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Die beabsichtige Sanierung der insolventen oberösterreichischen Baufirma GLS ist ungewiss geworden. Zahlreiche große Lieferantengläubiger würden keinen Zweifel daran lassen, dass sie den Zahlungsplan ablehnen werden. Das berichteten die „Oberösterreichischen Nachrichten“.

Zahlreiche Lieferantengläubiger wollen Zahlungsplan ablehnen Foto: APA (fotokerschi.at)/FOTOKERSCHI.AT/WERNER KERSCHBAUM

Das Perger Unternehmen GLS Bau und Montage GmbH sowie dessen Tochter RW Montage GmbH hatten am 8. November Insolvenz mit mehr als 60 Millionen Euro Passiva angemeldet. Beantragt wurde ein Sanierungsverfahren. Den Gläubigern wurde vorgeschlagen, dass sie 20 Prozent der Schulden erhalten: 5 Prozent vier Wochen nach Akzeptanz des Zahlungsplanes, 15 Prozent nach 2 Jahren. Über diesen Vorschlag soll am Freitag kommender Woche im Landesgericht Linz abgestimmt werden.

Gläubiger lehnen Sanierungsantrag ab

Doch Franz Loizenbauer vom Gläubigerschutzverband AKV bestätigte der Zeitung, er habe den Auftrag von einzelnen Gläubigern, den Sanierungsantrag abzulehnen. Zum einen, weil die Lieferanten den schnellen Vermögensverfall der GLS nicht glauben wollen. Zum anderen, weil bis zum Schluss flott bestellt worden sei und die Gläubiger sich hinters Licht geführt fühlen würden. Entscheidend sei nun, wie sich die Abgabengläubiger Krankenkasse und Finanzamt verhalten. Auch eine Nachbesserung beim Schuldenzahlungsplan steht im Raum.

GLS kann nicht nachbessern

Das kann sich aber Edmund Wall, der die GLS gemeinsam mit Walter Besenböck 1998 gegründet hatte, nicht vorstellen: „Es wird gerechnet, und es steht Spitz auf Knopf, dass sich die 20 Prozent ausgehen, mehr wird es sicher nicht“. Wall ist dennoch optimistisch, dass die Sanierung gelingt. Sein Plan ist, von derzeit gut 60 Mitarbeitern auf 140, 150 Mitarbeiter aufzustocken und im ersten Jahr wieder 25 bis 30 Millionen Euro Umsatz zu machen. Scheitert die Sanierung, würde GLS in Konkurs gehen.

Plan B

Dann gibt es einen Plan B: Anfang 2017 wurde im Firmenbuch die GBW Baugesellschaft mbH mit Sitz in der Sophiengutstraße 20 in Linz eingetragen. Die Adresse ist in der Bauwirtschaft wohlbekannt: Dort residierte auch die Oberösterreich-Niederlassung der Pleite-Baufirma Alpine. Die drei Buchstaben stehen für Bauunternehmung Granit, eine große steirische Baufirma mit Sitz in Graz, Besenböck und Wall. Je ein Viertel halten Stefanie Besenböck, die 29-jährige Tochter von Walter Besenböck und Christian Wall, der 37-jährige Sohn von Edmund Wall.


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