann der Perspektivwechsel hilfreich sein. Wer besser nachvollziehen kann, wie Menschen mit Demenz Situationen wahrnehmen, kann Verhaltensweisen leichter einordnen und Erwartungen im gemeinsamen Alltag anpassen.
Auch Unternehmen, Vereine und Organisationen im Bezirk Perg können gemeinsam mit dem Netzwerk Demenz Workshops mit dem Simulator organisieren.








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