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Online Redaktion, 24.07.2024 10:23

BEZIRK PERG. Wenn am 10. August die Perger Mühlsteinrallye gestartet wird, freut sich die Touristik im Raum Schwertberg und darüber hinaus über rund 1.000 Übernachtungen. Andererseits steht der Motorsport immer wieder in der Kritik, Stichwort Nachhaltigkeit.

10. August: Perger Mühlsteinrallye (Foto: Harald Illmer)
10. August: Perger Mühlsteinrallye (Foto: Harald Illmer)

Es sind rund 80 Teams, die zu dem zweitägigen Event (Besichtigung der Strecken am 9. August, Rallye am 10. August) erwartet werden - ein Team besteht aus Fahrer/Beifahrer und mindestens einem Mechaniker, dazu kommen aber auch Freunde und Helfer der Teams, das Organisationsteam der Veranstalter und die zahlreichen Fans des Rallyesports, die recht gerne einen Kurzurlaub mit dem Rallyebesuch verbinden. Und weil Sport stets auch Hunger weckt, kann die lokale Gastronomie mit einem guten Geschäft rechnen. Die Rallye ist also nicht nur eine sportliche, sondern auch eine wirtschaftliche Bereicherung.

„Hui statt Pfui“ - Mühlsteinrallye hinterlässt keine Abfälle

Bei der Auswahl der Strecken werden die Anrainer stets mit einbezogen - die Prüfungen sind so angelegt, dass niemand in seinem Haus „eingesperrt“ wird. Sollte es in seltenen Fällen dennoch nötig sein, dass ein Anwohner für eine bestimmte Zeit lang nicht mit seinem Auto von und zu seinem Wohnsitz fahren kann, wird mit ihm eine Vereinbarung getroffen, etwa ein Thermenbesuch angeboten. Oft sind diese Anrainer ohnehin große Rallyefans und freuen sich, wenn die Rallye-Elite an ihrem Haus vorbeifährt, sie also vom eigenen Garten aus zuschauen können. Selbstverständlich übernehmen die Veranstalter auch die Reparatur von etwaigen Schäden an den Straßen - bei Schotterpassagen wird ein klares Prozedere für die Wiederherstellung der Strecken vereinbart. Die Veranstalter der Perger Mühlsteinrallye haben sich zudem an der Flurreinigung „Hui statt Pfui“ beteiligt, eine von der oberösterreichischen Landesregierung ins Leben gerufene Littering-Kampagne, bei der gemeinsam Abfälle beseitigt werden.

Motorsport und CO2-Reduktion

Schon im Vorjahr hat das MIG Austria Rallye Team einen synthetischen HVO 100 Diesel Treibstoff eingesetzt, der um 90 Prozent CO2-ärmer ist - und: Michael Kogler konnte damit bei der Perger Mühlsteinrallye 2023 einen Klassensieg erringen. Luca Pröglhöf wiederum heißt jener Jungpilot, der mit der Abteilung Fahrzeugtechnik der HTL Mödling kooperiert - 2018 hat er dort selbst maturiert, seit 2023 bilden die Schüler einen Teil seines Rallyeteams, die künftigen Ingenieure können also direkt im Wettbewerb wertvolle Erfahrungen sammeln. Reges Interesse weckte auch der 14-fache Rekord-Staatsmeister Raimund Baumschlager, als er in Kooperation mit der Firma Kreisel ein elektrisch betriebenes Rallyeauto zum Einsatz brachte. Der Automobilkonzern Stellantis betreibt seit einigen Jahren einen europaweiten Opel e Rallye Cup. In der Formel 1- und auch in der Rallye-Weltmeisterschaft wird längst mit modernen Hybrid- Antrieben gefahren. „Man sieht: Der Motorsport bleibt eine Art Versuchslabor für die automobile Technik der Zukunft“, freuen sich die Veranstalter.

„Wollen fair behandelt werden“

Die Perger Mühlsteinrallye ist wegen ihrer kompakten Gestaltung bei Aktiven und Fans gleichermaßen beliebt. Die Distanzen zwischen den Sonderprüfungen sind gering - sportliche Fans können sogar zu Fuß von einem Zuschauerpunkt zum nächsten wandern. Das Thema Nachhaltigkeit ist im Organisationsbüro der Perger Mühlsteinrallye längst ein wesentlicher Punkt geworden. Ein Beispiel: Während früher zahlreiche Papiere ausgedruckt wurden - Beschlüsse der Rallyeleitung, Zwischenergebnisse und vieles mehr - wird dafür nun die Sportity-App genutzt. „So sparen wir Unmengen von Papier und Toner“, freut sich Peter Medinger vom Rallye Club Perg, der die Perger Mühlsteinrallye organisiert. Das Orga-Team arbeitet bereits auf Hochtouren - was die Nachhaltigkeit von Rallyes anbelangt, hat Medinger einen großen Wunsch: „Wir wollen einfach nur fair behandelt und eingestuft werden - ohne Vorurteile, einfach anhand der Fakten. Und die sind bei uns nicht anders als bei anderen großen Events. Wir bekommen von den Fans und auch den Bewohnern der Region vornehmlich ein gutes Feedback - das ist uns wichtig. Schließlich soll eine Rallye vor allem eines: Spaß machen!“


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