Integration durch Lehre: Pilotprojekt „PAB 25“ für jugendliche Asylwerber
BEZIRK PERG. Mittlerweile werden im Bezirk rund 1000 Asylwerber in 24 Gemeinden beherbergt. Aufgrund der Bestimmungen des Ausländerbeschäftigungsgesetzes stehen diesen kaum Möglichkeiten zur Verfügung, erwerbstätig zu sein. Eine Ausnahme gibt es jedoch für Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren, die in Mangelberufen eine Lehre beginnen können.

„Unser Anliegen ist es, die Asylwerber bei uns möglichst gut zu integrieren. Das geschieht zum einen über die vielen Freiwilligen in den Gemeinden, die höchste Stufe der Integration stellt neben dem Erlernen guter Deutschkenntnisse die Beschäftigung in Unternehmen dar“, so Bezirkshauptmann Werner Kreisl.
Für die Jugendlichen zwischen 16 und 25, die eine Lehre beginnen dürfen, wurde nun von der Bezirkshauptmannschaft gemeinsam mit Wirtschaftskammer und AMS das Pilotprojekt „PAB 25“ entwickelt. Begonnen wurde mit Erhebungsbögen, wie von den Asylwerbern gemeinsam mit den Vertretern der Organisationen ausgefüllt wurden. So konnten die wichtigsten Kenntnisse, bisher abgeschlossene Ausbildungen und auch die Interessen abgefragt werden. Dann wurden die 53 Jugendlichen in verschiedene Kategorien eingeteilt.
Praxistage, Potenzialanalyse und Kontakte mit Firmen
Einige können demnach gleich zu einem Vorstellungsgespräch zugewiesen werden, andere haben die Möglichkeit, einen Praxistag am Poly oder in der Produktionsschule zu absolvieren, wieder andere, welche noch nicht konkret einem Mangelberuf zugeordnet werden können, bekommen die Möglichkeit, beim WIFI eine Potenzialanalyse zu machen. „Es ist ganz wichtig, dass wir schon bei der Berufsfindung ansetzen“, so Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Wolfgang Wimmer. Das Poly und die Produktionschule treten als wichtige Partner bei den Praxistagen auf, denn auch Schnuppertage in Firmen sind den Asylwerbern nicht gestattet. Deshalb nehmen sie diese in den Schulen wahr und können so erste Eindrücke von den Berufen bekommen. Und auch die Firmen können sich vor Ort ein Bild von den Jugendlichen machen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Zehn haben übrigens bereits Interesse signalisiert. „Für die Wirtschaft ist es ein großes Thema, wir haben ja schon einen Fachkräftemangel“, betont Wimmer.
Unterstützt wird er auch von AMS-Chefin Christa Hochgatterer, denn derzeit stehen bei den Lehrstellen 297 offene im Bezirk zur Verfügung, aber nur 145 Jugendliche suchen einen Lehrplatz. „Je mehr Asylwerber unter 25 Jahren auf diese Weise in den Arbeitsmarkt integriert werden können, umso höher wird in der Zukunft die Zufriedenheit unter ihnen und umso geringer wird künftig auch der Aufwand der öffentlichen Hand für Mindestsicherung sein“, ist Bezirkshauptmann Kreisl von diesem Beschäftigungsprogramm überzeugt. Unterstützt wird es auch vom Land: Zwei Drittel der Lohnkosten für die ersten drei Monate werden übernommen.


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